Neckarsteig 1: Von Heidelberg nach Neckargemünd

Auf dem Neckarsteig über den Königstuhl nach Neckargemünd

Neckar: Blick auf Altstadt und Schloss von Heidelberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Blick auf Altstadt und Schloss von Heidelberg

Markierungen von Neckarweg und NeckarsteigDiese Wanderung führt auf dem Neckarsteig von Heidelberg über den Königstuhl nach Neckargemünd (etwa 16 km). Sie ist bewusst so angelegt, dass noch genügend Zeit bleibt, um Heidelberg und Neckargemünd zu besichtigen.

Heidelberg

Diese Wanderung beginnt am Hauptbahnhof in Heidelberg, der mit Nah- und Fernverkehrszügen aus allen Richtungen gut erreichbar ist. Vom nördlichen Eingang des Hauptbahnhofs geht man schräg rechts durch die Kurfürsten-Anlage bis zum Adenauerplatz und dann nach links durch die Rohrbacher Straße zum Bismarckplatz. (Wer ungern die etwa eineinhalb Kilometer durch die Stadt läuft, kann auch mit der Straßenbahn vom Hauptbahnhof zum Bismarckplatz fahren.) Ab dort folgt man der Fußgängerzone in der Hauptstraße immer geradeaus bis in die Altstadt.

Tipp: Auf dem Weg durch die Altstadt und zum Schloss von Heidelberg sollte man sich beides unbedingt anschauen!

Zu den Sehenswürdigkeiten in der Altstadt gehören unter anderem die barocke Alte Universität aus dem frühen 18. Jahrhundert und die Alte Neckarbrücke mit dem Brückentor. Das barocke Brückenensemble stammt von 1788 und folgte auf mehrere Vorgängerbauten an dieser Stelle.

Neckar: Haus zum Ritter in Heidelberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Haus zum Ritter

Ebenfalls sehenswert sind die barocke Jesuitenkirche aus dem 18. Jahrhundert und die Heiliggeistkirche aus dem frühen 16. Jahrhundert. An der gotischen Hallenkirche wurden Dach, Turmhaube und Portale später im Barockstil ausgeführt.

Ein besonderes architektonisches Juwel ist das Haus zum Ritter im Renaissance-Stil von 1592. Es ist das einzige Bürgerhaus, das im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch den großen Stadtbrand von 1693 nicht zerstört wurde.

Heidelberger Schloss

Neckar: Blick auf das Heidelberger Schloss - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Heidelberger Schloss

Nachdem man der Hauptstraße gut einen Kilmeter gefolgt ist, gelangt man dann zum Marktplatz von Heidelberg. Kurz danach biegt man am Kornmarkt von der Hauptstraße nach rechts ab (etwa 3 km ab Heidelberg Hauptbahnhof). Anschließend folgt man dem Burgweg und den Beschilderungen zum Heidelberger Schloss hinauf. Von dort hat man eine herrliche Aussicht auf die Altstadt und den Neckar.

Die ehemalige Residenz der Kurfürsten von der Pfalz ist eines der bekanntesten Baudenkmäler in Deutschland. Ursprünglich befand sich seit dem 13. Jahrhundert oberhalb von Heidelberg eine Burg. Diese baute man danach ab dem 15. Jahrhundert zu einem repräsentativen Renaissance-Schloss aus, das aber im 17. Jahrhundert zerstört wurde. Teile der Schlossruine wurden dann Ende des 19. Jahrhunderts restauriert.

Neckar: Friedrichsbau vom Heidelberger Schloss - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Friedrichsbau vom Heidelberger Schloss

Der Zugang zum Schlosshof kostet ein Eintrittsgeld, das sich aber schon allein wegen der prunkvollen Renaissancefassaden von Ruprechtsbau, Friedrichsbau und Ottheinrichsbau lohnt. Eine weitere Attraktion dort ist das große Weinfass von 1751, das 219.000 Liter fassen kann. Man gewinnt aber auch von außen einen guten Eindruck von der imposanten Anlage des Heidelberger Schlosses.

Neckar: Blick auf die Altstadt von Heidelberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Blick vom Schloss auf die Altstadt von Heidelberg

Beim Heidelberger Schloss stößt man auch auf die Markierungen des Neckarwegs mit einem blau-weißen S-Zeichen, denen man ab dort folgt.

