Moselsteig 8: Von Beilstein nach Ediger-Eller

Auf dem Moselsteig über Mesenich und Senheim zu den Römergräbern

Mosel: Blick von der Mosel auf Beilstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick von der Mosel auf Beilstein

Markierungen von Hauptwegen und Zuwegen des MoselsteigsDiese Wanderung führt auf dem Moselsteig von Beilstein mit der Burg Metternich über Mesenich und Senheim nach Ediger-Eller (etwa 18 km). Sie ist bewusst so angelegt, dass noch genügend Zeit bleibt, um die Orte und die römischen Grabkammern oberhalb von Nehren zu besichtigen. Die Wanderung entspricht weitgehend der „offiziellen“ Etappe 17 des Moselsteigs.

Beilstein

Mosel: Blick auf Beilstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Beilstein

Die Wanderung beginnt an der Moseluferstraße von Beilstein bei der Bushaltestelle oder am Schiffsanleger, die per Bus oder Schiff von Cochem aus erreichbar sind. Die Fahrzeiten sind sehr unregelmäßig – bitte erkundigen Sie sich vorab!

Vom Moselufer aus folgt man den gelb-weißen Markierungen des Moselsteigs durch den Ortskern hindurch. Beilstein wird wegen seines gut erhaltenen historischen Ortsbildes auch als „Dornröschen der Mosel“ bezeichnet.

Sehenswert sind unter anderem die zahlreichen Fachwerkhäuser rund um den Marktplatz und die Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Außerdem sollte man sich das ehemalige Karmeliterkloster über dem Ortkern anschauen, dessen Sankt-Josef-Kirche ab 1691 im Barockstil erbaut wurde.

Burg Metternich

Mosel: Blick auf Burg Metternich bei Beilstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Burg Metternich

Anschließend führt der Moselsteig mit einer großen Spitzkehre direkt zum Eingang von Burg Metternich hinauf (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit).

Die Burg wurde Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut, aber 1689 zerstört. Sie befindet sich heute in Privatbesitz, kann aber gegen ein Eintrittsgeld besichtigt werden.

Mosel: Blick auf Burg Metternich und Ellenz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick auf Burg Metternich und Ellenz

Mosel: Jüdischer Friedhof von Beilstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Jüdischer Friedhof von Beilstein

Anschließend folgt man dem Wanderweg moselaufwärts und erreicht nach gut 200 Metern den Jüdischen Friedhof von Beilstein. Der Friedhof wurde im 17. Jahrhundert angelegt, und es sind noch etwa hundert Grabsteine erhalten. Der älteste stammt von 1818, die letzte Beisetzung fand dort 1938 statt. Der Moselsteig führt direkt am Friedhofszaun entlang.

Briedern

Mosel: Moselsteig durch die Briederner Schweiz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Moselsteig durch die Briederner Schweiz

Kurz danach gelangt man zu einer Wegkreuzung, wo man geradeaus einen schmalen Pfad weiter geht. Dort trifft man auf eine Hinweistafel, die vor dem folgenden Wegabschnitt warnt und eine Ausweichstrecke anbietet. Der Pfad wird tatsächlich schmal und verläuft am Steilhang entlang. Er ist aber nicht besonders gefährlich. Sie sollten den Pfad trotzdem nicht bei Eis oder Nässe betreten und bei schlechter Witterung besser der Ausweichstrecke folgen.

Mosel: Kapelle am Wahlberg bei Briedern - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Kapelle am Wahlberg

Der Pfad führt durch die Briederner Schweiz. Sie hat ihren Namen wegen der Schönheit und Wildheit dieses Waldgebiets. Man kommt dann an mehreren Bänken und Aussichtspunkten vorbei, die aber weitgehend zugewachsen sind. Nach gut eineinhalb Kilometern verlässt der Weg den Wald. Dort stößt man rechts auf einen Zuweg zur Kapelle am Wahlberg (etwa 3 km ab Beilstein). Man sollte unbedingt die wenigen Meter zu der kleinen Kapelle aus dem 19. Jahrhundert gehen. Von dort aus hat man auch eine schöne Aussicht auf Briedern.

Hinter der Kapelle biegt der Wanderweg nach links ab und umrundet anschließend in einem weiten Rechtsbogen einen Taleinschnitt. Dann wendet man sich nach links, geht gut 300 Meter geradeaus durch Weinberge und biegt dann nach rechts ab. Kurz danach hat man den Ortsrand von Briedern erreicht (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Mosel: Blick von der Kapelle am Wahlberg auf Briedern - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick von der Kapelle am Wahlberg auf Briedern

Wer mag, kann dort noch in den Ort hineingehen. Zu den Sehenswürdigkeiten zählt vor allem die Sankt-Servatius-Kirche, die auf das 13. Jahrhundert zurückgeht.

Mesenich

Mosel: Blick auf Mesenich - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Mesenich

Anschließend umrundet der Moselsteig in einem weiten Linksbogen auf einer Straße das Betriebsgelände einer stillgelegten Kellerei. Danach wechselt man in einen Schotterweg, biegt nach rechts ab und wandert dann durch Weinberge in Richtung Mesenich.

