Auf dem Mainwanderweg über Bürgstadt zur Freudenburg
Diese Wanderung führt auf dem Mainwanderweg von Miltenberg über Bürgstadt und die Stutzkapelle zur Freudenburg und nach Freudenberg (etwa 10 km). Attraktionen dieser Etappe sind die historischen Ortskerne von Miltenberg, Bürgstadt und Freudenberg sowie die Freudenburg. Zum Abschluss der Wanderung geht man vom badischen Freudenberg über die Mainbrücke zum Bahnhaltepunkt im bayerischen Kirschfurt.
Die Wanderung weicht von den „offiziellen“ Etappen des Mainwanderwegs zwischen Miltenberg und Wertheim ab, um eine Anbindung an die Bahn zu bieten, Freudenberg zum Etappenziel zu machen und die Etappenlängen zu verkürzen. Die Wanderung entspricht weitgehend dem Anfang der „offiziellen“ Etappe 9 des Mainwanderwegs in flussaufwärtiger Richtung.
Miltenberg
Die Wanderung beginnt am Bahnhof von Miltenberg. Die Anreise ist aus allen Richtungen mit Nah- und Fernverkehrszügen bis Aschaffenburg und von dort aus mit Regionalbahn und Regionalexpress (Maintalbahn) bis Miltenberg möglich.
Man verlässt den Bahnhof an der Südseite und stößt bereits dort auf die Markierungen mit dem blau-weißen M-Zeichen des Mainwanderwegs.
Anschließend folgt man der Brückenstraße bis über die Mainbrücke und geht durch das markante, neugotische Torhaus von 1900. Der Mainwanderweg biegt hinter Brücke und Torhaus links ab und verläuft dann mainaufwärts.
Tipp: Ich empfehle, vor der Wanderung noch die Altstadt von Miltenberg zu besichtigen.
Hierzu geht man hinter der Brücke und dem Torhaus geradeaus in die Altstadt von Miltenberg, die von zahlreichen Fachwerkhäusern geprägt ist. Neben dem Würzburger Tor ist vor allem das Gasthaus „Zum Riesen“ im Renaissance-Stil von 1590 sehenswert. Ebenfalls interessant ist das gotische Alte Rathaus von Miltenberg aus dem 14. Jahrhundert.
- Würzburger Tor
- Gasthaus „Zum Riesen“
- Altes Rathaus von Miltenberg
Weitere Sehenswürdigkeiten in Miltenberg sind die neugotische Johanneskirche von 1897 und die barocke Klosterkirche aus dem späten 17. Jahrhundert. Die Sankt-Jakobus-Kirche geht auf das späte 14. Jahrhundert zurück, wurde aber im 19. Jahrhundert klassizistisch umgebaut.
- Johanneskirche
- Klosterkirche
- Sankt-Jakobus-Kirche
Mildenburg
Wer Lust und Zeit hat, sollte auch unbedingt noch vom Miltenberger Marktplatz zur Mildenburg hinaufgehen. Von dort hat man eine herrliche Aussicht auf die Altstadt und den Main.
Die Mildenburg geht auf die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück. Sie wurde mehrfach erweitert, 1552 zerstört und danach teilweise wieder aufgebaut. Seit 1979 ist die Burganlage im Besitz der Stadt Miltenberg und beherbergt heute ein Museum.
- Eingang zur Mildenburg
- Wohnbauten
- Bergfried der Mildenburg
Der Name der Mildenburg geht auf das mittelhochdeutsche „milte“ für gütig oder freigiebig und „bërc“ für Berg oder Burg zurück. Der Name sollte die Eigenschaften des Burgherren charakterisieren und ging auch auf den darunterliegenden Ort Miltenberg über.
Erfmündung
Anschließend kehrt man wieder zur Mainbrücke und dem Torhaus zurück und folgt den blau-weißen Markierungen des Mainwanderwegs an einer Straße flussaufwärts.
Schon kurz danach verläuft der Wanderweg direkt am Mainufer entlang, kehrt dann aber wieder an die Straße zurück. Erst nach dem Miltenberger Schwimmbad folgt er wieder dem asphaltierten Mainuferweg.
Der von Gehölzen und Hecken gesäumte Weg passiert einige Sportplätze, unterquert eine Brücke und führt dann zwischen dem Mainufer links und Wiesen rechts auf Bürgstadt zu. Unmittelbar an der Mündung der Erf in den Main wendet sich der Asphaltweg nach rechts (etwa 2 km ab Miltenberg).
Die Erf entspringt im Bauland südöstlich des Odenwaldes und ist rund 40 Kilometer lang. Der Name geht auf das althochdeutsche „erpf“ für braun oder dunkelfarbig zurück und bezieht sich vermutlich auf die Wasserfarbe.
