Mainwanderweg 10: Von Freudenberg nach Stadtprozelten

Auf dem Mainwanderweg über Boxtal und Mondfeld zur Henneburg

Main: Blick auf Freudenberg am Main - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Main: Blick auf Freudenberg

Markierungen des MainwanderwegsDiese Wanderung führt auf dem Mainwanderweg von Freudenberg über Boxtal und Mondfeld nach Stadtprozelten mit der Henneburg (etwa 15 km). Unterwegs wandert man zur idyllischen Sankt-Laurentius-Kapelle und durch die östlichen Ausläufer des Odenwalds. Zum Abschluss der Wanderung fährt man dann vom badischen Mondfeld mit der Mainfähre zum bayerischen Stadtprozelten.

Die Wanderung weicht von den „offiziellen“ Etappen des Mainwanderwegs zwischen Miltenberg und Wertheim ab, um eine Anbindung an die Bahn zu bieten, Freudenberg und Stadtprozelten zu Etappenorten zu machen und die Etappenlängen zu verkürzen. Die Wanderung entspricht weitgehend dem Ende der „offiziellen“ Etappe 9 und dem Anfang der „offiziellen“ Etappe 10 des Mainwanderwegs in flussaufwärtiger Richtung.

Freudenberg

Main: Blick auf Freudenberg am Main - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Freudenberg am Main

Die Wanderung beginnt am Bahnhaltepunkt Freudenberg-Kirschfurt in Kirschfurt. Die Anreise ist aus allen Richtungen mit Nah- und Fernverkehrszügen bis Aschaffenburg und von dort aus mit Regionalbahn und Regionalexpress (Maintalbahn) bis Kirschfurt möglich.

Vom Bahnhaltepunkt aus geht man über die Josef-Haamann-Straße und die Mainbrücke nach Freudenberg (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). Auf der Brücke überquert man auch die bayerisch-badische Grenze.

Tipp: Ich empfehle, vor der Wanderung noch die Altstadt von Freudenberg zu besichtigen.

Zu den Sehenswürdigkeiten von Freudenberg gehören das  Renaissance-Rathaus von 1499 und die barocke Alte Sankt-Laurentius-Kirche von 1692. Die Neue Sankt-Laurentius-Kirche von 1957 ist ein Beispiel für moderne Sakralarchitektur. Ebenfalls sehenswert sind das frühbarocke Amtshaus von 1627 und verschiedene Fachwerkhäuser an der Hauptstraße.

Freudenburg

Main: Innenhof und Bergfried der Freudenburg bei Freudenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Bergfried der Freudenburg

Wer Lust und Zeit hat, sollte auch unbedingt noch zur Freudenburg oberhalb von Freudenberg hinaufgehen.

Sie geht auf die Zeit um 1200 zurück und wurde vom 13. bis 15. Jahrhundert schrittweise ausgebaut. Eine Besonderheit der Freudenburg ist der dreistufige Bergfried. Im 16. Jahrhundert wurde sie stark beschädigt und verfiel seither.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Burgruine renoviert und 1995 wieder öffentlich zugänglich gemacht. Heute dient der Burghof regelmäßig als Freilichtbühne.

Staustufe Freudenberg

Anschließend kehrt man zur Mainbrücke zurück und folgt den Markierungen mit dem blau-weißen M-Zeichen des Mainwanderwegs flussaufwärts. Man passiert die Überreste einer Eis-Flutmauer am Main aus dem frühen 18. Jahrhundert, durch die Freudenberg im Winter vor Treibeis geschützt wurde, und einen Schiffermast mit verschiedenen bunten Flaggen.

Main: Bank am Mainufer bei Freudenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Main: Bank am Mainufer bei Freudenberg

Main: Staustufe Freudenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Staustufe Freudenberg

Der zuerst noch asphaltierte Weg verläuft dann durch Wiesen und unter Bäumen am Mainufer entlang. Bald danach wechselt man auf einen Grasweg und passiert einen Bolz- und Spielplatz.

Nach weiteren 250 Metern erreicht man schließlich die Schleuse und Staustufe Freudenberg von 1934, an welcher der Main um rund viereinhalb Meter aufgestaut wird.

