Moselsteig 3: Von Kobern-Gondorf nach Löf

Auf dem Moselsteig über Burg Thurant nach Löf

Mosel: Blick auf Kobern-Gondorf mit Niederburg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick auf Kobern-Gondorf mit der Niederburg

Markierungen von Hauptwegen und Zuwegen des MoselsteigDiese Wanderung führt auf dem Moselsteig von Kobern-Gondorf über Niederfell, Oberfell und Alken mit Burg Thurant nach Löf (etwa 15 km). Sie ist bewusst so angelegt, dass noch genügend Zeit bleibt, um Burg Thurant zu besichtigen. Die Wanderung entspricht weitgehend der „offiziellen“ Etappe 22 des Moselsteigs.

Kobern-Gondorf

Die Wanderung beginnt am Bahnhof von Kobern-Gondorf, der per Regionalbahn und Regionalexpress (Moselstrecke) aus den Richtungen Koblenz und Trier stündlich erreichbar ist. Wer Zeit hat, kann vor der Wanderung noch die beiden Ortsteile besichtigen. Nördlich des Bahnhofs befindet sich der Ortsteil Kobern, in dem unter anderem die Niederburg und die Oberburg mit der Matthiaskapelle sehenswert sind. Die Burgen stammen aus dem 12. Jahrhundert, die Kapelle wurde zwischen 1220 und 1240 erbaut.

Südlich des Bahnhofs und der Moselgoldbrücke liegt der Ortsteil Gondorf, zu dessen Sehenswürdigkeiten ebenfalls eine Niederburg (Schloss Liebieg) und eine Oberburg (Schloss Gondorf oder (von der) Leyen) gehören. Die Burgen stammen ursprünglich aus dem 13. bzw. 14. Jahrhundert, wurden aber in späteren Jahrhunderten zu Schlössern umgebaut. Die Oberburg ist heute ein Kuriosum, weil 1876 eine Bahnstrecke über das Schlossgelände und 1971 eine Bundesstraße sogar mitten durch zwei Schlossgebäude gebaut wurden.

Vom Bahnhof aus folgt man den gelb-weißen Markierungen des Moselsteigs nach Süden in Richtung Löf zur Moselgoldbrücke und überquert dort die Mosel.

Mosel: Blick auf Niederfell - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick auf Niederfell

Niederfell

Mosel: Bachkapelle von Niederfell - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Bachkapelle in Niederfell

Von der Moselgoldbrücke aus hat man bereits einen guten Blick auf Niederfell, dessen Ortsrand man kurz danach erreicht, (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Dort biegt der Wanderweg nach links in die Bachstraße ein, an deren Eingang sich eine kleine Kapelle befindet. Die Bachkapelle wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Ersatz für eine ältere Kapelle erbaut. Man folgt der Bachstraße etwa 400 Meter und biegt dann nach rechts in einen von hohen Zäunen gesäumten schmalen Weg ein.

Mosel: Mönch-Felix-Hütte bei Niederfell - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mönch-Felix-Hütte

Anschließend geht es in einem Serpentinenpfad die Anhöhe hinauf. Oben stößt man auf die Mönch-Felix-Hütte (etwa 2 km ab Kobern-Gondorf). Von dem kleinen Aussichtsturm  hat man einen herrlichen Ausblick auf das Moseltal mit Kobern, Gondorf und Niederfell.

Die Mönch-Felix-Hütte ist nach einem aus dem Orient stammenden Wandermönch benannt, der sich dort am Ende des 1. Jahrhunderts niedergelassen haben soll.

Mosel: Blick von der Mönch-Felix-Hütte auf Kobern-Gondorf - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick von der Mönch-Felix-Hütte auf Kobern-Gondorf

Hitzlay

Mosel: Äcker beim Fellerhof - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Äcker beim Fellerhof

Anschließend verläuft der Wanderweg zunächst weiter die Anhöhe hinauf und dann oberhalb von Niederfell an der Hangkante entlang. Von dort aus hat man immer wieder schöne Ausblicke auf Niederfell und den Ortsteil Gondorf von Kobern-Gondorf auf der gegenüber liegenden Moselseite. Knapp einen Kilometer nach der Mönch-Felix-Hütte kreuzt der Moselsteig eine kleine Straße und führt dann auf einem Schotterweg durch Felder und Obstgärten weiter die Anhöhe hinauf. Links kann man den Feller Hof sehen.

Mosel: Aussichtspunkt Hitzlay - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Aussichtspunkt Hitzlay

Der Weg taucht danach in ein Waldstück ein und biegt kurz darauf in einer Spitzkehre nach rechts ab. Anschließend führt der Moselsteig vorbei an Feldern und wieder an der Hangkante entlang. Knapp einen Kilometer nach der Spitzkehre im Wald erreicht man dann den Aussichtspunkt Hitzlay, an dem sich auch ein Schutzhütte befindet. Von dort aus hat man eine schöne Aussicht auf das Moseltal mit der Staustufe von Lehmen, das auf der anderen Flussseite liegt, samt Schleuse und Wasserkraftwerk.

