Neckarweg 2: Von Ladenburg nach Heidelberg

Auf dem Neckarweg über Schwabenheimer Hof zum Heidelberger Schloss

Neckar: Blick auf Ladenburg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Blick auf Ladenburg

Markierungen von Neckarweg und NeckarsteigDiese Wanderung führt auf dem Neckarweg von Ladenburg über Schwabenheimer Hof nach Heidelberg (etwa 11 km). Sie ist bewusst so angelegt, dass noch genügend Zeit bleibt, um Ladenburg und Heidelberg zu besichtigen. Wer mag, kann auch schon von Mannheim, Neuostheim oder Seckenheim nach Ladenburg wandern, was die Wanderung um etwa 13, 8 oder 5 km verlängert.

Ladenburg

Diese Wanderung beginnt am Bahnhof von Ladenburg, der per Regionalbahn (Main-Neckar-Bahn) aus den Richtungen Mannheim oder Heidelberg sowie Darmstadt und Frankfurt stündlich erreichbar ist.

Neckar: Hexenturm und Martinstor in Ladenburg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Hexenturm und Martinstor in Ladenburg

Tipp: Vor der Wanderung sollte man unbedingt noch Ladenburg anschauen.

Von der mittelalterlichen Stadtmauer aus der Zeit um 1200 sind noch große Teile erhalten, wie der Hexenturm und das Martinstor.

Vom Marktplatz mit Fachwerkhäusern und der Mariensäule ist es nicht weit zur katholischen Sankt-Gallus-Kirche von Ladenburg. Die gotischen Kirche wurde zwischen 1250 und 1485 erbaut. Ebenfalls sehenswert sind die Sebastianskapelle mit karolingischen, romanischen und barocken Einflüssen sowie die evangelische Stadtkirche im Stiel der Neugotik von 1878.

Wer Zeit hat, kann auch das Automuseum Dr. Carl Benz im historischen Fabrikgebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert besuchen oder das Lobdengau-Museum im früheren Wormser Bischofshof. Dieser geht auf das 13. Jahrhundert zurück, wurde aber im 16. Jahrhundert im Stil der Spätrenaissance umgebaut und erweitert.

Naturschutzgebiet Neckaraue

Neckar: Neckarufer am Ladenburger Strand - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckarufer am Ladenburger Strand

Nach dem Bummel durch Ladenburg geht man zum Neckarufer, wo man dann auf die Markierungen des Neckarwegs mit einem blau-weißen S-Zeichen trifft. Anschließend folgt man dem asphaltieren Fuß- und Radweg flussaufwärts.

In der Nähe des Wasserturms von Ladenburg gibt es beim Schiffsanleger eine Aussichtsplattform, von der man einen schönen Blick auf den Neckar hat. Danach wandert man durch eine Grünanlage, wobei man nacheinander die Festwiese, den Ladenburger Strand, die Neckarwiese und die Fährwiese passiert.

Neckar: Blick auf Fähre nach Neckarhausen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf die Fähre und Neckarhausen

Auf dem gesamten Weg kann man rechts am gegenüber liegenden Flussufer Neckarhausen und den markanten Turm der Sankt-Michael-Kirche sehen. Nach der Fährwiese gelangt man dann zur Neckarfähre zwischen Ladenburg und Neckarhausen. Die Kettenfähre fährt mit Motorkraft an einer Kette über den Fluss und kann neben Fußgängern und Radfahrern auch Autos transportieren.

Anschließend passiert der blau-weiß markierte Neckarweg das Freibad von Ladenburg und einige Gärten. Der asphaltieren Fuß- und Radweg führt dann zwischen Feldern und dem baumbestandenen Neckarufer weiter flussaufwärts. Bald danach erreicht man den Bereich des Naturschutzgebiets Neckaraue zwischen Botzheimer Wasen und Obere Wörth, mit einer Aussichtsplattform und Informationstafel (etwa 2 km ab Ladenburg).