Laurentiuskapelle

Main: Laurentiuskapelle bei Freudenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Laurentiuskapelle

Bei der Staustufe biegt der Mainwanderweg rechts ab und führt an der Friedhofsmauer entlang zur Sankt-Laurentius-Kapelle hinauf (etwa 2 km ab Freudenberg). Dort kann man durch ein romanisches Portal mit einem Relief des Heiligen Laurentius von 1452 zu der Kapelle gehen.

Die romanische Laurentiuskapelle geht auf das 12. Jahrhundert zurück und war vermutlich die Pfarrkirche einer aufgegebenen Vorgängersiedlung von Freudenberg.

Tipp: Man sollte die idylische Laurentiuskapelle unbedingt besichtigen!

Main: Eingangsportal zur Laurentiuskapelle bei Freudenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Main: Eingangsportal zur Laurentiuskapelle bei Freudenberg

In der Laurentiuskapelle gibt es beeindruckende Wandmalereien aus dem 13. und 14. Jahrhundert. An der Kapelle und auf dem Friedhof kann man zahlreiche historische Grabsteine ab dem 15. Jahrhundert sehen.

Main: Bildstock von 1710 bei Laurentiuskapelle - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Bildstock von 1710

Anschließend geht man geradeaus über den Parkplatz vor dem Eingangsportal der Kapelle durch einen kleinen Park. Dort kommt man an einem barocken Bildstock von 1710 vorbei, der der letzte von insgesamt sieben ist.

Die Bildstöcke stellen die sieben Fußfälle von Jesus Christus auf seinem Leidensweg zur Kreuzigung dar. Sie sind am Weg von Freudenberg zur Laurentiuskapelle aufgestellt.

Rauch-Museum und -Zoo

Main: Rauch-Museum von Freudenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Rauch-Museum

Vom Bildstock geht man über eine Wiese zu einer Hauptstraße. Man überquert sie und folgt ihr dann nach links zu einem Kreisverkehr. Dort biegt man rechts in die Wendelin-Rauch-Straße ein und folgt den blau-weißen Markierungen des Mainwanderwegs immer geradeaus.

Nachdem man einen weiteren Kreisverkehr passiert hat, sieht man links an der Straße das Rauch-Museum. Es gehört zum benachbarten Rauch-Möbelwerk und bietet seit 2009 Ausstellungen und Veranstaltungen zur Möbelgeschichte. (Falls Sie das Museum besuchen möchten, sollten Sie sich vorab über die Öffnungszeiten informieren!)

Main: Alpaka-Gehege im Rauch-Zoo von Freudenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Alpaka-Gehege im Rauch-Zoo

Direkt nach dem Museum sieht man links an der Straße den Rauch-Zoo, der frei zugänglich ist. Er beherbergt unter anderem Berberaffen, Damhirsche, Alpakas und Lamas. Der Eintritt zu Rauch-Museum und -Zoo ist kostenlos.

Nachdem man Museum und Zoo passiert hat, führt der Mainwanderweg geradeaus zuerst durch Obstwiesen und dann in den Freudenberger Stadtwald hinein.

Durch diesen Ausläufer des Odenwalds verläuft der Wanderweg auf breiten Forstwegen weitgehend geradeaus. Nach knapp einem Kilometer überquert man eine Wegkreuzung und erreicht kurz danach eine Gabelung, an der man sich links hält (etwa 4 km ab Freudenberg).

Vogelschutzgebiet beim Tremhof

Main: Bank mit Blick ins Maintal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Bank mit Blick ins Maintal

Dort hat man den südlichen Rand des Vogelschutzgebiets beim Tremhof erreicht, an dem der Forstweg fast eineinhalb Kilometer geradeaus entlang führt. Das Schutzgebiet ist gut 46 Hektar groß, umfasst vor allem Wald und dient dem Schutz von Vögeln wie Reihern.

Weil der Wanderweg hoch oberhalb des Flusses durch dichten Wald verläuft, kann man nicht viel von dem Schutzgebiet sehen. Auch von einer Bank am Weg hat man nur eine begrenzte Aussicht.

Nachdem man rund 1.300 Meter am Rand des Vogelschutzgebiets entlang gewandert ist, macht der breite Forstweg eine scharfe Rechtskurve. Auf dem folgenden Wegabschnitt umrundet der Mainwanderweg dann in einer weiten Linkswende den Taleinschnitt der Tremhofklingen.

