Neckarweg 1: Von Mannheim nach Ladenburg

Auf dem Neckarweg über Seckenheim nach Ladenburg

Neckar: Wasserturm am Friedrichsplatz in Mannheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Wasserturm am Friedrichsplatz in Mannheim

Markierungen von Neckarweg und NeckarsteigDiese Wanderung führt auf dem Neckarweg von Mannheim über Seckenheim, die Altneckarschleife und Neckarplatten nach Ladenburg (etwa 13 km). Sie ist bewusst so angelegt, dass noch genügend Zeit bleibt, um Seckenheim und Ladenburg zu besichtigen. Wer mag, kann auch mit der Straßenbahn bis Neuostheim oder Seckenheim fahren und erst dort loswandern (etwa 8 oder 5 km). Außerdem kann man direkt von Ladenburg nach Heidelberg weiter wandern (etwa 11 km).

Mannheim

Diese Wanderung beginnt am Hauptbahnhof in Mannheim, der mit Nah- und Fernverkehrszügen aus allen Richtungen gut erreichbar ist. Vom nördlichen Eingang des Hauptbahnhofs geht man geradeaus über den Willy-Brandt-Platz und den Kaiserring bis zum Friedrichsplatz. Dort sieht man rechter Hand das Wahrzeichen der Stadt – den Mannheimer Wasserturm von 1889. Er hat eine Höhe von 60 Metern, einen Durchmesser von 19 Metern und kann rund zwei Millionen Liter Wasser speichern.

Tipp: Wer Zeit hat, sollte sich noch die historische Innenstadt von Mannheim ansehen.

Sie ist als „Quadratestadt“ bekannt, weil ihre Straßen gitterförmig angelegt wurden. Sehenswert sind unter anderem das barocke Mannheimer Schloss von 1760 sowie der barocke Doppelbau am Marktplatz von Altem Rathaus und Sankt-Sebastian-Kirche vom Anfang des 18. Jahrhunderts.

Luisenpark und Fernmeldeturm

Neckar: Blick vom Luisenpark auf den Fernmeldeturm Mannheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Luisenpark in Mannheim

Am Friedrichsplatz umrundet man den Wasserturm und geht dann über den Rosengartenplatz und die Berliner Straße geradeaus bis zum Osteingang des Luisenparks. Anschließend durchquert man den etwa zehn Hektar großen Unteren Luisenpark, indem man sich am besten am weit sichtbaren Fernmeldeturm orientiert.

Schließlich erreicht man den Sportplatz im unteren Parkteil und den Durchgang zum Oberen Luisenpark (etwa 2 km ab Mannheim Hauptbahnhof). Der Zugang zum oberen Parkteil kostet Eintritt, weshalb diese Wanderung nicht dort hinein führt. Stattdessen umrundet man den Park, sodass man über die Straße am Neckarufer zum Fernmeldeturm Mannheim gelangt.

Neckar: Fernmeldeturm Mannheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Fernmeldeturm

Der Turm wurde 1975 fertiggestellt und hat eine Höhe von 218 Metern. In gut 120 Metern Höhe befinden sich eine Aussichtsplattform und ein Restaurant. Wer Lust hat, kann gegen ein Eintrittsgeld mit dem Aufzug nach oben fahren und von dort den Ausblick auf Mannheim und den unteren Neckar genießen.

Danach geht man zur Straßenbahnhaltestelle beim Fernmeldeturm und überquert die Gleise. Auf der anderen, dem Neckar zugewandten Seite der Straßenbahntrasse trifft man dann auf die Markierungen des Neckarwegs mit einem blau-weißen S-Zeichen. Auf der anderen Flussseite mündet der Neckar(-seiten-)kanal Feudenheim in den eigentlichen Flusslauf.

