Nahe-Weinwanderweg 5: Von Norheim nach Staudernheim

Auf dem Weinwanderweg Rhein-Nahe über die Burg Böckelheim zum Kloster Disibodenberg

Nahe: Blick auf Norheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Nahe: Blick auf Norheim

Markierungen des Weinwanderwegs Rhein-NaheDiese Wanderung führt auf dem Weinwanderweg Rhein-Nahe von Norheim über Niederhausen, Schloßböckelheim und Boos zur Klosterruine Disibodenberg und nach Staudernheim (etwa 20 km). Es bleibt auch noch Zeit, um unterwegs Burg Böckelheim und die Klosterruine zu besichtigen. Die Wanderung weicht von den „offiziellen“ Etappen des Weinwanderwegs Rhein-Nahe zwischen Bad Münster am Stein und Staudernheim ab, damit jeweils eine An- und Abreise per Bahn möglich ist. Diese Wanderung entspricht weitgehend dem Anfang der „offiziellen“ Etappe 3 des Weinwanderwegs.

Hier einige Video-Impressionen vom Weinwanderweg Rhein-Nahe zwischen Norheim und Staudernheim…

Norheim

Die Wanderung beginnt am Bahnhof von Norheim, der per Regionalbahn (Nahetalbahn) stündlich aus den Richtungen Bingen und Mainz oder Saarbrücken erreichbar ist. Wer vor der Wanderung noch einen Bummel durch Norheim machen möchte, verlässt den Bahnhof am besten zur Südseite.

Tipp: Auf dem Weg durch Norheim kann man einige Sehenswürdigkeiten anschauen!

Sehenswert sind vor allem der katholische Pfarrhof von 1764, die neugotische Heilig-Kreuz-Kirche von 1864 und die Evangelische Kirche von 1901.

Direkt hinter dem Bahnhof biegt man nach links in die Rotenfelser Straße ein. Bei der ersten Möglichkeit geht man nach rund 200 Metern dann wieder nach links. Anschließend wandert man durch eine Bahn- und Straßenunterführung hindurch und dann immer geradeaus. Nach rund 200 Metern gelangt man an eine Landstraße, die man geradeaus überquert.

Nahe: Remischen-Stein bei Norheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Remischen-Stein bei Norheim

Nach weiteren gut 300 Metern erreicht man dann eine Wegkreuzung, an der man auf den Weinwanderweg Rhein-Nahe trifft. Dessen Markierungen mit dem gelb-weißen Trauben-Zeichen folgt man nach links.

An der Kreuzung befindet sich auch die steinerne Nachbildung eines Remise-Weinglases – der Remischen-Stein. Die Herkunft des Wortes ist unklar. In der Naheregion versteht man unter einem Remischen aber ein kleines, leicht konisches, schlichtes Weinglas.

Norheimer Kafels

Nahe: Blick auf Norheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Norheim

Der Weg steigt nach der Wegkreuzung leicht an und führt direkt auf einen freistehenden Baum zu. Dort befindet sich die Panoramabank von Norheim, von der aus man noch einmal einen schönen Blick auf den Ort hat.

Anschließend wandert man auf dem Wirtschaftsweg weiter sanft bergauf durch die Weinberge. Der Weg führt auf die Hochfläche oberhalb vom Norheimer Kafels hinauf, der dort das Nahetal überragt. Man wandert dann immer an der Hangkante entlang und hat nach links einen schönen Blick in die Flussniederung.

Nach rund 700 Metern geht es geradeaus nicht weiter, und der Wanderweg knickt nach rechts ab. Zuvor sollte man aber noch nach links das kurze Stück zu einem Rastplatz und Aussichtspunkt am Weinberghaus Kafels hinab gehen (etwa 2 km ab Norheim). Dort liegt auch der Königinnenweinberg, der den Weinköniginnen von der Nahe gewidmet ist.

Nahe: Blick vom Kafels auf Wasserkraftwerk Niederhausen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Nahe: Blick vom Weinberghaus Kafels auf das Wasserkraftwerk bei Niederhausen

Vom Weinberghaus auf dem Norheimer Kafels hat man einen schönen Blick ins Nahetal. Flussaufwärts kann man das Wasserkraftwerk Niederhausen sehen, das wie das zugehörige Stauwehr aus den 1930er Jahren stammt. Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz, erzeugt aber nach wie vor Strom.