Main: Blick ins Maintal auf Stadtprozelten und Mondfeld - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick ins Maintal auf Stadtprozelten und Mondfeld

Der Wanderweg überquert nach einem halben Kilometer eine Kreuzung von Forstwegen und nach weiteren rund 800 Metern eine zweite Kreuzung. Auch nach den beiden Kreuzungen führt der Mainwanderweg weiter auf breiten Forstwegen durch den Wald.

Nach rund 750 Metern macht der Forstweg eine scharfe Rechtskurve und verläuft danach wieder ein längeres Stück geradeaus. Auf diesem Wegabschnitt hat man linker Hand immer wieder schöne Ausblicke ins Maintal.

Der Wanderweg führt immer geradeaus allmählich bergab und erreicht dann nach rund eineinhalb Kilometern den Waldrand bei Boxtal (etwa 9 km ab Freudenberg). Von dort aus hat man bereits eine schöne Aussicht auf den Ort und in das Wildbachtal.

Main: Blick auf Boxtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Main: Blick auf Boxtal

Boxtal

Der Wanderweg verläuft anschließend auf einem breiten Feldweg durch Wiesen und Obstgärten ins Tal hinab. Kurz danach gelangt man an eine Wegkreuzung, wo der Mainwanderweg in einer Spitzkehre scharf nach links abbiegt.

Main: Bildstock bei Boxtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Bildstock bei Boxtal

Zuvor sollte man aber noch einen schlichten Marien-Bildstock aus rotem Buntsandstein rechts an der Kreuzung beachten.

Rund 250 Meter nach der Spitzkehre biegt der Mainwanderweg rechts ab, und man folgt den blau-weißen Markierungen auf einem Wiesenweg zum Freudenberger Ortsteil Boxtal hinab (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Im Ort führt der Wanderweg direkt am Gasthof „Zur Rose“ vorbei. Falls Sie dort einkehren möchten, sollten Sie sich aber vorab über die Öffnungszeiten informieren.

Tipp: In Boxtal ist die Sankt-Nikolaus-Kirche sehenswert.

Main: Sankt-Nikolaus-Kirche in Boxtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Nikolaus-Kirche in Boxtal

Die spätromanische Kirche geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Das Kirchenschiff stammt aber von 1880/81 und wurde in den 1960er Jahren erweitert.

Schräg gegenüber von der Kirche befindet sich in einem Eckraum des Pfarramts eine der ältesten Lourdeskapellen in Deutschland, die 1885 eingeweiht wurde.

Anschließend überquert man gegenüber von der Kirche und rechts vom Gasthof „Zur Rose“ den Wildbach und biegt dann links in die Wildbachstraße ein.

Main: Blick bei Boxtal in die Mainebene - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick ins Maintal

Nach gut 100 Metern biegt der Mainwanderweg rechts in die Eichbergstraße ein, und man folgt danach den blau-weißen Markierungen über die Straßen Obere Aub und Am Rankacker durch ein Wohngebiet aus dem Ort hinaus.

Nachdem man die letzten Häuser von Boxtal hinter sich gelassen hat, folgt man einem Feldweg und danach einem Wiesenweg sanft bergauf. Nach rund 300 Metern erreicht man dann den Waldrand. Dort hat man zurück noch einmal einen weiten Blick ins Maintal.

Mondfeld

Bald danach mündet der Mainwanderweg in einen breiten Forstweg, dem man nach links folgt. Der Forstweg macht eine weite Linkskurve und passiert anschließend einen markanten Wegstein links vom Weg, in den die Zahl 1978 eingemeißelt ist.

Main: Wegstein hinter Boxtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

1978-Wegstein hinter Boxtal

Kurz danach gelangt man an eine Weggabelung, wo der Mainwanderweg rechts bergauf führt. Anschließend wandert man weiter auf einem breiten Forstweg durch den Wald.

Nach einem weiteren Kilometer kommt man an eine zweite Weggabelung (gut 12 km ab Freudenberg). Dort steht rechts ein ein Schild mit der Aufschrift „Rettungspunkt WTH-10“.

Der Mainwanderweg verläuft an der Gabelung erneut nach rechts bergauf. Auf dieser Wanderung verlässt man dort aber den Mainwanderweg und biegt nach links ab, um nach Mondfeld zu gehen.

