Nahe-Weinwanderweg 2: Von Laubenheim nach Bretzenheim

Auf dem Weinwanderweg Rhein-Nahe über Guldental-Heddesheim zur Felseneremitage

Nahe: Blick auf Laubenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Nahe: Blick auf Laubenheim

Markierungen des Weinwanderwegs Rhein-NaheDiese Wanderung führt auf dem Weinwanderweg Rhein-Nahe von Laubenheim über Guldental-Heddesheim und die Felseneremitage nach Bretzenheim (etwa 16 km). Sie ist bewusst so angelegt, dass noch genügend Zeit bleibt, um das frühere Felsenkloster und Bretzenheim zu besichtigen. Die Wanderung weicht von den „offiziellen“ Etappen des Weinwanderwegs Rhein-Nahe zwischen Bingen und Bad Kreuznach ab, damit jeweils eine An- und Abreise per Bahn möglich ist. Diese Wanderung entspricht weitgehend dem Anfang der „offiziellen“ Etappe 6 und dem Ende der „offiziellen“ Etappe 5 des Weinwanderwegs.

Hier einige Video-Impressionen vom Weinwanderweg Rhein-Nahe zwischen Laubenheim und Bretzenheim…

Laubenheim

Diese Wanderung beginnt am Bahnhof von Laubenheim an der Nahe, der per Regionalbahn (Nahetalbahn) stündlich aus den Richtungen Bingen oder Bad Kreuznach erreichbar ist. Vom Bahnhof aus folgt man dem schmalen Zuweg zur Hauptstraße von Laubenheim und folgt dieser nach rechts.

Nahe: Pfarrkirche und Kapelle von Laubenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfarrkirche und Kapelle von Laubenheim

Anschließend geht man an der Hauptstraße durch den Ortskern von Laubenheim. Dabei passiert man auch die den Ort überragende spätgotische Pfarrkirche aus dem 15. Jahrhundert, die 1866 im neugotischen Stil erweitert wurde. Danach geht man an der kleinen spätbarocken Kapelle „Kreuzerhöhung“ von 1781 vorbei.

Rund 100 Meter nach der Kapelle biegt man nach links in die Rathausstraße ein und folgt ihr bergauf. An der zweiten Einmündung geht man dann nach links in den Weiherweg, an dessen Ende man dann auf die Schulstraße trifft. Dort stößt man auch auf die Markierungen mit dem gelb-weißen Trauben-Zeichen des Weinwanderwegs Rhein-Nahe, denen man nach links folgt.

Nahe: Blick auf Laubenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick zurück auf Laubenheim

Linker Hand passiert man die Naheblickhalle von Laubenheim, bevor man kurz danach rechts in den Sonnenweg abbiegt. An dessen Ende trifft man auf die Straße „Am Weltersberg“, in die man nach rechts einbiegt. Nach 200 Metern macht der Wanderweg eine Spitzkehre nach links und man wandert dann oberhalb von Laubenheim entlang. Dort hat man noch einmal einen schönen Blick auf den Ort.

Kelterplatz Langenlonsheim

Nahe: Wanderweg hinter Laubenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wanderweg hinter Laubenheim

Anschließend folgt man den gelb-weißen Markierungen des Weinwanderwegs Rhein-Nahe vorbei an den letzten Häusern von Laubenheim. Man wandert zuerst auf asphaltierten, dann auf unbefestigten Wirtschaftswegen im Zickzack durch die Weinberge zwischen Laubenheim und Langenlonsheim.

Dabei nähert man sich immer mehr dem Langenlonsheimer Wald, den man schließlich im Bereich des Naturschutzgebiets Fichtekopf erreicht (etwa 3 km ab Laubenheim).

Nahe: Kelterplatz Langenlonsheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Kelterplatz Langenlonsheim

Dort taucht der Wanderweg ein kurzes Stück in den Wald ein, führt aber nach einer Linkskehre wieder in die Weinberge hinaus. Nach 200 Metern biegt der Weg nach rechts ab und erreicht dann nach gut 100 Metern eine kleine Straße.

Der Weinwanderweg biegt dort nach rechts ab. Ich empfehle aber noch das kurze Stück nach links zur Schutzhütte am Kelterplatz Langenlonsheim zu gehen.

Etwas unterhalb der Schutzhütte befindet sich eine alte hölzerne Spindelkelter, mit der früher Wein gepresst wurde und die dem Platz seinen Namen gab.