Neuostheim und Flugplatz

Neckar: Neckarwiesen an der Riedbahnbrücke Ost - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckarwiesen an der Riedbahnbrücke Ost

Der Wanderweg verläuft dort auf einem asphaltierten Fuß- und Radweg – neben dem Neckarweg nutzt auch der Neckarradweg die Trasse. Vorsicht! Um Kollisionen mit Radfahrern vorzubeugen, sollte man bis Neckarplatten auf dem Weg möglichst weit rechts gehen! Eine andere Möglichkeit ist, den Fuß- und Radweg zu verlassen und links davon durch die Flusswiesen am Neckarufer entlangzugehen. Dies ist normalerweise für die nächsten zweieinhalb Kilometer bis kurz nach der Carlo-Schmid-Brücke möglich.

Zuerst unterquert man aber die Riedbahnbrücke Ost aus Stahlfachwerk und einen parallel dazu verlaufenden Fußgängersteg aus Beton. Direkt danach kann man rechts die ersten Häuser des Mannheimer Stadtteils Neuostheim sehen. Wenn man auf dem von Pappeln gesäumten Fuß- und Radweg geblieben ist, passiert man auf der Höhe der Holbeinstraße eine Straßenbahnhaltestelle.

Neuostheim wurde ab 1900 zuerst als reines Villenviertel planmäßig neu angelegt. Aus dieser Zeit stammen auch die Villen auf der anderen Seite der Straßenbahntrasse. Wer mag, kann an der Haltestelle noch die wenigen Meter durch die Holbeinstraße zur Sankt-Pius-Kirche gehen. Die Kirche von 1956 mit ihrem freistehenden, 33 Meter hohen Glockenturm ist ein Beispiel für moderne Sakralarchitektur und ein Wahrzeichen von Neuostheim.

Neckar: Altes Flugplatz-Terminal bei Neuostheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Altes Flugplatz-Terminal

Anschließend kehrt man zum Fuß- und Radweg zurück und folgt ihm weiter neckaraufwärts. Nach rund 800 Metern erreicht man dann die nächste Straßenbahnhaltestelle samt einer großen Wendeanlage. Rechts befindet sich das Gelände vom Flugplatz Mannheim City, dessen alter Terminal samt Tower inzwischen ein Restaurant beherbergt. Der Flugplatz Mannheim wurde 1926 eröffnet und wird bis heute für Linienflüge und Sportluftfahrt genutzt.

Naturschutzgebiet Wörthel

Danach folgt man den blau-weißen Markierungen des Neckarwegs unter der Carlo-Schmid-Brücke hindurch (etwa 5 km ab Mannheim), die nach dem Juristen und Politiker Carlo Schmid (1896 – 1979) benannt ist. Man beachte oben an der Brücke die vier Anschluss-Segmente für geplante Auf- und Abfahrten, die zwar baulich vorbereitet, dann aber nicht verwirklicht wurden.

Neckar: Neckarweg beim Naturschutzgebiet Wörthel - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckarweg beim Naturschutzgebiet Wörthel

Nachdem man die Carlo-Schmid-Brücke unterquert hat, führt der asphaltierte Fuß- und Radweg zunächst rund 500 Meter über ein offenes Wiesengelände und dann durch ein schmales Uferwäldchen.

Dort hat man den Bereich des Naturschutzgebiets Wörthel erreicht. Es ist ein Teilgebiet von insgesamt sechs Naturschutzgebieten am Unteren Neckar. Das rund 21 Hektar große Wörthel umfasst einen naturnahen Neckarabschnitt und eine Flussaue mit Kies- und Sandbänken. Es ist Lebensraum für bedrohte Pflanzen- und Tierarten sowie ein wichtiges Brut- und Rastgebiet für seltene Vogelarten wie Eisvögel und Uferschwalben.

Neckar: Blick ins Naturschutzgebiet Wörthel - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Blick ins Naturschutzgebiet Wörthel

Nach dem Naturschutzgebiet unterquert der Neckarweg die Neckarbrücke der Autobahn A 61. Direkt dahinter biegt er nach links ab und kurz danach wieder nach rechts. Wer den asphaltierten Fuß- und Radweg vermeiden möchte, kann dort noch ein Stück geradeaus und dann durch die Flusswiesen am Neckarufer entlang gehen. Dies ist normalerweise für die nächsten zwei Kilometer bis Seckenheim möglich.