Main: Bank und Wegkreuz bei Mondfeld - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wegkreuz bei Mondfeld

Man folgt dem breiten Forstweg immer geradeaus und bergab, bis er nach rund 800 Metern bei einem hölzernen Wegkreuz und einer Bank eine leichte Linkskurve macht.

Kurz danach verlässt der Weg den Wald und führt an Baumgruppen und Wiesen vorbei zum Rand des Wertheimer Ortsteils Mondfeld (keine Einkehrmöglichkeit).

Anschließend geht man geradeaus bis zur Hauptstraße von Mondfeld und folgt dieser nach rechts. Nach rund 300 Metern gelangt man dann zur Fährgasse, der man nach links bis zum Mainufer folgt.

Main: Altes Rathaus und Sankt-Martin-Kirche in Mondfeld - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Altes Rathaus und Sankt-Martin-Kirche in Mondfeld

Direkt bei dieser Abzweigung stehen das Alte Rathaus von Mondfeld aus dem späten 18. Jahrhundert und die neugotische Sankt-Martin-Kirche.

Die Kirche geht auf das 17. Jahrhundert zurück, wurde aber 1887 und in den 1930er Jahren stark umgebaut.

Stadtprozelten

Main: Fähre zwischen Stadtprozelten und Mondfeld - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mainfähre zwischen Mondfeld und Stadtprozelten

Nachdem man über die Fährgasse zum Mainufer gegangen ist, setzt man dort vom badischen Mondfeld mit der Fähre zum bayerischen Stadtprozelten über. Die Mainfähre verkehrt den ganzen Tag in kurzen Abständen und kostet nur ein geringes Entgeld.

Am anderen Flussufer geht man durch eine Bahnunterführung zur Hauptstraße von Stadtprozelten am Main (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Main: Blick auf Stadtprozelten am Main - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Main: Blick auf Stadtprozelten und die Henneburg

Der Name von Stadtprozelten geht auf das mittelhochdeutsche „brat“ für „Braten“ und das althochdeutsche „selde“ für „Haus“ zurück, verweist also auf eine Gasthaus. Der Zusatz „Stadt“ wurde im 15. Jahrhundert zur Unterscheidung von den benachbarten Orten Dorf- und Langenprozelten hinzugefügt.

Tipp: Zum Abschluss der Wanderung lohnt sich noch eine Besichtigung von Stadtprozelten!

Main: Himmelfahrt-Kirche von Stadtprozelten - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Himmelfahrt-Kirche

So stehen an der Hauptstraße eine Reihe von Fachwerkhäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Ebenfalls direkt an der Hauptstraße befindet sich das pittoreske Rathaus von Stadtprozelten von 1520 bzw. 1621. An dem Gebäude im Renaissance- und Barock-Stil sind die beiden Treppen- bzw. Erkertürmchen an der Straßenseite besonders auffällig.

Auf dem Weg zum Bahnhof folgt man der Hauptstraße mainabwärts und kommt an der gotischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt vorbei. Sie geht auf das 14. Jahrhundert zurück, wurde aber im 17. Jahrhundert und 1936 umgebaut.

Schließlich endet die Wanderung am Bahnhof von Stadtprozelten (etwa 15 km ab Freudenberg), von dem man per Regionalexpress (Maintalbahn) (zwei-)stündlich nach Aschaffenburg und dann weiter mit Nah- und Fernverkehrszügen in alle Richtungen fahren kann.

Henneburg

Spessart: Eingangstor zur Vorburg der Henneburg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Eingangstor zur Vorburg der Henneburg

Wer Lust und Zeit hat, sollte unbedingt auch noch in der Nähe des Rathauses den Burgweg zur Ruine der Henneburg hinaufgehen. Der Eintritt ist frei!

In der Vorburg gibt es eine große Aussichtsterrasse und mit der Burgschänke eine Einkehrmöglichkeit. Anschließend gelangt man in die Kernburg, die gleich zwei Bergfriede als Aussichtstürme bietet.

Die Burg wurde um 1200 gegründet und in den folgenden Jahrhunderten schrittweise ausgebaut. Bis um 1700 verfiel sie jedoch und wurde ab 1840 vom Staat wieder restauriert. Von der Henneburg aus hat man einen weiten Blick in das Maintal mit Stadtprozelten und Mondfeld.