Nahe: Wanderweg vor Niederhausen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wanderweg vor Niederhausen

Anschließend führt der Weinwanderweg Rhein-Nahe auf Hüffelsheim zu. Nach 400 Metern stößt man auf einen asphaltierten Weg. Diesem folgt man rund 100 Meter nach links, bis der Wanderweg dann an einer Kreuzung noch einmal nach links abbiegt.

Danach geht man an Kleingärten links sowie einem Damwildgehege rechts vorbei. Nach rund 300 Metern geht der asphaltierten Weg in einen unbefestigten Feldweg über und verläuft erneut durch Weinberge.

Niederhausen

Nahe: Blick auf Niederhausen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Niederhausen

Nach rund 800 Metern führen die gelb-weißen Markierungen des Weinwanderwegs Rhein-Nahe dann nach links zu einer Straße und einem Parkplatz hinab.

Nachdem man Straße und Parkplatz überquert hat, wandert man durch ein kleines Waldstück und dann wieder durch Weinberge. Dort hat man voraus einen schönen Blick auf Niederhausen mit dem Stauwehr und -see.

Anschließend kommt man auf einem asphaltieren Wirtschaftsweg am Gelände der sogenannten Rentieralm vorbei. Dort werden Rentiere gehalten, die man auch für Wanderungen mieten kann.

Nahe: Rastplatz bei Niederhausen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Rastplatz bei Niederhausen

Bei der Rentieralm lädt auch ein schöner Rastplatz zum Verweilen ein.

Direkt nach der Rentieralm macht der Wanderweg eine Spitzkehre nach links und gut 400 Meter danach eine weitere nach rechts. Dort befindet man sich nun auf einer Kreisstraße, der man rund 250 Meter bis zum Ortsrand von Niederhausen folgt. Die Straße hat keinen Gehweg, achten Sie also bitte auf den Verkehr!

Direkt hinter dem Ortseingangsschild biegt der Weinwanderweg Rhein-Nahe nach rechts in eine kleine Seitenstraße ein und führt dann oberhalb an Niederhausen entlang. Ich empfehle jedoch, noch in den Ort hinein zu gehen und ihn sich anzuschauen.

Tipp: Vor allem die alte Kirche in Niederhausen ist einen Abstecher wert.

Zu den Sehenswürdigkeiten von Niederhausen gehören einzelne Fachwerkhäuser und die Evangelische Kirche. Sie hieß früher Sankt-Mechtildis-Kirche und geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Das Langhaus und der Turm sind im Ursprung romanisch, der Chor und Teile des Turms wurden im 15. Jahrhundert spätgotisch verändert. Sehenswert sind auch das rund 120 Meter lange Stauwehr in der Nahe und der sich dahinter bildende Stausee, die das Wasserkraftwerk Niederhausen speisen.

Niederhäuser Klamm

Nahe: Beginn des Weinwanderwegs Niederhausen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Beginn des Weinwanderwegs Niederhausen

Anschließend kehrt man wieder zum Weinwanderweg Rhein-Nahe zurück, der am Ortsrand auch auf den Beginn des Weinwanderwegs Niederhausen stößt (etwa 6 km ab Norheim).

Dieser lokale Weinwanderweg begleitet unseren Fernwanderweg für knapp zwei Kilometer und kehrt dann auf einer anderen Strecke nach Niederhausen zurück. An dem Rundweg befinden sich zahlreiche Informationstafeln, die verschiedene Themen des Weinbaus erläutern.

Man wandert auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg immer geradeaus durch Weinberge. Nach rund 500 Meter gelangt man dann zu einer Weggabelung, an der man sich links hält.

Nahe: Wanderweg an der Weinlage Niederhäuser Klamm - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wanderweg an der Weinlage Niederhäuser Klamm

Kurz danach führt der Weg unter einem großen, weißen Schriftzug der Weinlage Niederhäuser Klamm vorbei, die zu den steilsten an der Nahe zählt. Die Weinlage hat ihren Namen zurecht, denn der Fluss muss dort zwischen Felshängen eine Engstelle passieren.

Der asphaltierte Wirtschaftsweg verläuft mitten durch den Steilhang hindurch. Man passiert einen ehemaligen Steinbruch und kurz danach einen überdachten Rastplatz mit einer steinernen Weinkelter aus der Zeit um 1850.

Das Flusstal weitet sich wieder und der Weg führt zunächst in sanften Kurven weiter am Hang entlang. Bald danach machen die Nahe und der Uferweg einen weiten Bogen nach rechts. Ab dort hat man nach links einen schönen Blick auf Oberhausen am gegenüberliegenden Naheufer.