Seckenheim

Wer auf dem Fuß- und Radweg bleibt, wandert weitgehend geradeaus durch Wiesen und Felder auf Seckenheim zu. Nach knapp einem Kilometer passiert man die nach rechts abzweigende Zufahrt zur Bezirkssportanlage Seckenheim.

Neckar: Blick auf Ilvesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Ilvesheim

Anschließend führt der Weg in einem weiten Rechtsbogen weiter an den Mannheimer Stadtteil Seckenheim heran. Er bleibt dabei aber auf der Flussseite des alten Neckardeichs. Links über Neckarwiesen und den Fluss hinweg kann man Ilvesheim mit dem markanten Turm der Sankt-Peter-Kirche von 1790 sehen.

Etwa 150 Meter vor der Neckarbrücke von Ilvesheim und Seckenheim stößt man dann rechts auf die Kehler Straße. Ich empfehle, dort den Neckarweg vorübergehend zu verlassen und nach Seckenheim hinein zu gehen (gut 8 km ab Mannheim, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Neckar: Altes Rathaus von Seckenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Altes Rathaus von Seckenheim

Tipp: Man sollte unbedingt einen Bummel durch Seckenheim machen.

Über die Kehler Straße gelangt man zum barocken Alten Rathaus von 1718 in der Seckenheimer Hauptstraße. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das spätbarocke Schloss von 1768, die neugotische Erlöserkirche von 1869 und die neobarocke Sankt-Aegidius-Kirche von 1906.

(Wer die Wanderung schon in Seckenheim beenden möchte (gut 8 km ab Mannheim), kann von dort mit der Straßenbahn nach Mannheim zurückfahren.)

Anschließend kehrt man zum blau-weiß markierten Neckarweg auf dem asphaltierten Fuß- und Radweg zurück. Hinter der Neckarbrücke führt der Uferweg direkt unterhalb von der Sankt-Aegidius-Kirche und des ehemaligen Schlosses von Seckenheim vorbei.

Neckar: Blick auf Seckenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Blick auf Seckenheim

Wer mag kann noch zur Gartenterrasse des Schlosses hinauf gehen, das unter anderem eine Gaststätte beherbergt. Das Gebäude wurde aber durch Anbauten aus dem 19. Jahrhundert stark verändert.

Naturschutzgebiet Altneckarschleife Neckarplatten

Neckar: Blick ins Naturschutzgebiet Altneckarschleife Neckarplatten - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick ins Naturschutzgebiet Altneckarschleife Neckarplatten

Nachdem man Schloss Seckenheim passiert hat, machen der Neckar und der Wanderweg eine weite Kehre nach links. Dort hat man den Bereich des Naturschutzgebiets Altneckarschleife Neckarplatten erreicht. Es ist ein Teilgebiet von insgesamt sechs Naturschutzgebieten am Unteren Neckar. Das rund 85 Hektar große Schutzgebiet umfasst die einzige noch erhaltene Flussschleife am Unteren Neckar mit Kies- und Sandbänken sowie Flussauen und -wiesen. Es ist Lebensraum für seltene Pflanzen- und Tierarten sowie ein wichtiges Brut- und Rastgebiet für seltene Vogelarten wie Flussregenpfeifer und Grauammern.

Links auf der anderen Flussseite kann weiterhin Ilvesheim und den markanten Turm der Sankt-Peter-Kirche sehen. Die Neckarschleife ist ein Überbleibsel des alten Neckars, nachdem man in den 1920er Jahren nördlich von Ilvesheim für den Schiffsverkehr den fast acht Kilometer langen Neckar(-seiten-)kanal Feudenheim geschaffen hatte.

Neckar: Neckarweg am Naturschutzgebiet Altneckarschleife Neckarplatten - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckarweg am Naturschutzgebiet Altneckarschleife Neckarplatten

Nachdem man gut einen halben Kilometer zwischen Fluss und Felder gewandert ist, erreicht man den Weiler Neckarplatten, der zu Ilvesheim gehört. Der Neckarweg verlässt dort den asphaltierten Fuß- und Radweg und folgt nach links einem Sandweg auf dem Neckardeich. Man lässt die wenigen Häuser von Neckarplatten rechts liegen und wandert dann durch offene Wiesen und Felder. Links die Flusswiesen gehören noch zum Naturschutzgebiet Altneckarschleife Neckarplatten. Rechts über die Felder hinweg kann man in der Ferne schon Ladenburg erkennen – das Ziel dieser Wanderung.