Tipp: Genießen Sie den weiten Blick auf Langenlonsheim und ins Nahetal.

Nahe: Blick vom Kelterplatz auf Langenlonsheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Nahe: Blick vom Kelterplatz auf Langenlonsheim

Anschließend kehrt man zu der kleinen Straße zurück und folgt ihr bergauf in Richtung Wald. Nach rund 200 Metern auf der Straße biegt der Weinwanderweg nach links ab und führt danach am Waldrand entlang.

Langenlonsheimer Wald

Nahe: Wegkreuz am Langenlonsheimer Wald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Holzkreuz am Langenlonsheimer Wald

Nach weiteren rund 200 Metern machen der Waldrand und der Weg einen Knick nach rechts. Dort befinden sich ein großes Holzkreuz und ein Rastplatz, von dem aus man noch einmal einen schönen Blick auf Langenlonsheim hat.

Anschließend folgt man den gelb-weißen Markierungen des Weinwanderwegs Rhein-Nahe immer weiter am Waldrand entlang. Nach rund 200 Metern sieht man links etwas unterhalb des Waldrandes ein pittoreskes  Weinberghäuschen.

Nahe: Weinberghäuschen Langenlonsheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Weinberghäuschen

Auch danach verläuft der Weg weitgehend geradeaus zwischen dem Waldrand rechts und an Weinbergen links entlang. Nach rund 800 Metern biegt der Wanderweg dann beim Naturschutzgebiet Saukopf scharf nach rechts ab und führt in den Langenlonsheimer Wald hinein (etwa 5 km ab Laubenheim).

Der Saukopf und der bereits erwähnte Fichtekopf sind zwei Teilgebiete eines insgesamt bloß zehn Hektar großen Naturschutzgebietes. Es umfasst zwei kleine Hügelkuppen am Rand des Langenlonsheimer Waldes. Auf den nährstoffarmen und trockenen Standorten hat sich Steppenrasen ausgebildet, der Lebensraum für seltene Pflanzenarten ist.

Nahe: Waldspielplatz und Mariannenhütte beim Forsthaus Langenlonsheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Waldspielplatz beim Forsthaus Langenlonsheim

Anschließend wandert man auf einem Forstweg rund 400 Meter geradeaus durch den Langenlonsheimer Wald. Danach stößt man auf einen anderen Forstweg, an dem man rechts einen Parkplatz und das Forsthaus Langenlonsheim sieht. Dort gibt es keine Einkehrmöglichkeit, aber einen Waldspielplatz mit Schutzhütte.

Sonnenberghütte

Wir folgen aber weiter dem Weinwanderweg Rhein-Nahe, der dort nach links abbiegt. Der Weg verläuft geradeaus durch den Langenlonsheimer Wald.

Nahe: Aussichtspunkt Donnersbergblick am Langenlonsheimer Wald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Aussichtspunkt Donnersbergblick

Nach rund 400 Metern verlässt der Wanderweg wieder den Wald und führt dann erneut mehr als einen Kilometer am Waldrand entlang. Nach knapp einem Kilometer kommt man einer Bank unter einer alten Eiche mit einem Wanderwegweiser vorbei – dem Aussichtspunkt Donnersbergblick.

Von dort aus kann man bei klarer Sicht im Süden tatsächlich den Donnersberg erkennen, der mit 686 Meter die höchste Erhebung der Pfalz ist.

Nahe: Schutzhütte Alm - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Schutzhütte Alm

Direkt nach dem Donnersbergblick machen der Waldrand und der Weg einen Knick nach links und rund 300 Meter danach wieder nach rechts. Anschließend folgt man dem Waldrand noch rund 100 Meter, bevor der Weinwanderweg Rhein-Nahe nach links in die Weinberge hinaus führt.

Man folgt den gelb-weißen Markierungen immer geradeaus. Rechts hat man über die Weinberge hinweg einen schönen Blick auf den Ort Windesheim. Nach rund 600 Metern passiert man dann die kleine Schutzhütte Alm. Der inzwischen asphaltierte Wirtschaftsweg verläuft weiter durch die Weinberge, führt nun aber leicht bergab.

Nahe: Sonnenberghütte bei Guldental - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sonnenberghütte bei Guldental

Voraus kann man bereits den Guldentaler Ortsteil Heddesheim sehen. Nach gut 500 Metern erreicht man dann einen großen Parkplatz und die Sonnenberghütte, die in einer Wegkehre liegt.

