Neckarsteig 3: Von Neckarsteinach nach Hirschhorn

Auf dem Neckarsteig über den Goetheblick zur Burg Hirschhorn

Neckar: Blick auf Neckarsteinach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Blick auf Neckarsteinach

Markierungen von Neckarweg und NeckarsteigDiese Wanderung führt auf dem Neckarsteig von Neckarsteinach über den Goetheblick, das Rote Bild und das Freischärlergrab nach Hirschhorn (etwa 17 km). Es bleibt auch noch Zeit, um Neckarsteinach mit seinen Burgen und Hirschhorn zu besichtigen.

Neckarsteinach

Diese Wanderung beginnt am Bahnhof von Neckarsteinach, der per S-Bahn (Neckartalbahn) halbstündlich aus den Richtungen Mannheim und Heidelberg sowie Heilbronn und Mosbach erreichbar ist. Vom Bahnhof aus folgt man am besten dem markierten Zuweg rund 150 Meter zum Neckarufer. Spätestens dort findet man die Markierungen des Neckarsteigs mit einem blau-weißen N-Zeichen, denen man flussabwärts folgt.

Tipp: Vor Beginn der Wanderung sollte man unbedingt noch einen Bummel durch Neckarsteinach machen.

Hierzu folgt man einfach vom Uferweg einem der Sträßchen zur Altstadt hinauf. Zu den Sehenswürdigkeiten von Neckarsteinach gehören unter anderem das Alte Amtshaus von 1587 und das klassizistische Rathaus von 1837. Ansehen sollte man sich auch die spätgotische Evangelische Kirche aus dem 15. Jahrhundert und die gegenüberliegende neobarocke Herz-Jesu-Kirche von 1908.

Neckarsteinacher Burgen

Neckar: Vorder- und Mittelburg von Neckarsteinach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Vorder- und Mittelburg

Sehenswert sind außerdem die vier Neckarsteinacher Burgen westlich des Ortskerns: Vorderburg und Mittelburg sind in Privatbesitz und können nicht besichtigt werden.

Man kann aber an ihnen vorbei über Schlosssteige und Burgenweg bis zur Ruine der Hinterburg gehen, die frei zugänglich ist. Dort trifft man auch wieder auf den Neckarsteig, der vom Neckarufer zu der Burgruine hinaufführt.

Hinterburg und Burg Schadeck

Die vier Burgen wurden im 12. und 13. Jahrhundert erbaut. Während Burg Schadeck und die Hinterburg schon im 15. und 17. Jahrhundert zerstört wurden, blieben die Mittelburg sowie Palas und Bergfried der Vorderburg erhalten.

Neckar: Hinterburg von Neckarsteinach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Hinterburg von Neckarsteinach

Man sollte die Ruine der Hinterburg unbedingt besichtigen. Am besten folgt man dem Weg durch die drei früheren Mauerringe und besteigt dann den Bergfried. Von dort aus hat man einen weiten Blick ins Neckartal und auf Neckarsteinach.

Anschließend kehrt man zum Neckarsteig zurück, und der Weg führt an der Burgruine vorbei in den Wald hinein. Direkt danach sieht man links oberhalb vom Weg eine Schutzhütte. Wenn man zu der Hütte hinauf geht und dann dem mit einem rot-weißen R-Zeichen markierten Weg folgt, gelangt man nach knapp 500 Metern zur vierten Neckarsteinacher Burg – der Burgruine Schadeck.

Neckar: Burgruine Schadeck (Burgruine Schwalbennest) von Neckarsteinach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Burgruine Schadeck

Tipp: Ich empfehle, nach der Hinterburg auch noch Burg Schadeck zu besichtigen.

Die Burgruine Schadeck, die auch Schwalbennest genannt wird, ist die jungste der vier Burgen. Sie wurde aber auch als erste zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Die Burg hat keinen Bergfried, aber eine zweiflügelige Schildmauer mit einem Wehrgang und zwei Türmen, die man besteigen kann. Auch von dort hat man einen herrlichen Blick ins Neckartal und auf Neckarsteinach.