Nachdem man eine Straßenbrücke unterquert hat geht man an der Erf entlang flussaufwärts. Nach gut 100 Metern sieht man links eine Brücke, auf der man das Flüsschen überquert.
Anschließend folgt man dem Mainwanderweg geradeaus in eine Kleingartenanlage hinein. Der Wanderweg führt dann im Zickzack durch die Kleingärten hindurch.
Bürgstadt
Kurz danach erreicht man den Ortsrand von Bürgstadt (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). Die blau-weißen Markierungen des Mainwanderwegs leiten einen über Weiden- und Krummgasse zum Platz am Rathaus von Bürgstadt.
- Rathaus von Bürgstadt
- Fachwerkhaus
- Torhaus bei der Kirche
Tipp: Auf dem Weg durch Bürgstadt sollte man einige Sehenswürdigkeiten beachten.
Hierzu gehören vor allem das Rathaus von 1590 im Renaissancestil und verschiedene Fachwerkhäuser aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Ebenfalls sehenswert sind die im Kern romanische Sankt-Margareta-Kirche aus der Zeit um 1200, die im 15. bis 17. Jahrhundert spätgotisch erweitert wurde, und das benachbarte Torhaus von 1728.
Die Michaelskapelle geht auf das 10. Jahrhundert zurück, wurde aber in den folgenden Jahrhunderten mehrfach erweitert und umgebaut.
Am Rathaus von Bürgstadt biegt der Mainwanderweg rechts ab und folgt der Hauptstraße und der Straße Streckfuß rund 600 Meter immer geradeaus durch den Ort. Man passiert rechter Hand ein Friedhofs- und dann ein Schulgelände. Kurz danach biegt der Wanderweg links bergauf in den Höhenbahnweg ein.
An der Abzweigung steht auf einer Verkehrsinsel ein zweinischiger Prozessionsaltar von 1747 und rechts an der Ecke ein Marien-Bildstock aus dem 17. Jahrhundert.
Kurz nachdem man in den Höhenbahnweg eingebogen ist, geht man rechts in den Hohenlindenweg. Man wandert durch ein Wohngebiet und biegt nach rund 150 Metern links in den Centgrafenweg ab.
Stutzkapelle
Am Ende der kleinen Wohnstraße geht der Mainwanderweg in einen Fußweg über, der direkt an Wohnhäusern vorbei weiter ansteigt. Schließlich gelangt man auf einen asphaltierten Wirtschaftsweg, der durch Obstgärten und Weinberge bergauf führt.
Von dort aus hat man linker Hand einen weiten Blick ins Maintal mit Miltenberg und Bürgstadt.
Bald danach erreicht man einen Park- und Rastpatz am Waldrand (etwa 4 km ab Miltenberg), wo man dem asphaltierten Forstweg weiter geradeaus folgt. Man passiert einen Wasserhochbehälter an einer Wegkreuzung und erreicht dann die Marienkapelle am Stutz (Stutzkapelle).
Die kleine Kapelle liegt links etwas unterhalb vom Weg und wurde 1954 errichtet. Dort gibt es auch einen Aussichtspunkt, der erneut einen weiten Blick ins Maintal mit Miltenberg und Bürgstadt bietet.
Auf der anderen Talseite kann die leuchtend roten Felswände alter Steinbrüche sehen, die Mainhölle oder -helle genannt werden. Der rote Buntsandstein der Region wurde schon im Mittelalter abgebaut und unter anderem beim Bau des Frankfurter Doms verwendet. Auch die benachbarte Weinlage trägt den Namen Mainhölle.
Gänsebrunnen
Nachdem man zum Mainwanderweg zurückgekehrt ist, folgt man kurz danach den blau-weißen Markierungen an einer Weggabelung nach links. Der breite, leicht gewundene Forstweg heißt Gänsebrunnenweg und verläuft nahezu eben durch den Wald.
Nach rund 900 Metern sieht man links vom Weg eine Bank vor einem großen Buntsandsteinfels mit der Jahreszahl 1981 und der Inschrift „Gänsebrunnenweg“. Rechts daneben steht ein hölzerner Marien-Bildstock, dessen sandsteinerner Sockel die Jahreszahl 2023 trägt.
Kurz danach zweigt vom Forstweg rechts ein unscheinbarer Pfad ab, der zu einer kleinen Quelle am Hang hinaufführt – dem Gänsebrunnen.
