Auf dem Klompenweg zu den alten Kirchen von Hochelten und Oud-Zevenaar
Diese Wanderung führt auf dem Klompenweg von Emmerich entlang der Emmericher Ward über den Eltenberg nach Elten (etwa 12 km) und dann über Babberich nach Zevenaar (Sevenaer) in den Niederlanden (etwa 21 km). Unterwegs kann man die alten Kirchen in Hochelten und Oud-Zevenaar (Alt-Sevenaer) sowie Huis Halsaf besichtigen. Die Wanderung entspricht weitgehend der „offiziellen“ Etappe 6 des Klompenwegs.
Sie möchten rasch einen Eindruck bekommen, was Sie auf dieser Wanderung erwartet? Hier einige Video-Impressionen vom Klompenweg zwischen Emmerich und Zevenaar (Sevenaer)…
Emmerich
Die Wanderung beginnt am Bahnhof von Emmerich (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten), der per Regionalbahn (Hollandstrecke) (halb-)stündlich aus den Richtungen Wesel und Oberhausen oder Arnhem (Arnheim) erreichbar ist. Vom Hauptausgang des Bahnhofs aus folgt man nach rechts ein kurzes Stück der Hauptstraße und biegt dann nach links in die Mennonitenstraße ein. Kurz danach geht man erneut links in die Fußgängerzone Kaßstraße und immer geradeaus bis zur Rheinpromenade.
Tipp: Auf dem Weg durch Emmerich sollte man einige Sehenswürdigkeiten beachten!
- Sankt-Aldegundis-Kirche
- Sankt-Martini-Kirche
- Christuskirche in Emmerich
Emmerich wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Sehenswert sind die spätgotische Sankt-Aldegundis-Kirche aus der Zeit um 1500 und die romanische Sankt-Martini-Kirche, die auf das 11. Jahrhundert zurückgeht. Beide Kirchen wurden im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und nach dem Zweiten Weltkrieg vereinfacht wieder aufgebaut.
Weitere Sehenswürdigkeiten am Geistmarkt sind die um 1700 im holländischen Stil erbaute Christuskirche und das 1938/39 im neugotischen Stil errichtete Rathaus.
Wenn man der Rheinpromenade stromabwärts folgt, sieht man voraus die 1965 eröffnete Rheinbrücke Emmerich. Sie ist mit einer Länge von mehr als 1.200 Metern und einer Spannweite von rund 500 Metern die längste Hängebrücke in Deutschland.
Nachdem man die Sankt-Martini-Kirche passiert hat gelangt man ans Ende der Emmericher Rheinpromenade und folgt der Straße „Kleiner Wall“ nach rechts. An der nächsten Kreuzung biegt man links ab (etwa 2 km ab Emmerich) und folgt der Eltener Straße geradeaus.
Emmericher Ward
Spätestens dort stößt man auch auf die Markierungen mit dem weiß-schwarzen Holzschuh-Zeichen des Klompenwegs (oder ersatzweise den weiß-schwarzen X-Zeichen), denen man ab jetzt folgt. Nachdem man der Eltener Straße gut einen Kilometer immer geradeaus gefolgt ist, führt sie unter der Bundesstraße B 220 hindurch. Direkt danach biegt der Klompenweg bei einem Metalltor scharf nach links in einen Weg ein, der zum Yachthafen Emmerich führt.
Man wandert am Nordrand des Yachthafens entlang und gelangt dann zum Eingang des Naturschutzgebiets Emmericher Ward. Das rund 310 Hektar große Schutzgebiet umfasst Auwald, Grünland, Kiesbänke am Rheinufer und Stillgewässer. Es ist Lebensraum für seltene Wasser- und Wiesenvögel wie Eisvogel, Flußregenpfeifer und Pirol.
Die Auenlandschaft wird bei Hochwasser des Niederrheins regelmäßig überflutet. Der Begriff Ward (auch: Werder, Werth oder Wörth) bezeichnet Flussinseln, aber auch eingedeichtes Land.
Der Wanderweg verläuft auf dem gepflasterten Weg direkt hinter dem Hauptdeich an der Emmericher Ward entlang. Wer mag, kann aber auch auf der Deichkrone wandern, um linker Hand in das Naturschutzgebiet blicken zu können. Nachdem man rund einen Kilometer am oder auf dem Deich entlang gewandert ist, öffnet sich nach rechts der Blick über Felder und Wiesen.