Nahe: Blick auf Oberhausen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Nahe: Blick auf Oberhausen

Nach dem weiten Rechtsbogen stößt der Weg dann auf einen anderen asphaltierten Wirtschaftsweg, dem man ein kurzes Stück folgt. Direkt danach macht der Weinwanderweg Rhein-Nahe eine Spitzkehre nach links. Man folgt den gelb-weißen Markierungen weiter am Hang entlang durch die Weinberge.

Gut Hermannsberg

Nahe: Blick auf Gut Hermannsberg und Oberhausen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Gut Hermannsberg und Oberhausen

Links voraus kann man dort schon das Gut Hermannsberg sehen (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit), das der Wanderweg in einem weiten Bogen umrundet. Das Weingut war früher eine staatliche Weinbaudomäne und Forschungseinrichtung. Einige Gebäude stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert und wurden in historisierendem Jugendstil errichtet.

Wer möchte kann leicht einen Abstecher zu dem Gut machen: Rund 400 Meter nach der Spitzkehre passiert man nämlich ein kleines Stromumspannwerk aus Bruchstein mit Schieferdach. Direkt danach kann man links auf einer kleinen Straße zum Gut hinab gehen.

Nahe: Blick ins Nahetal beim Niederthäler Hof - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick ins Nahetal beim Niederthäler Hof

Diese Wanderung führt aber auf dem Weinwanderweg Rhein-Nahe durch Weinberge oberhalb um das Gut herum. Nachdem man einen Aussichtspunkt mit Bank passiert hat, ragt rechts vom Weg ein hoher Felsen auf.

Anschließend führt der Wanderweg immer am Hang entlang, Nach knapp einem Kilometer erreicht man einen Rastplatz mit Schutzhütte (etwa 10 km ab Norheim). Dort kann man links unten im Nahetal den Niederthäler Hof sehen (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit). Auch dorthin kann man leicht einen Abstecher machen, indem man den Treppen an der Schutzhütte ins Tal folgt.

Diese Wanderung folgt aber dem Weinwanderweg Rhein-Nahe weiter oben am Hang entlang. Kurz danach biegt der Weg nach rechts in einen Taleinschnitt ein.

Schlossböckelheim

Nahe: Blick auf Burgruine Böckelheim bei Schloßböckelheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Burgruine Böckelheim bei Schloßböckelheim

Links auf der anderen Talseite hat man einen schönen Blick auf die ganze Breite der Burgruine Böckelheim. Der Wanderweg führt dann zum Ortsteil Schloß von Schloßböckelheim hinab (keine Einkehrmöglichkeit). Wer mag kann von dort aus noch zur namensgebenden Burgruine (Schloss-)Böckelheim gehen.

Tipp: Wer Lust und Zeit hat, sollte ruhig einen Abstecher zur Burgruine machen.

Beim sogenannten „Schloss“ handelte es sich jedoch nicht um einen repräsentativen Adelssitz, sondern um eine geschlossene Wehranlage. Die Burg wurde vermutlich auf römischen Überresten erbaut und geht schon auf das frühe 9. Jahrhundert zurück. Von der Anlage blieb jedoch nicht viel erhalten, nachdem sie 1688 zerstört wurde.

Nahe: Blick von Burgruine Böckelheim naheaufwärts - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick von Burgruine Böckelheim naheaufwärts

An der Spitze des Bergsporns der Burgruine gibt es aber einen schönen Aussichtspunkt mit Blick ins Nahetal. Dort kann man naheaufwärts das kleine Wasserkraftwerk einer alten Drahtfabrik sehen.

Anschließend folgt man den gelb-weißen Markierungen des Weinwanderwegs Rhein-Nahe auf einem schmalen Pfad mit Treppen zum Ortsteil Tal von Schloßböckelheim hinab (keine Einkehrmöglichkeit). Der Wanderweg verläuft in einer weiten Linkskehre durch den Ortsteil und führt dann nach rechts bergauf durch die Straße „Zum Mühlberg“ wieder aus dem Ort hinaus.

Achtung! Diese Wanderung verlässt dort den Weinwanderweg Rhein-Nahe vorübergehend und folgt der Kreisstraße (Nahetalstraße) nach links bergab aus dem Ort hinaus.

Nahe: Kreisstraße am Ortsausgang von Schloßböckelheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Kreisstraße am Ortsausgang von Schloßböckelheim

Der Grund ist, dass sich der Weinwanderweg danach mit zahlreichen Richtungswechseln fast fünf Kilometer durch die Weinberge windet. Dabei muss man auch einen An- und Abstieg von insgesamt rund 300 Höhenmetern bewältigen.