Stauwehr und Neckarbrücke Ladenburg

Neckar: Neckar-Stauwehr Ladenburg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar-Stauwehr Ladenburg

Bald danach machen der Neckar und der Wanderweg auf dem Deich einen weiten Bogen nach rechts. Rechter Hand liegt versteckt hinter Bäumen eine Kläranlage. Linker Hand kann man im Neckar das Stauwehr Ladenburg sehen, das von 1927 stammt (etwa 11 km ab Mannheim). Dort zweigt auf der gegenüber liegenden Flussseite der Neckar(-seiten-)kanal Feudenheim vom eigentlichen Flusslauf ab.

Anschließend folgt man den blau-weißen Markierungen des Neckarwegs auf dem Deich weiter flussaufwärts. Kurz danach passiert man die südliche Rampe einer geplanten neuen Neckarbrücke zwischen Neckarhausen und Ladenburg, die bis 2025 fertig sein soll.

Neckar: Neckarweg bei Neckarhausen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckarweg bei Neckarhausen

Links ersteckt sich immer noch das Naturschutzgebiet Altneckarschleife Neckarplatten. Rechts passiert man einen Kleingärtnerverein, einen Hundesportverein und eine Anlage des katholischen Sportverbands Deutsche Jugendkraft (DJK) Neckarhausen. Bald danach erreicht man die ersten Gebäude von Neckarhausen – einem Ortsteil von Edingen-Neckarhausen (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Man wandert auf dem Neckardeich an Wohnhäusern mit Gärten entlang und erreicht dann die Neckarbrücke Ladenburg. Vor der steinerne Eisenbahnbrücke der Main-Neckar-Bahn von 1848 biegt der Neckarweg nach rechts ab und führt zum südlichen Brückenkopf. Dort verläuft der Wanderweg in einer Linkswende zuerst an einer Straße unter der Bahntrasse hindurch und dann auf einem Fuß- und Radweg zur Brücke hinauf.

Ladenburg

Neckar: Blick auf Ladenburg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Ladenburg

Anschließend überquert man auf dem Weg neben den Gleisen die Eisenbahnbrücke. Von dort hat man einen schönen Blick auf Ladenburg, das man auf der anderen Flussseite erreicht (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Nach der Brücke biegt man an der ersten Möglichkeit nach links ab und folgt dann der Straße „Am Bahnhof“ geradeaus. Kurz danach erreicht man den Bahnhof von Ladenburg, wo diese Wanderung endet (etwa 13 km ab Mannheim). Von dort aus kann man per Regionalbahn (Main-Neckar-Bahn) stündlich in die Richtungen Mannheim oder Heidelberg sowie Darmstadt und Frankfurt fahren.

Tipp: Ich empfehle aber, vor der Abreise noch Ladenburg zu besichtigen

Neckar: Hexenturm und Martinstor in Ladenburg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Hexenturm und Martinstor

Von der mittelalterlichen Stadtmauer aus der Zeit um 1200 sind noch große Teile erhalten, wie der Hexenturm und das Martinstor.

Vom Marktplatz mit Fachwerkhäusern und der Mariensäule ist es nicht weit zur katholischen Sankt-Gallus-Kirche von Ladenburg. Die gotischen Kirche wurde zwischen 1250 und 1485 erbaut. Ebenfalls sehenswert sind die Sebastianskapelle mit karolingischen, romanischen und barocken Einflüssen sowie die evangelische Stadtkirche im Stil der Neugotik von 1878.

Wer Zeit hat, kann auch das Automuseum Dr. Carl Benz im historischen Fabrikgebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert besuchen oder das Lobdengau-Museum im früheren Wormser Bischofshof. Dieser geht auf das 13. Jahrhundert zurück, wurde aber im 16. Jahrhundert im Stil der Spätrenaissance umgebaut und erweitert.

Neckar: Blick auf Ladenburg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Blick auf Ladenburg