Rheinburgenweg 8: Von Schloss Stolzenfels nach Koblenz

Auf dem Rheinburgenweg über den Rittersprung zum Deutschen Eck

Mittelrhein: Blick auf Schloss Stolzenfels bei Koblenz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf Schloss Stolzenfels bei Koblenz

Diese Wanderung führt auf dem Rheinburgenweg von Schloss Stolzenfels über den Rittersprung zum Deutschen Eck in Koblenz (etwa 14 km). Die Wanderung weicht von den „offiziellen“ Etappen des Rheinburgenwegs zwischen Sankt Goar und Koblenz ab, um die Etappenlängen gleichmäßiger zu verteilen und mehr Zeit für interessante Zielorte wie Koblenz zu haben.

Schloss Stolzenfels

Diese Wanderung beginnt an der Bus-Haltestelle „Schlossweg“ in Koblenz-Stolzenfels, die mit der Buslinie 650 stündlich aus den Richtungen Koblenz und Boppard erreichbar ist.

Von der Haltestelle aus folgt man dem gelbmarkierten Zuweg zum Rheinburgenweg den Schlossweg hinauf. Bald kann man die ersten Gebäude des Schlosskomplexes sehen. Man passiert die Sankt-Menas-Kirche und die Klause und erreicht kurz danach den Eingang von Schloss Stolzenfels.

Mittelrhein: Schloss Stolzenfels bei Koblenz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Schloss Stolzenfels bei Koblenz

Das Schloss war ursprünglich eine im 13. Jahrhundert errichtete Zollburg, die im 1689 durch französischen Truppen zerstört wurde. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. ließ sie von 1836 bis 1842 als neugotisches Schloss wieder aufbauen und nutzte es als Sommerresidenz. Ich empfehle, sich die Zeit für eine Besichtigung zu nehmen, die jedoch nur über Führungen möglich ist und Eintritt kostet. Im Schloss gibt es keine Einkehrmöglichkeit, aber einen Getränkeautomaten.

Rot-Weiss-Hütte

Mittelrhein: Blick auf Schloss Stolzenfels bei Koblenz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Schloss Stolzenfels

Vom Schloss Stolzenfels aus folgt man weiter dem gelbmarkierten Zuweg zum Rheinburgenweg, den man nach rund 600 Metern bergauf erreicht. Dort geht man nach rechts weiter in Richtung Koblenz. Dieser breite Forstweg führt zunächst weiter bergauf, folgt danach aber ohne größere Steigungen oder Gefälle dem Berghang.

Nach einer Weile kommt man an einer Sitzbank vorbei, von der aus man noch einmal einen schönen Blick auf Schloss Stolzenfels und den Ort Lahnstein auf der gegenüber liegenden Rheinseite hat. Bald danach stößt man an einer kleinen Lichtung auf einen anderen Forstweg, in den man nach rechts einbiegt.

Mittelrhein: Rot-Weiss-Hütte - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Rot-Weiss-Hütte

Dort befindet sich auch die Rot-Weiss-Hütte (etwa 2 km ab Schloss Stolzenfels), die von einem Koblenzer Sportverein gestiftet wurde. Die Schutzhütte liegt ein wenig versteckt unter Bäumen einige Meter abseits der Kreuzung.

Der Rheinburgenweg führt zunächst weiter auf einem breiten Forstweg und umrundet bald das Tal des Siechhausbaches. Anschließend verlässt der Wanderweg den Forstweg und verläuft auf einem schmalen Waldpfad weiter.

Weitgenhöhe und Dommelberg

Kurz danach kommt man zum Aussichtspunkt Weitgenhöhe, von dem aus man einen herrlichen Blick ins Rheintal hat. Stromaufwärts kann man von dort aus noch einmal rechts am Berghang das Schloss Stolzenfels erkennen. Und auf der gegenüberliegenden Rheinseite sieht man den Ort Lahnstein mit der Burg Lahneck und der Lahnmündung.

Mittelrhein: Aussichtspunkt Weitgenhöhe - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick vom Aussichtspunkt Weitgenhöhe rheinaufwärts

Mittelrhein: Aussichtspunkt Dommelberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick vom Aussichtspunkt Dommelberg rheinabwärts

Anschließend führt der Rheinburgenweg zum Aussichtspunkt Dommelberg (etwa 5 km ab Schloss Stolzenfels). Von dort aus hat man einen schönen Blick rheinabwärts auf Koblenz und die Festung Ehrenbreitstein.

Auf dem Dommelberg (nicht Dommelsberg, wie auf Wegweisern des Rheinburgenwegs irrtümlich steht) befand sich seit dem 11. Jahrhundert v. Chr. eine befestigte Höhensiedlung. Die Siedlung hatte bis zu drei Befestigungswälle, von denen noch Überreste zu erkennen sind.

