Auf dem Mainwanderweg zur Taubermündung und zur Burg Wertheim
Diese Wanderung führt auf dem Mainwanderweg von Stadtprozelten über Grünenwört und Bestenheid nach Wertheim (etwa 15 km). Zuerst fährt man vom bayerischen Stadtprozelten mit der Mainfähre zum badischen Mondfeld und wandert dann durch die östlichen Ausläufer des Odenwalds. Krönender Abschluss der Wanderung ist das romantische Wertheim an der Taubermündung mit Burg Wertheim.
Die Wanderung weicht von den „offiziellen“ Etappen des Mainwanderwegs zwischen Miltenberg und Wertheim ab, um eine Anbindung an die Bahn zu bieten, Stadtprozelten zum Etappenort zu machen und die Etappenlängen zu verkürzen. Die Wanderung entspricht weitgehend dem Ende der „offiziellen“ Etappe 10 des Mainwanderwegs in flussaufwärtiger Richtung.
Stadtprozelten
Die Wanderung beginnt am Bahnhof von Stadtprozelten am Main, der per Regionalexpress (Maintalbahn) (zwei-)stündlich aus den Richtungen Aschaffenburg und Miltenberg oder Wertheim erreichbar ist. Vom Bahnhof folgt man der Hauptstraße mainaufwärts in den Ort hinein.
Der Name von Stadtprozelten geht auf das mittelhochdeutsche „brat“ für „Braten“ und das althochdeutsche „selde“ für „Haus“ zurück, verweist also auf eine Gasthaus. Der Zusatz „Stadt“ wurde im 15. Jahrhundert zur Unterscheidung von den benachbarten Orten Dorf- und Langenprozelten hinzugefügt.
Tipp: In Stadtprozelten sollte man einige Sehenswürdigkeiten beachten!
Auf dem Weg durch den Ort kommt man zuerst an der gotischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt vorbei, die schon von Weitem sichtbar ist. Sie geht auf das 14. Jahrhundert zurück, wurde aber im 17. Jahrhundert und 1936 umgebaut.
An der Hauptstraße passiert man außerdem eine Reihe von Fachwerkhäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Ebenfalls direkt an der Hauptstraße steht das pittoreske Rathaus von Stadtprozelten von 1520 bzw. 1621. An dem Gebäude im Renaissance- und Barock-Stil sind die beiden Treppen- bzw. Erkertürmchen an der Straßenseite besonders auffällig.
- Fachwerkhäuser an der Hauptstraße
- Rathaus von Stadtprozelten
Henneburg
Wer Lust und Zeit hat, sollte vor der Wanderung auch unbedingt noch in der Nähe des Rathauses den Burgweg zur Ruine der Henneburg hinaufgehen. Der Eintritt ist frei!
In der Vorburg gibt es eine große Aussichtsterrasse und mit der Burgschänke eine Einkehrmöglichkeit. Anschließend gelangt man in die Kernburg, die gleich zwei Bergfriede als Aussichtstürme bietet.
- Kernburg mit großem Bergfried
- Großer Bergfried der Henneburg
- Kleiner Bergfried der Henneburg
Die Burg wurde um 1200 gegründet und in den folgenden Jahrhunderten schrittweise ausgebaut. Bis um 1700 verfiel sie jedoch und wurde ab 1840 vom Staat wieder restauriert. Von der Henneburg aus hat man einen weiten Blick in das Maintal mit Stadtprozelten sowie Mondfeld am gegenüberliegenden Mainufer.
Mondfeld
Von der Hauptstraße in Stadtprozelten zweigt zwischen Pfarrkirche und Rathaus eine Zufahrt zum Mainufer ab. Dort setzt man vom bayerischen Stadtprozelten mit der Mainfähre zum badischen Mondfeld über. Die Mainfähre verkehrt den ganzen Tag in kurzen Abständen und kostet nur ein geringes Entgeld.
Am anderen Flussufer folgt man der Fährgasse geradeaus bergauf bis zur Hauptstraße des Wertheimer Ortsteils Mondfeld. Dort biegt man nach links in die Hauptstraße ein.
Direkt links an der Hauptstraße stehen das Alte Rathaus von Mondfeld aus dem späten 18. Jahrhundert und die neugotische Sankt-Martin-Kirche. Sie geht auf das 17. Jahrhundert zurück, wurde aber 1887 und in den 1930er Jahren stark umgebaut.
Man folgt dann der Hauptstraße um eine Rechtskurve. Kurz nach der Kurve biegt man rechts in die Futtererstraße ab und folgt dieser immer geradeaus aus dem Ort hinaus. Dabei kann man sich auch an einem Zuweg zum Mainwanderweg orientieren, der mit einem liegenden roten Balken markiert ist.