Röder-Kapelle

Mosel: Röder-Kapelle - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Röder-Kapelle

Anschließend wandert man weiter an Feldern und an der Hangkante entlang. Nach wenigen hundert Metern erreicht man dann die Röder-Kapelle von 1912 (etwa 5 km ab Kobern-Gondorf). Die Kapelle wurde auf der gleichnamigen Anhöhe als Vermächtnis eines Niederfeller Bauern erbaut, der sich das Leben genommen hatte. Von der Anhöhe bei der Kapelle hat man bei klarem Wetter einen weiten Fernblick auf die Eifel und das Maifeld.

Oberfell

Mosel: Schutzhütte am Schildberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Schutzhütte am Schildberg

Bei der Röder-Kapelle biegt der Moselsteig nach rechts ab und verläuft dann über Felder, durch ein kleines Waldstück und wieder über Felder weitgehend geradeaus. Nach gut einem Kilometer taucht der Wanderweg in einen größeren Wald ein und biegt gleich danach nach rechts ab. Danach wandert man auf einem Forstweg erneut gut einen Kilometer bis man eine Freifläche und die Schutzhütte „Auf dem Schild“ am Schildberg erreicht.

Mosel: Blick auf Oberfell - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick auf Oberfell

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Winzerort Oberfell. Der Weg verläuft durch Obstgärten und dann durch ein Akazienwäldchen immer mehr bergab, wobei er zunehmend schmaler und steiler wird.

Mosel: Sankt-Nikolaus-Kirche in Oberfell - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Nikolaus-Kirche in Oberfell

Bald kommt man an einer kleinen Schutzhütte vorbei, wandert durch Weinberge und erreicht dann den Ortsrand von Oberfell (etwa 9 km ab Kobern-Gondorf, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Auch wer in dem Ort keine Rast macht, sollte dort zumindest die Sankt-Nikolaus-Kirche besichtigen, deren romanischer Kirchturm im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Das neugotische Kirchenschiff stammt von 1910.

Bleidenberg

Von Oberfell aus folgt man den gelb-weißen Markierungen des Moselsteigs von der Hauptstraße nach rechts in die Straße „Marienberg“ und dann bergauf zum Bleidenberg. Es folgt eine Spitzkehre nach rechts, und der Wanderweg führt ab dann weitgehend auf einer Höhe um den Bleidenberg herum.

Mosel: Rekonstruktion einer keltischen Pfostenschlitzmauer am Bleidenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Rekonstruktion einer keltischen Pfostenschlitzmauer

Knapp einen Kilometer hinter Oberfell gelangt man dann zu einem Aussichtspunkt mit Bänken, wo an der Hangseite die Teilrekonstruktion einer keltischen Pfostenschlitzmauer aufgebaut wurde. Auf dem Bleidenberg befand sich seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. eine eisenzeitliche Siedlung der keltischen Latène-Kultur, die durch eine solche Mauer geschützt wurde.

Mosel: Lagerstätte Homo erectus am Bleidenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Lagerstätte Homo erectus

Unterhalb des Aussichtspunktes und der Mauerrekonstruktion befinden sich mehrere große Stahlskulpturen, zu denen man noch unbedingt hinab gehen sollte. Sie erinnern an bis zu 800.000 Jahre alte Funde des Urmenschen der Art Homo erectus am Bleidenberg. Die Metallfiguren der sogenannten Lagerstätte Homo erectus stellen einen Mann und eine Frau an der Feuerstelle neben ihrer Behausung dar.

Außerdem sind als typische Tiere des Pleistozäns die Skulpturen eines Wollnashorns und eines Waldelefanten zu sehen. Die Skulptur des Elefanten ist mit einem Gewicht von 4,5 Tonnen einer Höhe von sechs Metern besonders beeindruckend.

Anschließend kehrt man zum Wanderweg zurück und erreicht nach wenigen Metern die hölzerne Aussichtsplattform Bleidenberg oberhalb vom Königinnenwingert von Oberfell. Von dort aus hat man eine herrliche Aussicht auf Kattenes am gegenüber liegenden Moselufer und flussaufwärts auch bereits auf das Endziel dieser Wanderung, Löf.

Dreifaltigkeitskirche

Mosel: Bleidenberger Hütte - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Bleidenberger Hütte

Etwa 200 Meter danach erreicht man die Bleidenberger Hütte des Heimat- und Verkehrsvereins Oberfell. Auch dort hat man wieder eine schöne Aussicht ins Moseltal: Jetzt kann man auch die nächsten Zwischenziele dieser Wanderung sehen, nämlich Alken und die darüber aufragende Burg Thurant.

Mosel: Blick vom Bleidenberg auf Burg Thurant und Alken - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick vom Bleidenberg auf Burg Thurant und Alken

Mosel: Dreifaltigkeitskirche auf dem Bleidenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Dreifaltigkeitskirche auf dem Bleidenberg

Der Moselsteig führt danach weiter an der Hangkante entlang, und man hat immer wieder schöne Ausblicke auf Burg Thurant und Alken.