Mosel: Kapelle Kehrhäuschen bei Mesenich - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Kapelle Kehrhäuschen bei Mesenich

Nach rund einem Kilometer erreicht man dann den sogenannten Naherholungsplatz am Ortsrand von Mesenich (etwa 5 km ab Beilstein, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). Dort befindet sich auch die kleine barocke Kapelle Kehrhäuschen. Der Moselsteig führt anschließend oberhalb von Mesenich weiter. Ich empfehle jedoch, dort dem Zuweg in den Ort hinab zu folgen und ihn zu besichtigen.

Mosel: Sankt-Nikolaus-Kirche in Mesenich - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Nikolaus-Kirche in Mesenich

Zuerst stößt man auf das Haus Hirschen von 1585 mit einem markanten Runderker. Von dort aus folgt man am besten der Weinbergstraße bis zur Sankt-Nikolaus-Kirche. Der weit sichtbare, romanische Turm geht auf die Zeit um 1200 zurück. Später wurden an der Kirche gotische und barocke Erweiterungen und Umbauten vorgenommen. Ebenfalls sehenswert ist der repräsentative Brauweiler Hof, der um 1770 erbaut wurde.

Anschließend folgt man von der Kirche aus weiter der Weinbergstraße und gelangt so wieder aus Mesenich hinaus. Nach Ende der Bebauung geht man auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg geradeaus leicht bergauf durch die Weinberge. Rund 500 Meter danach stößt man wieder auf die gelb-weißen Markierungen des Moselsteigs.

Senheim

Mosel: Sankt-Urban-Statue an Senheimer Lay - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Urban-Statue

Der Wanderweg verläuft dann weiter durch die Weinberge. Nach rund 200 Metern passiert man eine Statue des Heiligen Urban, des Schutzpatrons der Winzer. Sie steht unterhalb der Felsen der Senheimer Lay, nach denen auch die Weinlage dort benannt ist.

Man wandert gut einen halben Kilometer weiter durch die Weinberge und erreicht dann die Schutzhütte Margareten-Pavillon. Von dort aus hat man eine schöne Aussicht auf das nächste Zwischenziel dieser Wanderung – den Winzerort Senheim.

Mosel: Blick auf Senheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick auf Senheim

Hinter dem Margareten-Pavillion geht man weiter bergab. Anschließend macht der Wanderweg eine Spitzkehre nach rechts und man erreicht den Ortsrand von Senheim (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Dort befindet sich die Sankt-Katharina-Kirche, deren spätromanischer Turm auf das 13. Jahrhundert zurückgeht und deren barocker Saalbau ab 1765 erbaut wurde. Sehenswert ist auch die ehemalige Vogtei – ein um 1240 errichteter romanischer Wohnturm.

Vom Kirchplatz aus folgt man der Marktstraße durch den Ort bergab. Danach geht man zum Sportboothafen von Senheim und von dort aus zur Moselbrücke.

Senhals

Nachdem man die Brücke überquert hat folgt man den gelb-weißen Markierungen des Moselsteigs nach rechts und erreicht den Senheimer Ortsteil Senhals (9 km ab Beilstein, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit).

Mosel: Sankt-Maria-und-Magdalena-Kapelle in Senhals - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Maria-und-Magdalena-Kapelle

Anschließend folgt man der Moselweinstraße geradeaus bis man an einer Kreuzung auf die Kapelle Sankt Maria Magdalena, Cosmas und Damian trifft. Sie geht vermutlich auf das 13. Jahrhundert zurückt, erhielt ihr heutiges Aussehen aber weitgehend im 17. Jahrhundert.

An der Kreuzung biegt der Wanderweg nach links in die Kehrstraße ab. Man folgt ihr ein Stück und überquert kurz danach auf einer Brücke eine Bundesstraße. Dann biegt man erneut nach links ab und wandert in Richtung Nehren.

Nehren

Mosel: Sankt-Agathen-Kirche in Nehren - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Agathen-Kirche in Nehren

Der Moselsteig verläuft im Zickzack durch Weinberge, passiert ein Weingut und erreicht unmittelbar danach den Ortsrand von Nehren (keine Einkehrmöglichkeit). Wer mag, kann dort noch in den Ort hineingehen. Sehenswert ist vor allem die Sankt-Agatha-Kirche aus dem 16. Jahrhundert, die in Teilen auf das 13. Jahrhundert zurückgeht.

Der Wanderweg führt aber an Nehren vorbei. Auf dem folgenden Wegabschnitt kann man nordwestlich am Hang die Rekonstruktion von zwei römischen Grabkammern sehen. Außerdem hat man immer wieder schöne Ausblicke auf Nehren und das Moseltal.

Mosel: Blick auf Nehren - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick auf Nehren

Nachdem man Nehren hinter sich gelassen hat, biegt der Moselsteig nach rechts ab. Anschließend führt der Wanderweg durch Weinberge steil den Hang hinauf. Dabei kreuzt man vier meist asphaltierte Wirtschaftswege bis man nach rund 500 Metern in den fünften Weg nach links einbiegt.