Nachdem man das letzte Gehöft von Mondfeld hinter sich gelassen hat, geht man durch Obstgärten und Weiden. Kurz danach sieht man rechts vom Weg eine künstliche Mariengrotte neben einem Wasserhochbehälter von 1928.
Anschließend geht man weiter geradeaus in den Wald hinein, der ein Ausläufer des Odenwalds ist. Dort trifft man auf einen breiten Querweg, in den man (dem roten Balken folgend) nach links einbiegt.
An der nächsten Einmündung geht man in einer Spitzkehre rechts bergauf und gelangt auf einem breiten Forstweg nach rund 300 Metern zu einer Kreuzung. Dort folgt man dem roten Balken in einer weiteren Spitzkehre auf einem Forstweg nach links bergauf. Nach rund 500 Metern stößt man dann an der nächsten Kreuzung auf die Markierungen mit dem blau-weißen M-Zeichen des Mainwanderwegs (etwa 3 km ab Stadtprozelten).
Untere Klinge
Man folgt den blau-weißen Markierungen auf einem breiten Forstweg weiter geradeaus, bis dieser nach rund 200 Metern eine scharfe Rechtskehre macht. Der Mainwanderweg wechselt dort aber geradeaus in einen schmaleren Waldweg, der bloß eine leichte Rechtskurve macht. Anschließend folgt man den Weg am Hang entlang, wobei man linker Hand immer wieder weite Ausblicke ins Maintal hat.
Auf der gegenüberliegenden Mainseite sieht man Faulbach, bei dem es auch eine Staustufe mit Schleuse gibt. Mainaufwärts blickt man südlich von Faulbach auf einen riesigen Autoparkplatz mit tausenden Gebrauchtwagen, die für den Weiterverkauf aufbereitet werden. Dahinter kann man in der nächsten Mainbiegung schon Grünenwört erkennen, an dem die Wanderung später vorbeiführt.
Der Wanderweg verläuft rund 800 Meter am Hang entlang, bevor der Waldweg in einen breiteren Forstweg mündet, dem man nach rechts folgt.
Der Weg steigt etwas an und eröffnet weitere Ausblicke ins Maintal und auf Faulbach. Nach rund einem halben Kilometer wendet sich der Weg vom Main ab und führt dann nach rechts ins Bachtal der Unteren Klinge hinein. Als Klinge bezeichnet man in Teilen Südwestdeutschlands ein kleines, tief eingeschnittenes Kerbtal ohne nennenswerten Talgrund.
Der Mainwanderweg verläuft oberhalb des Tals auf einem breiten Forstweg geradeaus und kommt nach einem halben Kilometer an eine Gabelung, an der man links geht. Nach weiteren 200 Metern macht der Weg eine Linkskehre und verläuft dann auf der anderen Talseite der Unteren Klinge wieder Richtung Main.
Kurz danach kommt man an eine weitere Weggabelung, an der man sich erneut links hält. Nach rund 600 Metern macht der Weg eine Rechtskurve (etwa 6 km ab Stadtprozelten) und verläuft dann wieder parallel zum Main.
Linker Hand hat man dort erneut weite Ausblicke ins Maintal mit Faulbach und Grünenwört.
Rainbach und Grünenwört
Man wandert auf dem breiten Forstweg immer geradeaus, bis er sich nach gut einem Kilometer allmählich nach rechts wendet und ins Rainbachtal hinabführt. Im Gegensatz zur Unteren Klinge verläuft der Mainwanderweg nicht in einem weiten Bogen um den Taleinschnitt herum, sondern zum Rainbach hinunter.
Schon fast im Talgrund angelangt, mündet der Weg dann in einer Spitzkehre nach links in einen anderen breiten Frostweg. Anschließend folgt man dem Weg immer geradeaus bergab, wobei man rechts den Rainbach sehen kann. Nach rund 700 Metern erreicht man schließlich den südlichen Rand des Wertheimer Ortsteils Grünenwört (keine Einkehrmöglichkeit).
Am Ortsrand von Grünenwört macht der Mainwanderweg eine Spitzkehre nach rechts und man folgt den blau-weißen Markierungen auf einer kleinen Asphaltstraße weiter sanft bergauf. Kurz danach macht das Sträßchen eine Linkskehre und kreuzt dabei den Rainbach. Beim Anstieg kann man im Wald bei einer Bank nach links noch einmal in der Ferne die Henneburg bei Stadtprozelten sehen.
Anschließend passiert der Weg links im Wald einen Strommast und biegt in einer Spitzkehre nach rechts in einen breiten Forstweg ein (etwa 9 km ab Stadtprozelten). Man geht rund 400 Meter weiter bergauf und biegt dann an der übernächsten Einmündung in einer Spitzkehre nach links ab.