Die Hütte bietet zahlreiche Bänke und Tische für eine Rast, ist aber nur an einzelnen Tagen bewirtschaftet. Von dort aus hat man eine gute Aussicht auf Guldental, das aus den beiden Ortsteilen Heddesheim und Waldhilbersheim besteht.

Tipp: Die Sonnenberghhütte lädt dazu ein, dort zu rasten und die Aussicht zu genießen. 

Guldental-Heddesheim

Nahe: Wegkreuz bei Guldental-Heddesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wegkreuz

Anschließend folgt man dem Weinwanderwegs auf dem geschwungenen, asphaltierten Wirtschaftsweg nach Guldental-Heddesheim hinab. Nach rund 350 Metern sieht man links am Weg ein aufwändig gearbeitetes Wegkreuz aus weißem Sandstein.

Kurz danach passiert man den Friedhof am Ortsrand von Guldental-Heddesheim (rund 9 km ab Laubenheim, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). An dessen Ende biegt der Weinwanderweg Rhein-Nahe scharf nach rechts ab und führt dann über eine Bahntrasse zur Durchgangsstraße von Guldental.

Nahe: Blick auf Guldental-Heddesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Nahe: Blick auf Guldental-Heddesheim

Diese überquert man und folgt anschließend den gelb-weißen Markierungen auf der alten Hauptstraße durch den Ortskern von Heddesheim. Auf dem Weg durch den Ortskern kommt man direkt an mehreren Sehenswürdigkeiten vorbei.

Dazu gehören vor allem die neugotische Sankt-Jakobus-Kirche von 1896 und die Evangelische Kirche. Deren romanischer Chorturm geht auf das 12. oder 13. Jahrhundert zurück, das spätgotische Langhaus stammt aus dem 15. Jahrhundert, der barocke Turmhelm ist von 1709. Eine Besonderheit ist der zwischen beiden Kirchen direkt an der Hauptstraße stehende Renaissancebrunnen von 1584.

Guldenbachtal

Der Weinwanderweg folgt der Hauptstraße in einem weiten Linksbogen durch den Ortskern und überquert dann die Gustav-Pfarrius-Brücke über den Guldenbach.

Nahe: Guldenbach in Guldental-Heddesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Guldenbach in Heddesheim

Die Brücke ist nach dem Dichter und Lehrer Gustav Pfarrius (1800 – 1884) benannt, der in Heddesheim geboren wurde und viele Werke über das Nahetal schrieb.

Hinter der Brücke biegt der Wanderweg nach links ab und führt anschließend fast als eineinhalb Kilometer am rechten Ufer des Guldenbachs entlang.

Nach gut 400 Metern passiert man die Kronberg-Brücke über den Bach, die nach der Guldentaler Partnerstadt Kronberg im Taunus benannt ist. Nach weiteren rund 200 Metern passiert man dann eine Furt durch den Guldenbach, die regelmäßig vom Fahrzeugen genutzt wird.

Nahe: Wanderweg im Guldenbachtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wanderweg im Guldenbachtal

Mit der Zeit lässt man die letzten Häuser von Guldental-Heddesheim hinter sich und geht schließlich auch an der rechts vom Weg liegenden Kläranlage Guldenbachtal vorbei. Der Weg bleibt sogar nach dem Ortsausgang asphaltiert, aber man kann ab der Furt auch einem Grasweg am Bachufer folgen.

Etwa 400 Meter nach der Kläranlage gelangt man dann zur Lindelgrund-Brücke über den Guldenbach. Dort führt ein unbefestigter Weg geradeaus weiter am Bachufer entlang.

Nahe: Felsen am Naumberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Felsen am Naumberg

Der Weinwanderweg Rhein-Nahe bleibt jedoch weiter auf asphaltierten Wirtschaftswegen, denn er biegt an der Brücke nach rechts ab und kurz danach wieder nach links. Anschließend folgt man dessen gelb-weißen Markierungen unterhalb des Naumbergs entlang, dessen rote Buntsandsteinfelsen rechts vom asphaltierten Weg aufragen.

(Wer diesen Asphaltweg meiden möchte, kann an der Lindelgrund-Brücke weiter dem unbefestigten Weg am Bachufer folgen. Nach knapp einem Kilometer trifft man dann wieder auf den Weinwanderweg.)