Königstuhl

Neckar: Heidelberger Bergbahn an der Station Königstuhl- Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Heidelberger Bergbahn an der Station Königstuhl

Der Wanderweg verläuft oberhalb des Schlosses den Hang hinauf uind führt dann auf dem Molkenkurweg bis zu einem Parkplatz. Dort beginnt die Himmelsleiter – eine Treppe, die mit mehr als 1.200 Stufen zum Gipfel des Königstuhls hinauf führt.

Wer diesen steilen Anstieg vermeiden möchte, kann auch mit den Heidelberger Bergbahnen den Berg hinauf fahren. Talstationen befinden sich am Kornmarkt und wenige Meter gegenüber vom Zugang zum Schlossgelände. Die Fahrt mit den beiden Standseilbahnen dauert samt einem Umstieg in der Station Molkenkur nur wenige Minuten.

Neckar: Blick vom Königstuhl auf Heidelberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick vom Königstuhl auf Heidelberg

Der Königstuhl ist mit 570 Metern der höchste Berg im sogenannten Kleinen Odenwald, der sich südlich des Neckars erstreckt. Vom Aussichtspunkt in der Nähe der Bergstation der Bergbahn hat man einen weiten Ausblick über die Oberrheinebene, Heidelberg und die umliegenden Gipfel des Odenwaldes.

Von dort folgt man den blau-weißen Markierungen des Neckarsteigs eine asphaltierte Straße bergauf. Nach gut 100 Metern biegt der Wanderweg an einer Kreuzung nach rechts in einen Waldweg ein und bald danach nach links ab (etwa 5 km ab Heidelberg). Anschließend passiert man den Eingang zum Märchenparadies auf dem Königstuhl und einen historischen Eisweiher. In dem künstlich angelegten Wasserbecken wurde im Winter das entstandene Eis herausgebrochen, um es dann in Kellern zur Kühlung von Lebensmitteln zu lagern.

Heidelberger Stadtwald

Neckar: Kaltteichhütte am Königstuhl im Heidelberger Stadtwald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Kaltteichhütte

Kurz danach biegt der Wanderweg an einer großen Lichtung nach rechts ab und führt dann auf einem schmalen Waldpfad bergab. Nach knapp 300 Metern gelangt man zur Wegkreuzung an der Kaltteichhütte.

Dort biegt man nach links ab und folgt einem breiten Forstweg. An der nächsten Kreuzung nach rund 500 Metern biegt der Wanderweg dann nach links ab. Wenn man dort geradeaus ginge, käme man auf direktem Weg nach Neckargemünd.

Der Neckarsteig verläuft aber auf den folgenden gut fünf Kilometern nicht auf dem kürzesten Weg dorthin, sondern führt mit verschiedenen Richtungswechseln in einem weiten Bogen durch den Heidelberger Stadtwald. Dies hat offenbar den Zweck, breite Forstwege zu vermeiden und einige „Sehenswürdigkeiten“ im Stadtwald zu passieren.

Neckar: Erlenbrunnen im Heidelberger Stadtwald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Erlenbrunnen im Heidelberger Stadtwald

So biegt der Neckarsteig nach weiteren 500 Metern bei mehreren großen Wegweisersteinen nach rechts in einen schmalen Waldpfad ein. Man befindet sich nun auf dem Eisenlohrweg, der dem Mathematiker und Heidelberger Professor Friedrich Eisenlohr (1831 – 1904) gewidmet ist. An ihn erinnert dort am Weg auch ein Gedenkstein. Nachdem man den Schwabenweg gekreuzt hat, gelangt man dann zum Erlenbrunnen.

Neckar: Schutzhütte am Hohlen Kästenbaum im Heidelberger Stadtwald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Schutzhütte am Hohlen Kästenbaum

Vom Brunnen aus sind es danach nur noch rund 400 Meter bis zur großen Wegkreuzung am Hohlen Kästenbaum. Den hohlen Kastanienbaum gibt es dort nicht mehr, aber neben einer größeren Forstarbeiterhütte steht an der Kreuzung auch eine kleine Schutzhütte.