Bald danach kommt man im Wald an der Schutzhütte am Steinbruchsweg vorbei. Man folgt dem breiten Forstweg geradeaus und kreuzt dann nach rund 700 Metern einen anderen Forstweg. Anschließend zweigt der Mainwanderweg an einer Gabelung nach links ab und biegt dann rechts in einen Querweg ein.
Höhklinge und Bestenheid
Kurz danach öffnet sich der Wald und man wandert zwischen dem Waldrand links und Feldern rechts entlang. Nach rund 250 Metern führt der Weg wieder nach links in den Wald hinein und biegt dann an der nächsten Kreuzung rechts ab.
Auch an der nächsten Wegkreuzung folgt man den blau-weißen Markierungen des Mainwanderwegs in einer Spitzkehre nach rechts. Dann wandert man durch den Wald ins Bachtal der Höhklinge hinab und durchquert den Einschnitt. Anschließend führt der Wanderweg auf der anderen Seite des Bachtals wieder hinauf und mündet nach rund 200 Metern in einen Forstweg.
Auf diesem Forstweg wiederum gelangt man zu einer Straße, die man überquert und dann an ihr entlang rechts geht (etwa 12 km ab Stadtprozelten). Nach rund 100 Metern biegt man links in eine kleinere Straße ein und folgt ihr bergab.
Bald danach erreicht man den südlichen Rand oberhalb des Wertheimer Ortsteils Bestenheid (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).
Man geht oberhalb von Bestenheid weiter geradeaus die Straße entlang, bis diese eine Linkskehre macht. Der Mainwanderweg verlässt dort die Straße und mündet an einer Schranke vorbei geradeaus in eine Fußweg, dem man ein längeres Stück folgt. Dabei kann man linker Hand durch Bäume immer wieder Kreuzwertheim am gegenüberliegenden, bayerischen Mainufer sehen.
Nachdem man rund 1.300 Meter am Hang entlang immer geradeaus gegangen ist, öffnet sich links eine freie Aussicht auf Kreuzwertheim und auf Wertheim am diesseitigen, badischen Mainufer.
Wertheim
Anschließend endet der Fußweg und man passiert erneut eine Schranke. Direkt danach erreicht man den Ortsrand von Wertheim (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten), das von der Ruine der Burg Wertheim überragt wird.
Dort folgt man dem Mainwanderwegs nach links einen Treppenweg bergab. Der Weg mündet schließlich in eine Straße, in die man nach links einbiegt und dann rechts in die Poststraße.
Nach rund 100 Metern gelangt man dann zu einer Hauptstraße (die man überquert) und zum Bahnhof von Wertheim, an dem diese Wanderung endet (etwa 15 km ab Stadtprozelten). Von dort aus kann man (zwei-)stündlich mit dem Regionalexpress (Maintalbahn) nach Aschaffenburg und dann weiter mit Nah- und Fernverkehrszügen in alle Richtungen fahren.
Tipp: Vor der Abreise sollte man unbedingt noch Wertheim besichtigen!
- Spitzer Turm in Wertheim
- Maintor in Wertheim
- Hoher oder Weißer Turm
Hierzu folgt man der Bahnhofstraße nach Süden und geht über die Tauberbrücke in die Altstadt von Wertheim hinein. Die Altstadt war von einer Stadtmauer umgeben, von der noch Teile erhalten sind sowie einige Türme und Tore aus dem 12. bis 15. Jahrhundert.
Im Zentrum der Altstadt liegt der Marktplatz mit dem Marktbrunnen von 1882. Ebenfalls sehenswert sind der Engelsbrunnen im Renaissancestil von 1574, zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert und die gotische Stiftskirche aus dem 14. Jahrhundert.
- Marktbrunnen in Wertheim
- Engelsbrunnen
- Stiftskirche in Wertheim
Am Südrand der Altstadt liegt die barocke Fürstliche Hofhaltung aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die heute als Rathaus von Wertheim dient. Von dort aus kann man zur Tauber gehen und an dieser entlang bis zur Mündung in den Main. Die Taubermündung wird von einer großer Straßenbrücke überspannt.
- Rathaus von Wertheim
- Taubermündung in den Main
Außerdem sollte man noch einem Treppenweg östlich der Stiftskirche zur Ruine der Burg Wertheim hinauffolgen.
Die Burg geht auf das 12. Jahrhundert zurück und wurde im 17. Jahrhundert zerstört. Ab den 1980er Jahren wurde die Burgruine saniert, seit 1994 ist sie im Besitz der Stadt Wertheim.
- Hier finden Sie allgemeine Informationen über den Mainwanderweg, dem diese Wanderung zum großen Teil folgt.
- Hier finden Sie weitere Wanderungen auf dem Mainwanderweg bei RheinWanderer.de – Der Blog über Wandern am Rhein.