Knapp einen Kilometer nach der Bleidenberger Hütte erreicht man dann die Dreifaltigkeitskirche (auch Kirche „Unserer Lieben Frau“). Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist bis heute das Ziel von Prozessionen und Wallfahrten.

Alken

Mosel: Ehemaliges Stadttor von Alken - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Ehemaliges Stadttor von Alken

Von der Dreifaltigkeitskirche steigt man zunächst über Treppen und dann auf einem schmalen Pfad vom Bleidenberg ins Tal des Alkener Baches hinab. Vorsicht! Der Pfad ist nicht besonders schwierig, aber schmal und ausgetreten. Er führt auf einem Kreuzweg durch Weinberge und erreicht bald danach bei den Überresten eines Stadttors aus dem 14. Jahrhundert den Ortsrand von Alken (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Der Moselsteig biegt hinter dem Stadttor nach links in die Von-Wiltberg-Straße ein und verlässt Alken anschließend durch eine weitere Wendung nach links gleich wieder. Ich empfehle aber, dort noch einmal geradeaus in den Ortskern zu gehen und einen kleinen Stadtrundgang zu machen. Beim bereits erwähnten Stadttor ist das ehemalige Burghaus der Trierer Erzbischöfe aus der Mitte des 14. Jahrhunderts zu sehen, das ab dem 16. Jahrhundert von den Herren von Wiltberg zu einem Schloss erweitert wurde.

In der Altstadt sind außerdem Fachwerkhäuser und Überreste der Stadtbefestigung aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts sehenswert, wie der Torturm Fallerport und der Zollturm an der Moselpromenade. Etwas oberhalb des Ortskerns liegt die Sankt-Michael-Kirche, die auf das 11. Jahrhundert zurückgeht und somit eine der ältesten Kirchen an der Mosel ist.

Burg Thurant

Wenn man den gelb-weißen Markierungen des Moselsteigs wieder folgt und Alken verlässt, führt der Wanderweg direkt an der Sankt-Michael-Kirche und deren Beinhaus vorbei. Dort und auf dem folgenden Weg hat man immer wieder schöne Ausblicke auf Alken und das Moseltal.

Mosel: Burg Thurant - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Burg Thurant

Anschließend kommt ein etwas schwieriger Abschnitt, vor dem auch eine Hinweistafel warnt. Es geht zunächst über Treppen und dann auf einem schmalen Pfad durch ein Waldstück steil den Berg hinauf. Nach diesem steilen Anstieg verlässt der Weg den Wald und führt das letzte Stück durch Weinberge hinauf zur Burg Thurant (etwa 12 km ab Kobern-Gondorf, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit).

Die Burg wurde um 1200 errichtet und im 13. Jahrhundert zwischen den Erzbistümern Köln und Trier aufgeteilt. Deshalb hat die Burg auch die Besonderheit, dass sie aus zwei, durch eine Mauer getrennten Teilen besteht, die jeweils einen eigenen Hauptturm (Bergfried) sowie eigene Wohn- und Wirtschaftsgebäude haben. Die Doppelburg verfiel seit dem 16. Jahrhundert, wurde aber seit Beginn des 20. Jahrhunderts teilweise wieder aufgebaut. Burg Thurant befindet sich in heute in Privatbesitz, kann aber von März bis Mitte November besichtigt werden, was ich unbedingt empfehle!

Anschließend wandert man über den Parkplatz bei der Burg weiter in Richtung Löf. Der Moselsteig führt zunächst durch ein Waldstück, überquert dann die zur Burg führende Straße und verläuft danach durch Weinberge. Dort und auf dem folgenden Wegabschnitt lohnt sich öfter mal ein Blick zurück, denn man hat immer wieder schöne Ansichten von Burg Thurant. Der Wanderweg geht immer mehr bergab, kreuzt noch einmal eine Landstraße und folgt dann einem Feldweg ein längeres Stück geradeaus.

Mosel: Burg Thurant - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Burg Thurant

Löf

Mosel: Sankt-Luzia-Kirche in Löf - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Luzia-Kirche in Löf

Schließlich kommt man an die Moselbrücke Löf-Alken, überquert den Fluss und erreicht dann den nördlichen Ortsrand von Löf (etwa 14 km ab Kobern-Gondorf, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

In der Nähe der Brücke trifft man dann auf die Sankt-Luzia-Kirche, die man sich unbedingt noch ansehen sollte. Der Glockenturm geht auf das 12. Jahrhundert zurück, das Kirchenschiff stammt von 1738 und wurde im 19. Jahrhundert erweitert.

Anschließend verlassen wir den Hauptweg des Moselsteigs und folgen dem braun-weiß-markierten Zuweg durch den Ortskern zum Bahnhof. Die Wanderung endet am Bahnhof von Löf (etwa 15 km ab Kobern-Gondorf). Von dort aus kann man per Regionalbahn (Moselstrecke) stündlich in Richtung Koblenz oder Trier fahren.

Mosel: Blick auf Löf - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick auf Löf