An der Kreuzung biegt man nach rechts ab und folgt den blau-weißen Markierungen des Neckarsteigs weiter durch den Wald. Nach gut 800 Metern passiert man dann die Jugend-Eiche. Sie wurde 1953 vom Odenwaldklub (OWK) Heidelberg „zum Gedenken an die 1914/18 und 1939/45 gefallenen u. vermissten Jungwanderer“ gepflanzt.

Gemsenstein- und Gemsenberghütte

Neckar: Gemsensteinhütte im Heidelberger Stadtwald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Gemsensteinhütte

Rund 400 Meter nach der Jugend-Eiche biegt der Wanderweg dann nach links ab (etwa 9 km ab Heidelberg). Man hat dort die andere Seite des Höhenzugs erreicht und wandert nun auf einem schmalen Serpentinenpfad wieder ins Neckartal hinab.

Nach weiteren rund 400 Metern passiert man direkt nach einer Linkskehre die Gemsensteinhütte. Die Sicht von der Aussichtsplattform dort ist jedoch weitgehend zugewachsen.

Neckar: Winterhöhle im Heidelberger Stadtwald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Winterhöhle im Heidelberger Stadtwald

Anschließend kreuzt man in einer Spitzkehre nach rechts einen breiten Forstweg und erreicht nach einer weiteren Spitzkehre nach links den Winterhöhlenweg. In diesen biegt man scharf nach rechts ein und folgt ihm dann rund 600 Meter bis zur sogenannten Winterhöhle.

Auf diesem Wegabschnitt kann man links durch die Bäume bereits Neckargemünd sehen – das Ziel dieser Wanderung. Die „Höhle“ ist allerdings nur ein niedriger Unterstand unter einem Felsen rechts direkt am Weg.

Neckar: Blick auf Neckargemünd - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Blick auf Neckargemünd

Neckar: Gemsenberghütte im Heidelberger Stadtwald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Gemsenberghütte

Bereits wenige Meter vor der Winterhöhle biegt der Neckarsteg scharf nach links vom breiten Winterhöhlenweg in einen schmalen Serpentinenpfad ein.

Man geht durch den Wald bergab und gelangt dann nach rund 400 Metern auf einen Forstweg und zur Gemsenberghütte. Auch dort ist die Sicht von der Aussichtsplattform leider ziemlich zugewachsen.

Neckar: Blick auf Neckargemünd - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Neckargemünd

Danach folgt man den blau-weißen Markierungen des Neckarsteigs einen Waldweg weiter bergab.

Nach rund 400 Metern sieht man dann links am Weg eine Bank an einem weiteren zugewachsenen Aussichtspunkt. Bei freier Sicht hätte man von dort aus einen schönen Ausblick ins Neckartal und auf Neckargemünd.

Tipp: Kurz danach biegt nach links ein kleiner Weg ab, von dem aus man einen besseren Blick hat.

Neckarriedkopfhütte

Neckar: Neckarsteig-Steg am Kümmelbach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Steg am Kümmelbach

Anschließend folgt man weiter dem Wanderweg bergab, auf dem man nach gut 300 Metern bei einer großen Eiche den Alten Linsenteichweg kreuzt. Nach weiteren 300 Metern quert man dann auf einem Steg den Kümmelbach (etwa 12 km ab Heidelberg).

Nachdem man den Bach überquert hat, wandert man auf einem schmalen Waldpfad wieder bergauf. Dabei kreuzt man drei breitere Wege, bis man dann nach rund 500 Metern in den vierten nach rechts einbiegt.

Neckar: Neckarriedkopfhütte bei Neckargemünd - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckarriedkopfhütte

Man folgt dem geschotterten Forstweg bis man nach rund 100 Metern die große Wegkreuzung am Melacpass erreicht. An der Kreuzung biegt man nach links ab und folgt dann den blau-weißen Markierungen des Neckarsteigs auf einem breiten Forstweg weiter bergauf. Bald danach gelangt man von der Westseite aus zu einem Sendemast und zur Neckarriedkopfhütte (gut 13 km ab Heidelberg, Einkehrmöglichkeit). Dort werden an manchen Tagen kleinere Speisen angeboten und Getränke ausgeschenkt.