Neckar: Bank beim Naturschutzgebiet Neckaraue - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Bank beim Naturschutzgebiet Neckaraue

Es ist ein Teilgebiet von insgesamt sechs Naturschutzgebieten am Unteren Neckar. Das mit rund sechs Hektar kleinste dieser Schutzgebiete umfasst eine Flussaue mit einer vor dem Ufer liegenden Kiesinsel und einem Flachwasser dazwischen. Es ist Lebensraum für seltene Pflanzen- und Tierarten sowie ein wichtiges Brut- und Rastgebiet für seltene Vogelarten wie Fitis und Neuntöter.

Schwabenheimer Hof

Neckar: Blick auf Edingen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Edingen

Nachdem man das Naturschutzgebiet Neckaraue passiert hat, verläuft der asphaltiere Fuß- und Radweg dann durch Wiesen und Felder. Rechts auf der anderen Seite des Neckars kann man Edingen und den markanten Turm der klassizistischen Evangelische Kirche sehen. Das auffälligste Bauwerk in Edingen ist jedoch das Hochsilo einer Mälzerei direkt neben der Kirche.

Links voraus kann man schon die ersten Häuser des Weilers Schwabenheimer Hof erkennen, der ein Ortsteil von Dossenheim ist. Bald danach erreicht man beim Gasthaus „Zum Anker“ die Uferseite von Schwabenheimer Hof (etwa 4 km ab Ladenburg, Einkehrmöglichkeit).

Tipp: Man sollte noch auf der Ortsstraße bis zur Sankt-Katharina-Kapelle gehen.

Die kleine Kapelle im Ortskern von Schwabenheimer Hof wurde 1726 vom Kloster Neuburg bei Heidelberg gestiftet. Man beachte den Treppengiebel und das Sonnensymbol mit dem Christusmonogramm IHS.

Schleuse und Neckarkanal Schwabenheim

Neckar: Schleuse Schwabenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Schleuse Schwabenheim

Anschließend kehrt man zum asphaltieren Fuß- und Radweg am Neckarufer zurück und folgt den blau-weißen Markierungen des Neckarwegs weiter flussaufwärts. Bald danach kann man rechts im Fluss die Schleuse Schwabenheim sehen, die von 1927 stammt. Dort mündet der Neckar(-seiten-)kanal Schwabenheim in den eigentlichen Flusslauf.

Der Neckarkanal Schwabenheim wurde in den 1920er Jahren für den Schiffsverkehr geschaffen und ist fünf Kilometer lang. Er erstreckt sich an der rechten Neckarseite zwischen Schwabenheimer Hof und dem Stauwehr Wieblingen bei Heidelberg.

Neckar: Neckarweg am Neckarkanal Schwabenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckarweg am Neckarkanal Schwabenheim

Der Neckarweg folgt dem Neckar(-seiten-)kanal über die gesamte Länge. Er führt an der Schleuse und am Wasserkraftwerk Schwabenheim vorbei und verläuft dann direkt am Neckar(-seiten-)kanal entlang. Hinter der Schleuse wechselt der Wanderweg vom asphaltierten Fuß- und Radweg auf einen angenehmeren Fußweg. Kurz danach unterquert der Weg die Neckarbrücke der Autobahn A 5.

Anschließend erreicht man die Stadtgrenze von Heidelberg und wandert man immer direkt am Kanalufer entlang. Dabei passiert man nacheinander unter anderem eine Kläranlage, ein Verlagsgebäude, ein Freibad und mehrere Sportplätze sowie die Jugendherberge und den Zoo von Heidelberg.

Stauwehr Wieblingen

Neckar: Stauwehr Wieblingen bei Heidelberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Stauwehr Wieblingen bei Heidelberg

Vier Kilometer nach der Autobahnbrücke erreicht man dann das Stauwehr Wieblingen im Neckar, das von 1925 stammt (gut 9 km ab Ladenburg).

Tipp: Ich empfehle, noch einige Meter auf das Wehr zu gehen.

Vom öffentlich zugänglichen Wehrsteg aus kann man gut sehen, wie der Neckar(-seiten-)kanal Schwabenheim dort rechts vom eigentlichen Flusslauf abzweigt. Das Flussbett links gehört zum Naturschutzgebiet Altneckar Heidelberg-Wieblingen. Es ist ein Teilgebiet von insgesamt sechs Naturschutzgebieten am Unteren Neckar.