Um den An- und Abstieg zu vermeiden und die Wanderung mehr als drei Kilometer abzukürzen, folgt man stattdessen gut einen Kilometer der Kreisstraße. Dabei muss man teilweise auf der Fahrbahn gehen, kann aber meist links den Randstreifen nutzen. Seien Sie bitte dennoch vorsichtig und achten Sie auf den Verkehr!

Boos

Nachdem man eine Einmündung von links und eine Kläranlage passiert hat, gelangt man bald an eine weitere Einmündung, der man nach links folgt. Dort trifft man auch wieder auf die gelb-weißen Markierungen des Weinwanderwegs Rhein-Nahe.

Nahe: Blick auf die Nahe bei Boos - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf die Nahe bei Boos

Ihnen folgt man kurz danach durch eine Bahnunterführung zum Naheufer. Dort befindet man sich am Rand vom Naturschutzgebiet Nahetal von Boos bis Niederhausen. Das knapp 90 Hektor große Schutzgebiet umfasst Flussauen mit Flachwasserzonen. Es bietet vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum.

Anschließend wandert man auf dem asphaltierten Uferweg flussaufwärts, wobei man links die Nahe und rechts Kleingärten sieht. Nach rund einem Kilometer passiert man das Gelände eines Angelsportvereins. Kurz danach erreicht man bei einem Bahnübergang den Ortseingang von Boos (etwa 14 km ab Norheim, keine Einkehrmöglichkeit). Ich empfehle, den Weinwanderweg dort kurz zu verlassen und über den Bahnübergang in den Ort hinein zu gehen.

Tipp: Man sollte unbedingt den Ortskern von Boos besichtigen!

Nahe: Römische Gewölbe der Villa Rustica in Boos - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Römische Gewölbe der Villa Rustica in Boos

Zu den Sehenswürdigkeiten gehören unter anderem das barocke Fachwerk-Rathaus aus dem 18. Jahrhundert und die Evangelische Kirche. Die Kirche mit dem schiefen Glockenturm geht auf das frühe 12. Jahrhundert zurück. Der Turm ist im Kern romanisch, das gotische Langhaus wurde 1712 barock verändert.

Eine Besonderheit sind Gewölbe eines römischen Gutshofes (Villa Rustica) aus dem 1. bis 5. Jahrhundert n.Chr., auf dessen Fundamenten die Kirche erbaut wurde. Die Gewölbe wurden 1987/88 freigelegt und sind über eine Treppe rechts hinter der Kirche zugänglich.

Booser Au

Nahe: Wanderweg in der Booser Au - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wanderweg in der Booser Au

Anschließend kehrt man über den Bahnübergang zum Weinwanderweg Rhein-Nahe zurück und folgt den gelb-weißen Markierungen an der Bahnstrecke entlang. Nach einem halben Kilometer passiert man den Herrenhof, der an einzelnen Tagen eine Einkehrmöglichkeit bietet.

Danach verläuft der asphaltierte Wirtschaftsweg durch Felder und Wiesen der Booser Au. Nachdem man eine Kläranlage passiert hat, stößt man bei einer Bank unter einem Baum auf einen anderen Asphaltweg, in den man nach rechts einbiegt. Der Weg führt nun wieder an der Nahe entlang und macht wie der Fluss einen weiten Bogen nach links.

Nahe: Wanderweg auf Bayerischer Brücke - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

 Wanderweg auf der Bayerischen Brücke

Bald danach erreicht man die sogenannte Bayerische Brücke, die links die Nahe überbrückt und zu der der Weinwanderweg hinauf führt. Der Name der Brücke stammt aus der Bauzeit der Glantalbahn von 1896/97 bis 1904. Damals lag sie in der Grenzregion zwischen den Königreichen Preußen und Bayern noch auf dem Gebiet der bayerischen Pfalz.

Nach Stilllegung der Eisenbahnstrecke wird die Brücke heute nur noch für Fußgänger und Radfahrer sowie für touristische Draisinenfahrten zwischen Staudernheim und Altenglan genutzt.

Nahe: Blick flussaufwärts auf den Disibodenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Nahe: Blick flussaufwärts auf den Disibodenberg

Wir folgen dann dem Wanderweg über die alte Eisenbahnbrücke und die Nahe. Der Weinwanderweg Rhein-Nahe führt rund 400 Meter an der Bahntrasse entlang und biegt danach nach rechts ab (etwa 17 km ab Norheim).