Der Neckarriedkopf ist bewaldet, aber zumindest nach Osten hat man einen schönen Blick auf die Bergfeste und Burgruine Dilsberg. Sie ist ein Zwischenziel der nächsten Etappe auf dem Neckarsteig, die von Neckargemünd nach Necharsteinach verläuft (etwa 9 km).

Neckar: Blick auf Bergfeste und Burgruine Dilsberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Blick auf die Bergfeste und Burgruine Dilsberg

Anschließend führt der Wanderweg auf der Ostseite des Neckarriedkopfs wieder bergab. Dabei kreuzt der Serpentinenpfad auch einige andere Wege, bevor man nach knapp einem Kilometer zu einer größeren Kreuzung von mehreren Forstwegen gelangt. Dort macht der Neckarsteig eine letzte Spitzkehre nach links und erreicht dann am Waldrand den Friedhof von Neckargemünd.

Neckargemünd

Neckar: Blick vom Elsenzsteg bei der Mühlgasse in Neckargemünd - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Die Elsenz bei Neckargemünd

Man geht nach rechts einige Treppen hinunter, passiert den Haupteingang des Friedhofs und unterquert danach die Trasse der Elsenztalbahn. Nun hat man eine große Straßenkreuzung am Ortsrand von Neckargemünd erreicht (rund 15 km ab Heidelberg, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Anschließend folgt man den blau-weißen Markierungen des Neckarsteigs quer über die Kreuzung und geht nach links am Baumarkt vorbei. Hinter dem Baumarkt unterquert man die Trasse der Neckartalbahn und biegt dann an einer Treppe nach rechts ab. Danach überquert man auf einer schmalen Fußgängerbrücke die Elsenz und biegt erneut nach rechts ab.

Neckar: Karlstor in Neckargemünd - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Karlstor in Neckargemünd

Dann unterquert man erneut die Trasse der Neckartalbahn und eine Straße. Direkt danach biegt man nach links in einen schmalen Weg mit Treppen ein und folgt ihm ein kurzes Stück hinauf.

Anschließend trifft man auf die Straße „Am Mühlrain“,  der man nach links bis zum Karlstor von Neckargemünd folgt. Die frühklassizistische Toranlage wurde dort 1788 anstelle des mittelalterlichen Obertors zu Ehren des Kurfürsten von der Pfalz, Karl Theodor (1724 – 1799), errichtet.

Wenn man am Karlstor weiter dem Neckarsteig folgt, gelangt man nach 200 Metern zum Bahnhof Neckargemünd Altstadt, wo diese Wanderung endet (etwa 16 km ab Heidelberg). Von dort aus kann man per S-Bahn (Neckartalbahn) halbstündlich in die Richtungen Heidelberg sowie Mosbach und Heilbronn fahren. Vorher sollte man sich aber unbedingt noch die Zeit nehmen, um den Ort zu besichtigen.

Tipp: Ich empfehle, durch das Karlstor in die Altstadt von Neckargemünd zu gehen.

Neckar: Sankt-Ulrichs-Kirche in Neckargemünd - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Ulrichs-Kirche in Neckargemünd

Zu den Sehenswürdigkeiten von Neckargemünd gehört unter anderem das Alte Rathaus an der Hauptstraße. Das Bauwerk wurde ursprünglich 1770/71 im klassizistischen Stil als Kirche errichtet, dann aber 1821 zum Rathaus umgebaut.

Ebenfalls sehenswert sind die neuromanische Sankt-Johannes-Nepomuk-Kirche von 1896 am Marktplatz und die spätgotische Sankt-Ulrichs-Kirche. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil erweitert und umgebaut.

Burgruine Reichenstein

Neckar: Burgruine Reichenstein in Neckargemünd - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Burgruine Reichenstein

Wer Lust und Zeit hat, sollte außerdem noch die Überreste der Burgruine Reichenstein südlich der Altstadt besichtigen. Die Burg stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert, verlor aber rasch an Bedeutung und verfiel schon im 15. Jahrhundert.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Burganlage in einen Park mit Terrassen umgewandelt. Von der obersten Terrasse aus hat man eine schöne Aussicht ins Neckartal und auf die Bergfeste und Burgruine Dilsberg.

Neckar: Blick auf Neckargemünd - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Blick auf Neckargemünd