Dort kann man den Emmericher Ortsteil Hüthum mit dem Turm der Sankt-Georg-Kirche sehen und links davon den Eltenberg mit dem Turm der Sankt-Vitus-Kirche des früheren Reichsstifts Elten.
Naturschutzgebiet Die Moiedtjes
Bald danach passiert man einen kleinen von Bäumen umstandenen Teich rechts von Deich und Weg. Nach weiteren 700 Metern geht man dann auf dem Weg hinter dem Deich durch ein Tor und gelangt rechts zu einer kleinen Schutzhütte (gut 6 km ab Emmerich).
Die weiß-schwarzen Markierungen des Klompenwegs weisen dort nach rechts, und man folgt einer kleinen asphaltierten Straße vom Deich ins Hinterland. Anschließend kommt man an einigen einzelnen Häusern und am größeren Uferhof vorbei. Die kleine Straße verläuft nahezu geradeaus, und voraus sieht man wieder den Turm der Sankt-Vitus-Kirche auf dem Eltenberg.
Nachdem man vom Uferhof etwa 800 Meter durch offene Wiesen und Felder gegangen ist, erreicht man eine kleine Baumgruppe.
Man hat dort den nördlichen Rand des kleinen Naturschutzgebiets Die Moiedtjes erreicht. Das 31 Hektar große Schutzgebiet umfasst vor allem Auwald und mehrere Teiche. Es ist der Lebensraum für seltene wasserliebende Tiere wie Amphibien, Libellen und Vögel, zu denen Eisvogel oder Seidensänger gehören.
Bei der Baumgruppe und dem Naturschutzgebiet stößt man auf eine andere kleine Asphaltstraße, in die man nach rechts einbiegt. Dieser kleinen Straße folgt man durch Wiesen und Felder immer geradeaus, wobei man nach einem halben Kilometer durch eine Bahnunterführung geht und nach weiteren 500 Metern an die Bundesstraße B 8 gelangt.
Eltenberg und Hochelten
Man überquert die Straße und folgt ihr dann nach links. Anschließend wandert man auf einem Fuß- und Radweg ein längeres Stück an der Bundesstraße entlang, wobei man linker Hand einen Campingplatz passiert. Nach rund 800 Meter erreicht man einen Parkplatz, in den man scharf rechts einbiegt.
Dort führt der Klompenweg links neben einer Informationstafel einen Treppenweg den 82 Meter hohen Eltenberg hinauf. Am oberen Ende des Anstiegs wendet sich der Wanderweg nach links. Danach erreicht man die Sankt-Vitus-Kirche in Hochelten, die Stiftskirche des früheren Reichsstifts Elten war.
Seit dem 9. Jahrhundert befand sich eine Burganlage auf dem Eltenberg. In der Folge entwickelte sich an seiner Nordseite der Ort Elten. Das Damenstift wurde 967 gegründet und bestand bis 1811. Die romanische Stiftskirche wurde in den 1670er Jahren anstelle eines Vorgängerbaus aus dem 12. Jahrhundert errichtet.
Nach Aufhebung des Vitusstifts wurden die Stiftsgebäude in Hochelten 1834 abgebrochen – mit Ausnahme der Kirche und einiger barocker Nebengebäude aus dem 17. Jahrhundert.
Bei den Nebengebäuden des ehemaligen Stifts befindet sich auch ein kleiner Bruchsteinbau von 1846, in dem sich der sogenannte Drususbrunnen befindet. Der 57 Meter tiefe Brunnenschacht stammt aber nicht aus römischer Zeit, sondern wurde um 900 für die damalige Burg angelegt.
Auf der Südseite der ehemaligen Stiftskirche gibt es an der Hangkante des Eltenbergs mehrere kleine Aussichtspunkte. Sie bieten schöne Ausblicke in die Niederrheinebene in Richtung Emmerich und auf Kleve auf der gegenüberliegenden Rheinseite.
Tipp: Es lohnt sich, an einem der Aussichtspunkte eine Pause zu machen und den Ausblick in die Rheinebene zu genießen.
Anschließend kehrt man zum Klompenweg zurück und folgt dessen weiß-schwarzen Markierungen an der Tourismus Information von Hochelten vorbei. Der Wanderweg folgt dann der Lindenallee von Hochelten hinab nach (Nieder-)Elten.
Elten
Die Lindenallee führt schnurgerade in den Emmericher Ortsteil Elten hinein (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). Unterwegs kommt man an der Evangelischen Kirche von 1857 vorbei und stößt dann am Marktplatz auf die spätgotische Sankt-Martinus-Kirche aus dem 15. Jahrhundert.