Klosterruine Disibodenberg

Nahe: Wanderweg am Disibodenbergerhof - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wanderweg am Disibodenbergerhof

Anschließend führt der Weg direkt zum Disibodenbergerhof hinauf (keine Einkehrmöglichkeit!). Die Anlage gehörte bis 1559 zum oberhalb liegenden Kloster Disibodenberg und befindet sich in Privatbesitz. Zu den drei Hofstellen gehören historische Wirtschaftsgebäude aus dem 17. bis 19. Jahrhundert.

Direkt vor der Hofeinfahrt biegt der Wanderweg nach rechts ab. Wenige Meter danach stößt man unmittelbar neben dem Disibodenbergerhof auf einen Parkplatz und die modernen Gebäude des Museums der Klosterruine Disbodenberg. Dort gibt es auch ein kleines Café und Toiletten.

In dem kleinen Museum werden unter anderem kunstvoll verzierte Kapitelle und Schlussteine der einstigen Klostergebäude ausgestellt, die man sich ansehen sollte. Der Besuch von Museum und Klosterruine kostet Eintritt, aber er lohnt sich.

Tipp: Ich empfehle, die Klosterruine Disibodenberg unbedingt zu besuchen!

Nahe: Hildegardiskapelle am Disibodenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Hildegardiskapelle

Vom Museum führt ein von Bäumen gesäumter Weg zur weitläufigen Klosterruine auf dem Disibodenberg hinauf. Auf dem Rundgang durch die Anlage sollte man auch die moderne Hildegardiskapelle von 1997 an der Südostseite des Anhöhe besuchen.

Der Weinwanderweg Rhein-Nahe verläuft dagegen in einem weiten Bogen nördlich und westlich um den Disibodenberg herum.

Das Kloster geht der Überlieferung nach auf den irischen Heiligen Disibod zurück, der im 7. Jahrhundert mit Gefährten auf dem Anhöhe beim Zusammenfluss von Glan und Nahe eine Kapelle errichtet haben soll. (Allerdings gab es dort auch schon in vorchristlicher Zeit ein keltisches Heiligtum.) Nach Disibods Tod soll sein angeblich wundertätiges Grab zur Pilgerstätte gewordern sein.

Auf dem nun nach ihm benannten Berg wurde eine Kirche und später das Kloster errichtet. Seine Blütezeit hatte das Kloster vom 12. bis zum 15. Jahrhundert. Unter anderem lebte dort im 12. Jahrhundert die Geistliche und Gelehrte Hildegard von Bingen (1098 – 1179). Nach der Reformation wurde das Kloster 1559 aufgelöst und diente zeitweilig als Steinbruch.

Staudernheim

Nahe: Blick auf Staudernheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Staudernheim an der Nahe

Nach der Besichtigung der weitläufigen Klosterruine kehrt man zum Weinwanderweg zurück. Zum einen kann wieder zum Klostermuseum gehen. Zum anderen kann man das nicht umzäunte Gelände an der Südseite des Disibodenbergs verlassen und sich dann rechts halten.

So oder so stößt man wieder auf der Weinwanderweg Rhein-Nahe, der kurz danach den Ortsrand von Staudernheim erreicht (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Anschließend folgt man den gelb-weißen Markierungen durch die Odernheimer Straße bis zum Rathaus und dann links durch die Mainzer Straße bis zur Evangelischen Kirche. Auf dem Weg durch den Ort sollte man einige Sehenswürdigkeiten beachten.

Neben dem neugotischen Rathaus von 1900 sind unter anderem die neugotische Evangelische Kirche von 1870 und die spätbarocke Sankt-Johann-Baptist-Kirche von 1770 sehenswert.

Nahe: Alte Nahebrücke von Staudernheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Alte Nahebrücke von Staudernheim

An der Evangelischen Kirche biegt der Wanderweg nach rechts in die Hauptstraße ein und dann wieder nach links in die Schulstraße. Wir verlassen dort aber den Weinwanderweg Rhein-Nahe und folgen geradeaus weiter der Hauptstraße. Bald danach überquert man die fünfbogige Landgrafenbrücke über die Nahe von 1850.

An der zweiten Einmündung hinter der Brücke geht man nach rechts und erreicht dann den Bahnhof von Staudernheim (etwa 20 km ab Norheim), wo diese Wanderung endet. Von dort aus kann man per Regionalbahn (Nahetalbahn) stündlich in Richtung Bingen und Mainz oder Saarbrücken fahren.