Rittersturz

Nach dem Aussichtspunkt Dommelberg verläuft der Wanderweg weiter auf schmalen Waldpfaden in Richtung Koblenz. Man sollte sich aber ab jetzt an der Ausschilderung zum Rittersturz orientieren, weil der Rheinburgenweg anders als diese Wanderung nicht direkt nach Koblenz führt. Auf vermeintlichen Abkürzungen über die Lichte Eiche und das Gasthaus Kühkopf gelangt man nicht zur Koblenzer Rheinpromenade, sondern an die Mosel.

Mittelrhein: Denkmal am Rittersturz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Denkmal am Rittersturz

Der Rheinburgenweg führt zunächst oberhalb des Geländes der Koblenzer (früher Königsbacher) Brauerei vorbei und erreicht anschließend den Aussichtspunkt Rittersturz (etwa 7 km ab Schloss Stolzenfels). Laut einer Sage hat der Ort seinen Namen von einem Ritter, der sich aus Liebeskummer durch einen Sturz vom Felsen das Leben nahm.

Bekannt wurde der Ort durch die sogenannten Rittersturz-Konferenzen 1948 und 1949, auf der die Ministerpräsidenten der westdeutschen Bundesländer dort im Hotel Rittersturz die Gründung der Bundesrepublik Deutschland vorbereiteten. Das Hotel wurde in den 1970er Jahren wegen Baufälligkeit und Felssturzgefahr abgerissen, an seiner Stelle erinnert heute ein Denkmal an die historischen Konferenzen.

Koblenz

Ab dem Aussichtspunkt Rittersturz folgen wir nicht weiter dem Hauptweg des Rheinburgenwegs, sondern dem gelbmarkierten Zuweg direkt nach Koblenz. Dieser Weg führt ins Laubachtal hinab und danach über die Bundesstraße 9 hinweg sowie unter mehreren Brücken einer Hochstraße hindurch. Anschließend erreicht er einen Seitenarm des Rheins – die Rheinlache – und kurz danach den Winterhafen (etwa 9 km ab Schloss Stolzenfels).

Mittelrhein: Residenzschloss in Koblenz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Kurfürstliches Schloss in Koblenz

Nun geht man durch die Kaiserin-Augusta-Anlagen auf der Rheinufer-Promenade am Fluss entlang. Kurz danach biegt der Zuweg des Rheinburgenwegs nach links zum Koblenzer Hauptbahnhof ab. Wer möchte, kann ihm folgen und dort die Wanderung beenden (etwa 11 km ab Schloss Stolzenfels).

Ich empfehle aber, die Ufer-Promenade noch weiter zu gehen und am Residenzschloss vorbei bis zur Moselmündung am Deutschen Eck zu wandern. Das Kurfürstliche Schloss stammt vom Ende des 18. Jahrhunderts. Es war erst die Residenz des Erzbischofs von Trier und danach verschiedener preußischer Behörden und Gerichte. Heute wird es von mehreren Bundesbehörden genutzt und ist nur bei Veranstaltungen öffentlich zugänglich.

Mittelrhein: Festung Ehrenbreitstein in Koblenz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Festung Ehrenbreitstein in Koblenz

Von der Rheinufer-Promenade aus kann man auch die Festung Ehrenbreitstein auf der gegenüberliegenden, rechten Rheinseite sehen. Man kann sie am besten mit einer Seilbahn vom linken Rheinufer aus erreichen, und ein Besuch der Festung ist unbedingt empfehlenswert. Überhaupt sollte man sich die Zeit für eine Besichtigung von Koblenz nehmen.

Deutsches Eck

Von der Seilbahn aus ist es nicht mehr weit bis zur Moselmündung am Deutschen Eck (etwa 12 km ab Schloss Stolzenfels). Das Reiterstandbild dort stammt ursprünglich von 1897, wurde 1945 durch us-amerikanischen Artilleriebeschuss zerstört und 1993 neu errichtet. Es zeigt den ersten Deutschen Kaiser Wilhelm I. und einen geflügelten, weiblichen Schutzgeist, der einen Lorbeerkranz und die Reichskrone trägt.

Ich empfehle, vom Deutschen Eck aus noch ein kurzes Stück die Mosel aufwärts zu schlendern. An der ersten Moselbrücke kann man dann nach links in die Stadt hinein und immer geradeaus zum Koblenzer Hauptbahnhof gehen, wo diese Wanderung endet (etwa 14 km ab Schloss Stolzenfels). Von dort aus kann man mit Nah- und Fernverkehrszügen in alle Richtungen fahren.

Mittelrhein: Blick auf die Moselmündung am Deutschen Eck in Koblenz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf die Moselmündung am Deutschen Eck in Koblenz

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