Felseneremitage

Nahe: Jagdhaus bei der Felseneremitage - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Jagdhaus bei der Felseneremitage

Nachdem man beinahe einen Kilometer geradeaus gewandert ist, gelangt man zu einer Gruppe mehrerer Gebäude. Bei der Villa rechts handelt es sich um ein ehemaliges Jagdhaus aus dem späten 19. Jahrhundert. In den Gebäuden befindet sich heute eine Einrichtung der Wohnungslosenhilfe.

Noch vor dem Jagdhaus führt ein schmaler Weg nach rechts zur Felseneremitage (gut 12 km ab Laubenheim), die etwas versteckt in einem Waldstück liegt. Die Einsiedelei gilt als bedeutendstes Felsenkloster nördlich der Alpen.

Tipp: Machen Sie eine kleine Rast und genießen Sie diesen idyllischen Ort!

Nahe: Gesamtansicht der Felseneremitage bei Bretzenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Nahe: Gesamtansicht der Felseneremitage bei Bretzenheim

Vermutlich wurde dort schon in vorrömischer Zeit eine heidnische Kultstätte in den Fels gehauen. Unter den Römern wurde die Anlage dann als Tempel des Mithras-Kultes genutzt und seit dem 6. Jahrhundert von Christen. Spätestens ab dem 11. Jahrhundert waren der Felswand wechselnde Kirchen- und Klostergebäude vorgebaut, die aber alle zerstört wurden.

In den Felsen wurden mehrere begehbaren Räume gehauen, die eine Größe von insgesamt rund 90 Quadratmetern haben. Sie können an bestimmten Tagen bei Führungen besichtigt werden. Die Räume dienten unter anderem Einsiedlern als Wohnung, von denen der letzte 1827 starb.

Nahe: Wegkreuz bei Bretzenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wegkreuz von 1820

Anschließend kehrt man zum Jagdhaus sowie zum Weinwanderweg Rhein-Nahe zurück und folgt dessen gelb-weißen Markierungen weiter durch das Guldenbachtal. Man geht rund eineinhalb Kilometer auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg durch Wiesen und Felder. Bei einem Wegkreuz, dessen Sockel von 1820 stammt, biegt der Wanderweg dann nach rechts ab (etwa 14 km ab Laubenheim).

Bretzenheim

Nahe: Blick auf Bretzenheim an der Nahe - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Bretzenheim

Wir verlassen dort jedoch den Weinwanderweg und gehen geradeaus weiter auf dem asphaltieren Weg nach Bretzenheim. Nach rund 200 Metern erreicht man die ersten Häuser des Ortes und geht dann auf dem Eremitageweg weiter geradeaus. Direkt voraus sieht man den Turm der Mariä-Geburt-Kirche.

Nachdem man gut 400 Meter durch eine ruhige Wohnstraße gegangen ist, erreicht man die Hauptdurchgangsstraße von Bretzenheim. Diese überquert man und geht danach geradeaus durch eine kleine Pforte auf das Gelände der Kirche.

Tipp: Auf dem Weg durch den Ort sollte man einige Sehenswürdigkeiten beachten!

Nahe: Mariä-Geburt-Kirche in Bretzenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mariä-Geburt-Kirche in Bretzenheim

Die frühklassizistische Mariä-Geburt-Kirche wurde 1789/91 an der Stelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus errichtet.

Am besten geht man rechts an der Mariä-Geburt-Kirche vorbei und dann geradeaus in die Kirchstraße. Direkt danach öffnet sich rechts ein Platz.

Links befindet sich das ehemalige Bretzenheimer Schloss, das von außen sehr unscheinbar wirkt. Die ursprünglich um 1590 im Renaissancestil erbaute Anlage wurde Ende des 18. Jahrhunderts im Barockstil umgebaut. Rechts vom Schloss gelangt man durch einen Durchgang zu den Überresten des Alten Schlosses aus dem 16. Jahrhundert.

Nach dem Platz folgt man weiter geradeaus der Großen Straße, wobei man rechter Hand das Alte Amtshaus von 1592 passiert. Dort sollte man den achteckigen Treppenturm im Innenhof des Renaissancebaus beachten!

Am Ende der Großen Straße biegt man nach rechts ab und erreicht dann nach rund 400 Metern den Bahnhof von Bretzenheim (etwa 16 km ab Laubenheim), wo diese Wanderung endet. Von dort aus kann man per Regionalbahn (Nahetalbahn) stündlich in Richtung Bingen oder Bad Kreuznach fahren.