- Evangelische Kirche in Elten
- Sankt-Martinus-Kirche am Marktplatz
Vom Eltener Marktplatz folgt man der Hauptstraße weiter geradeaus und biegt dann nach rund 300 Metern links in die Lobither Straße ein. Kurz danach gelangt man zum Bahnhof von Elten (etwa 12 km ab Emmerich). (Wer die Wanderung schon dort beenden möchte, kann mit der Regionalbahn (Hollandstrecke) (halb-)stündlich in Richtung Wesel und Oberhausen oder Arnhem (Arnheim) fahren.)
Deutsch-Niederländische Grenze
Wer die Wanderung nicht bereits am Bahnhof von Elten beenden möchte, folgt den weiß-schwarzen Markierungen des Klompenwegs über die Bahngleise hinweg und biegt kurz danach rechts in eine kleine asphaltierte Straße ein. Diese führt anschließend durch Wiesen und Felder an einigen Gehöften vorbei. Nach gut einem Kilometer macht die Straße eine Rechtskurve und man kreuzt danach erneut die Bahnstrecke.
Rund 100 Meter nach dem Bahnübergang biegt der Wanderweg nach links ab und verläuft an einer Siedlung am Waldrand entlang. Anschließend führt der Weg geradeaus in den Wald hinein. Nachdem man auf einem Waldpfad rund einem halben Kilometer immer geradeaus gegangen ist, erreicht man eine kleine asphaltierte Straße.
Der Klompenweg biegt dort links ab, kreuzt ein weiteres Mal die Bahnstrecke und führt dann rechts an einem Bach entlang durch einen Wiesengrund. Auf diesem Weg gelangt man nach rund 600 Metern erneut zur Bundesstraße B 8. Man überquert die von hohen Bäumen gesäumte Straße und folgt ihr dann nach links.
Anschließend wandert man auf einem Fuß- und Radweg ein längeres Stück an der Bundesstraße entlang und passiert nach rund 700 Metern die deutsch-niederländische Grenze. Dies erkennt man vor allem an den anderen Straßenmarkierungen, aber links an der Straße stehen auch zwei Grenzsteine. Ebenfalls auf der linken Straßenseite direkt hinter der Grenze gibt es mit dem Restaurant „De Lande“ auch eine Einkehrmöglichkeit.
Achtung! Ab der deutsch-niederländischen Grenze ist der Klompenweg nicht mehr markiert! Markierungen mit der Bezeichnung Klompenpaden, auf die man gelegentlich stößt, beziehen sich auf andere lokale Rundwanderwege. Man kann dem Weg aber mit Hilfe dieses Artikels und der Karte am Ende gut bis Zevenaar (Sevenaer) folgen.
Babberich
Nach der Grenze verläuft der Wanderweg rund einen Kilometer auf der Landstraße bis nach Babberich. Vorsicht! Da die Straße keinen Fußweg hat, muss man sich damit behelfen, auf einem der Radwege zu gehen. Bitte gehen Sie ganz am Rand, seien Sie vorsichtig und achten Sie auf den Verkehr!
Rechts von der Landstraße kann man Huis Halsaf durch die Bäume sehen. Kurz nach dem Ortseingang von Babberich führt rechts eine Zufahrt zu dem Herrenhaus (Übernachtungsmöglichkeit).
Tipp: Man kann einen kurzen Abstecher zum Huis Halsaf machen und die idyllische Anlage von außen besichtigen!
Huis Halsaf (Haus Halsab, auch Haus Babberich) geht auf eine Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert zurück. Nachdem die Burg im 18. Jahrhundert abbrannte, wurde dort das stattliche Herrenhaus erbaut. Heute befinden sich darin Ferienwohnungen und Veranstaltungsräume. Der ungewöhnliche Name „Hals af (Hals ab)“ geht laut einer Sage darauf zurück, dass eine Dienstmagd einst sieben Räuber köpfte, die in die Burg einzudringen versuchten.
Anschließend kehrt man zur Landstraße zurück, die nach wenigen Metern in die Hauptstraße von Babberich mündet, das ein Ortsteil von Zevenaar ist. Rechts sieht man die im Stil des Traditionalismus errichtete Sint-Franciscuskerk (Sankt-Franziskus-Kirche) von 1955.