Römische Grabkammern

Mosel: Treppe zu den römischen Grabkammern bei Nehren - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Treppe zu den römischen Grabkammern bei Nehren

Danach wandert man rund 300 Meter am Hang entlang bis man nach einer Rechtskurve auf einen Zuweg zu den spätrömischen Grabkammern oberhalb von Nehren trifft. Ich empfehle, dem braun-weiß-markierten Zuweg zur Grabanlage zu folgen (12 km ab Beilstein). Dies ist hin und zurück ein Umweg von knapp einem Kilometer, aber der Abstecher lohnt sich.

Mosel: Römische Grabkammern bei Nehren - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Römische Grabkammern bei Nehren

Es handelt sich um die Rekonstruktionen von zwei römischen Grabkammern mit vorgebauten Schutztempeln aus dem 3. bis 4. Jahrhundert. Sie werden auch „Heidenkeller“ genannt und sind im Ortswappen von Nehren abgebildet. Die Grabanlage wurden in den 1970er Jahren erforscht und rekonstruiert. Dabei entdeckte man Wandmalereien, die zu den besterhaltenen römischen Gewölbemalereien nördlich der Alpen gehören. Die Grabkammern gehörten einer Grundbesitzerfamilie, deren Gut beim heutigen Nehren lag.

Mosel: Blick von den römischen Grabkammern auf Nehren - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick von den römischen Grabkammern auf Nehren

Von dort aus hat man einen schönen Ausblick in das Moseltal sowie auf Senheim, Senhals und Nehren.

Ediger-Eller

Mosel: Schützhütte vor Ediger-Eller - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Schützhütte vor Ediger-Eller

Auf dem Zuweg kehrt man anschließend von der Grabanlage zum Hauptweg des Moselsteigs zurück. Der Wanderweg verläuft dann durch den Wald immer am Hang entlang. Nach rund einem Kilometer und einer weiten Linkskurve verlässt der Weg den Wald. Kurz danach passiert man eine kleine, in den Hang eingelassene Schutzhütte. Es folgt noch einmal ein kurzes Waldstück. Dort macht der Weg erst eine Spitzkehre nach links und direkt danach eine weitere nach rechts.

Mosel: Blick auf Ediger-Eller - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Ediger-Eller

Anschließend führt der Moselsteig durch Weinberge, und in der Ferne kann man schon das Ziel dieser Wanderung sehen – Ediger-Eller. Rund einen Kilometer nach der Schutzhütte geht der Wanderweg in einen asphaltierten Wirtschaftsweg über und beschreibt dann eine weite Linkskurve.

Hinter der Kurve biegt der Moselsteig nach rechts ab (knapp 15 km ab Beilstein) und verläuft danach oberhalb von Ediger am Hang entlang in das Pehrtal hinein. Ich empfehle aber, dort weiter dem asphaltierten Wirtschaftsweg zu folgen und nach Ediger hinab zu gehen. Dadurch kann man den interessanten Ort besichtigen und den Weg zum Bahnhof von Ediger-Eller um rund einen Kilometer abkürzen.

Ediger

Mosel: Sankt-Martin-Kirche in Ediger - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Martin-Kirche in Ediger

Nachdem man kurz danach den Ortsteil Ediger von Ediger-Eller erreicht hat, sollte man sich zuerst an der weit sichtbaren Sankt-Martin-Kirche orientieren. Am besten folgt man der Hochstraße dorthin.

Die ursprünglich romanische Kirche geht auf das 11. Jahrhundert zurück, wurde aber Anfang des 15. Jahrhunderts zu einer gotischen Hallenkirche erweitert. Beachtenswert ist der reich verzierte, achteckige Turmhelm.

Anschließend geht man von der Sankt-Martin-Kirche am besten durch die Kirchstraße in den Ortskern. Sehenswert sind viele Fachwerkhäuser wie der Dauner Hof aus dem frühen 16. Jahrhundert und Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung mit dem Oberturm.

Eller

Mosel: Sankt-Hilarius-Kirche in Eller - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Hilarius-Kirche in Eller

Danach geht man weiter zum Ortsteil Eller. Hierbei kann man sich an der weit sichtbaren Sankt-Hilarius-Kirche orientieren. Am besten geht man durch Paulusstraße, Am Pfirsichgarten und Brunnenstraße dorthin.

Die Kirche, deren romanischer Turm auf das 11. Jahrhundert zurückgeht, wurde um 1500 gotisch erweitert und 1718 barock umgestaltet. Sehenswert ist auch die gegenüber liegende, barocke Rochuskapelle.

Bei der Sankt-Hilarius-Kirche stößt man auch wieder auf den Moselsteig. Von dort aus folgt man den gelb-weißen Markierungen durch die Sankt Jakobstraße und die Moselweinstraße. Vor einer Bahnunterführung zweigt ein Zuweg nach rechts zum Bahnhof von Ediger-Eller ab und wo diese Wanderung endet (etwa 18 km ab Beilstein). Von dort aus kann man per Regionalbahn (Moselstrecke) stündlich in Richtung Koblenz oder Trier fahren.

Mosel: Blick auf Ediger-Eller - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick auf Ediger-Eller