Anschließend folgt man dem breiten Forstweg weiter durch den Wald. Nach rund 150 Metern kommt man an eine Kreuzung mit einem anderen Forstweg, geht dort aber weiter geradeaus. Diesem Forstweg folgt man dann fast zwei Kilometer weiter durch den Wald, bis er in einen schmaleren Waldweg übergeht. Dort überquert man übrigens auch die bayerisch-badische Grenze (gut 7 km ab Miltenberg).
Räuberschlösschen und Seebrünnle
Der Waldweg mündet dann nach rund 200 Metern wiederum in einem breiten Forstweg, dem der Mainwanderweg nach rechts folgt. (Geradeaus führt ein schmaler Waldweg zu einer Schutzhütte, die aber keine Aussichtsmöglichkeit bietet.) Kurz danach passiert man links am Weg eine Bank und zwei Informationstafeln.
Man hat dort das Gelände vom sogenannten „Räuberschlösschen“ erreicht, bei dem es sich um die Überreste einer Burg aus dem 12. Jahrhundert handelt. Es könnte sich um einen (unvollendeten) Vorgängerbau der tiefer gelegenen Freudenburg handeln. Zumindest sind dort zwischen den Bäumen noch einige Mauerreste zu sehen.
Anschließend folgt man dem Forstweg weiter durch den Wald. Man passiert eine Bank, die schon einen ersten Blick auf Freudenberg bietet, und erreicht dann nach rund einem Kilometer das Seebrünnle. Neben dem kleinen ummauerten Quellteich gibt es einen überdachten Rastplatz mit Tisch und Bänken. Leider lockt das stehende Gewässer besonders bei warmem Wetter auch Mücken an, sodass eine Rast dort sehr unangenehm sein kann.
Freudenburg
Wenn man dem Forstweg weiter bergab folgt, erreicht man nach rund 250 Metern die südliche Rückseite der Freudenburg, an der man ebenfalls rasten kann. Der Mainwanderweg führt rechts um die Burgruine herum zum Eingang an der Nordseite (etwa 9 km ab Miltenberg).
Tipp: Eine Besichtigung der Freudenburg lohnt sich!
- Südostseite der Freudenburg
- Nordseite der Freudenburg
Die Freudenburg geht auf die Zeit um 1200 zurück, und sie wurde vom 13. bis 15. Jahrhundert schrittweise ausgebaut. Eine Besonderheit der Burg ist der dreistufige Bergfried. Im 16. Jahrhundert wurde sie stark beschädigt und verfiel seither.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Burgruine renoviert und 1995 wieder öffentlich zugänglich gemacht. Heute dient der Burghof regelmäßig als Freilichtbühne.
Nach der Burgbesichtigung kehrt man zum Mainwanderweg zurück und folgt den blau-weißen Markierungen einen Treppenweg bergab. Unterwegs kommt man an zwei Aussichtspunkten mit Bank vorbei, die schöne Ausblicke ins Maintal bieten.
Freudenberg
Am Ende des langen Treppenwegs erreicht man direkt beim frühbarocken Amtshaus von 1627 und beim Renaissance-Rathaus von 1499 den Ortskern von Freudenberg (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).
Tipp: Zum Abschluss der Wanderung sollte man noch unbedingt Freudenberg besichtigen!
- Rathaus von Freudenberg
- Alte Sankt-Laurentius-Kirche
- Neue Sankt-Laurentius-Kirche
Neben dem Amtshaus und dem Rathaus sind vor allem die barocke Alte Sankt-Laurentius-Kirche von 1692 und verschiedene Fachwerkhäuser an der Hauptstraße sehenswert.
Die Neue Sankt-Laurentius-Kirche von 1957 ist ein Beispiel für moderne Sakralarchitektur.
Kirschfurt
Nach der Besichtigung von Freudenberg lässt man den Ort hinter sich und geht über die Mainbrücke nach Kirschfurt (keine Einkehrmöglichkeit). Dort überquert man übrigens auch wieder die badisch-bayerische Grenze.
Nach der Brücke geht man noch rund 250 Meter geradeaus und erreicht dann den Bahnhaltepunkt Freudenberg-Kirschfurt (etwa 10 km ab Miltenberg), an dem diese Wanderung endet.
Von dort aus kann man stündlich mit dem Regionalexpress (Maintalbahn) nach Aschaffenburg und dann weiter mit Nah- und Fernverkehrszügen in alle Richtungen fahren.
- Hier finden Sie allgemeine Informationen über den Mainwanderweg, dem diese Wanderung zum großen Teil folgt.
- Hier finden Sie weitere Wanderungen auf dem Mainwanderweg bei RheinWanderer.de – Der Blog über Wandern am Rhein.






