Direkt nach der Einmündung biegt der (unmarkierte) Klompenweg nach links in einen kleinen Fuß- und Radweg ab – den Schutterspad. Nachdem man dem Weg rund 300 Meter über ein Wiesengelände gefolgt ist, gelangt man zum Zwanenwaay (etwa 17 km ab Emmerich). Diesem folgt man nach links bis zum Ortsrand und einer Straße, der man wiederum nach rechts folgt.
Nach rund 250 Metern biegt man dann links in einen unbefestigten Fuß- und Radweg ein – den Kamphuizerweg. Dort sind auch die nächsten Ziele dieser Wanderung ausgeschildert: Oud-Zevenaar (Alt-Sevenaer) und schließlich Zevenaar (Sevenaer).
Huis Camphuysen
Anschließend folgt man dem Fuß- und Radweg rund drei Kilometer geradeaus bis Oud-Zevenaar (Alt-Sevenaer). Bereits nach 400 Metern kann man rechts vom Weg hinter einem Wassergraben und Bäumen Huis Camphuysen sehen.
Die Anlage wurde 14. Jahrhundert als spätgotische Wasserburg erbaut und im 16. Jahrhundert in ein barockes Herrenhaus umgewandelt. Huis Camphuysen ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.
Kurz danach führt der Kamphuizerweg an mehreren Teichen vorbei, darunter dem Egelwaay rechts vom Weg. Solche Teiche entstehen häufig durch Ausspülungen bei Deichbrüchen. Auf deutsch nennt man die Ausspülungen im Allgemeinen Kolke und nach Deichbrüchen Bracks oder Wehls (auch: Bra(c)ke oder Wehlen). Weil das einbrechende Wasser tiefe Löcher ausspült, sind Bracks bzw. Wehls oft rund und tief.
Der asphaltierte Weg führt anschließend weiter geradeaus an mehreren Wohnhäusern vorbei. Bald danach steigt er etwas an und verläuft auf einem alten Deich weiter. Von der Deichkrone aus hat man einen weiten Blick in die Wiesenlandschaft links vor und auf Gehöfte rechts hinter dem Deich.
Oud-Zevenaar (Alt-Sevenaer)
Dort kann man voraus auch schon die Sint-Martinuskerk (Sankt-Martinus-Kirche) von Oud-Zevenaar (Alt-Sevenaer) sehen. Nach rund 900 Metern führen der Deich und der Wanderweg direkt an der Kirche vorbei.
Die Sint-Martinuskerk steht auf einer Warft beim Ortseingang von Oud-Zevenaar (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). Sie geht auf das 13. Jahrhundert zurück, wurde 1572 zerstört und bald danach wieder aufgebaut.
Tipp: Ich empfehle, die kleine Dorfkirche zu besuchen und dort einen Moment innezuhalten.
Direkt neben der Kirche gibt es mit dem Koffiehuis Uniek eine Einkehrmöglichkeit. Der Wanderweg verläuft auf dem Deich direkt an der Kirche und am Café vorbei.
Nach rund 250 Metern verlässt man dann den Deich und biegt nach rechts in den Oud-Zevenaarseweg ein. Dieser kleinen Straße folgt man anschließend ein längeres Stück durch ein Wohngebiet von Oud-Zevenaar (Alt-Sevenaer).
Zevenaar (Sevenaer)
Nach rund einen Kilometer mündet die kleine Straße in eine größere Kreuzung. Direkt gegenüber geht man über einen Bahnübergang und gelangt dann nach links zum Bahnhof von Zevenaar (Sevenaer), wo diese Wanderung endet (etwa 21 km ab Emmerich). Von dort aus kann man mit der Regionalbahn (Hollandstrecke) (halb-)stündlich in die Richtungen Wesel und Oberhausen oder Arnhem (Arnheim) fahren.
- Andreaskerk
- Begegungskirche in Zevenaar
Wer Lust und Zeit hat, kann von dort aus auch noch in den nördlich vom Bahnhof gelegenen Ortskern von Zevenaar (Sevenaer) hineingehen (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). Über die Kerkstraat gelangt man erst zur spät- und neugotischen Andreaskerk (Andreaskirche) aus dem 15. und 19. Jahrhundert. Direkt danach erreicht man den Marktplatz mit der 1658 im holländischen Stil erbauten Ontmoetingskerk (Begegnungskirche).
- Hier finden Sie allgemeine Informationen über den Klompenweg, dem diese Wanderung zum großen Teil folgt.
- Hier finden Sie weitere Wanderungen auf dem Klompenweg bei RheinWanderer.de – Der Blog über Wandern am Rhein.