Neckar: Blick vom Stauwehr Wieblingen neckarabwärts - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick vom Stauwehr Wieblingen neckarabwärts

Das rund 45 Hektar große Schutzgebiet umfasst einen naturnahen Neckarabschnitt und eine Flussaue mit Kies- und Sandbänken. Es ist Lebensraum für bedrohte Pflanzen- und Tierarten sowie ein wichtiges Brut- und Rastgebiet für seltene Vogelarten wie Pirol und Nachtigall.

Wer mag, kann schon auf dem Wehrsteg über den Neckar und dann zum Heidelberger Hauptbahnhof gehen. Einfacher zu finden in der Weg allerdings, wenn man noch ein Stück flussaufwärts bis zur nächsten Ernst-Walz-Brücke geht und erst dort den Neckar überquert. Danach folgt man einfach geradeaus der Mittermaierstraße.

Heidelberg

Sie führt direkt auf den Hauptbahnhof von Heidelberg zu, wo diese Wanderung endet (etwa 11 km ab Ladenburg, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). Von dort aus kann man mit Nah- und Fernverkehrszügen in alle Richtungen fahren. Man sollte sich aber unbedingt noch die Zeit nehmen, um Heidelberg zu besichtigen.

Tipp: Die Altstadt und das Schloss von Heidelberg sind besonders sehenswert!

Neckar: Blick auf Altstadt und Schloss von Heidelberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Blick auf Altstadt und Schloss von Heidelberg

Zu den Sehenswürdigkeiten in der Altstadt gehören unter anderem die barocke Alte Universität aus dem frühen 18. Jahrhundert und die Alte Neckarbrücke mit dem Brückentor. Das barocke Brückenensemble stammt von 1788 und folgte auf mehrere Vorgängerbauten an dieser Stelle.

Neckar: Haus zum Ritter in Heidelberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Haus zum Ritter

Ebenfalls sehenswert sind die barocke Jesuitenkirche aus dem 18. Jahrhundert und die Heiliggeistkirche aus dem frühen 16. Jahrhundert. An der gotischen Hallenkirche wurden Dach, Turmhaube und Portale später im Barockstil ausgeführt.

Ein besonderes architektonisches Juwel ist das Haus zum Ritter im Renaissance-Stil von 1592. Es ist das einzige Bürgerhaus, das im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch den großen Stadtbrand von 1693 nicht zerstört wurde.

Heidelberger Schloss

Neckar: Blick auf das Heidelberger Schloss - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Heidelberger Schloss

Wer Lust und Zeit hat, sollte auch unbedingt noch zum Heidelberger Schloss hinauf gehen. Von dort hat man eine herrliche Aussicht auf die Altstadt und den Neckar. Die ehemalige Residenz der Kurfürsten von der Pfalz ist eines der bekanntesten Baudenkmäler in Deutschland.

Ursprünglich befand sich seit dem 13. Jahrhundert oberhalb von Heidelberg eine Burg. Diese baute man danach ab dem 15. Jahrhundert zu einem repräsentativen Renaissance-Schloss aus, das aber im 17. Jahrhundert zerstört wurde. Teile der Schlossruine wurden dann Ende des 19. Jahrhunderts restauriert.

Neckar: Friedrichsbau vom Heidelberger Schloss - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Friedrichsbau vom Heidelberger Schloss

Der Zugang zum Schlosshof kostet ein Eintrittsgeld, das sich aber schon allein wegen der prunkvollen Renaissancefassaden von Ruprechtsbau, Friedrichsbau und Ottheinrichsbau lohnt. Eine weitere Attraktion dort ist das große Weinfass von 1751, das 219.000 Liter fassen kann. Man gewinnt aber auch von außen einen guten Eindruck von der imposanten Anlage des Heidelberger Schlosses.

Neckar: Blick auf die Altstadt von Heidelberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Blick vom Schloss auf die Altstadt von Heidelberg