Neckar: Blick von Burg Schadeck (Schwalbennest) auf Neckarsteinach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Blick von Burg Schadeck (Schwalbennest) auf Neckarsteinach

Anschließend kehrt man auf demselben Weg mit den rot-weißen R-Zeichen zur Schutzhütte und zum Neckarsteig zurück. Man folgt ihm durch den Wald bis man nach rund 300 Metern an eine Wegkreuzung kommt, wo der Wanderweg in einer Spitzkehre nach rechts abbiegt.

Hirtwegsiedlung

Danach wandert man durch den Wald und über eine große Freifläche, bis man nach rund 600 Meter den Rand der Hirtwegsiedlung erreicht. Der Neckarsteig führt direkt durch dieses Wohngebiet von Neckarsteinach hindurch.

Neckar: Alexander-Freiherr-von-Warsberg-Platz in Hirtwegsiedlung von Neckarsteinach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Alexander-Freiherr-von-Warsberg-Platz

Man folgt den blau-weißen Markierungen über Treppen und Fußwege bergauf durch die ruhige Siedlung. Man passiert einen Spielplatz mit Brunnen und gelangt kurz danach zum Alexander-Freiherr-von-Warsberg-Platz. Dort laden Bänke unter Bäumen zu einer Pause ein.

Hinter dem Platz führt der Neckarsteig links an der Hirtwegler-Hütte vorbei und dann in den Wald hinein. Hundert Meter danach erreicht man den Kurt-Seibel-Platz mit einem (zugewachsenen) Aussichtspunkt (etwa 3 km ab Neckarsteinach). Dort biegt der Wanderweg scharf nach rechts in den Philosophenweg ein.

Hoher Darsberg

Neckar: Brunnen Eichelberg der Christian-Ebert-Anlage bei Neckarsteinach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Brunnen Eichelberg

Man folgt dem gewundenen Forstweg und sieht dann nach rund 250 Meter links einen Rastplatz mit dem Brunnen Eichelberg – die Christian-Ebert-Anlage. Auch dort gibt es einen Aussichtspunkt mit einem (weitgehend zugewachsenen) Blick auf die Hinterburg und die Burgruine Schadeck.

Der Neckarsteig folgt anschließend weiter dem breiten Forstweg, biegt jedoch nach gut 100 Meter in einer Spitzkehre nach links in einen schmalen Serpentinenpfad ein – den Bänkleweg. Der Weg windet sich danach in zahlreichen Kehren den Hohen Darßberg hinauf, wobei man mehrere andere Wege kreuzt, aber nur an zwei Bänken vorbei kommt. Nach knapp einem Kilometer trifft man dann auf eine kleine asphaltierte Straße, die man ein kurzes Stück nach links geht, aber sogleich wieder nach rechts verlässt.

Neckar: Neckarsteig am Hotel Hoher Darsberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckarsteig am Hotel Hoher Darsberg

Der Weg macht anschließend einen weiten Bogen nach links, passiert dabei eine große Lichtung und erreicht dann beim Rastplatz Drei Fichten eine große Wegkreuzung. Dort folgt man dem Neckarsteig nach links und kommt nach rund 300 Metern am Hotel Hoher Darßberg vorbei (etwa 5 km ab Neckarsteinach, keine Einkehrmöglichkeit!).

Rund hundert Meter nach dem Hotel biegt man an einer Weggabelung vom breiten Forstweg nach links in einen schmaleren Waldweg ein. Danach verläuft der Wanderweg auf dem Höhenrücken des Hohen Darßbergs weitgehend geradeaus durch den Wald.

Goetheblick

Der folgende Wegabschnitt bedeutet auf der Wanderung nach Hirschhorn einen beträchtlichen Umweg, doch er lohnt sich: Nach rund eineinhalb Kilometern trifft der Waldweg auf einen breiten Forstweg, in den man nach rechts einbiegt. Direkt danach stößt man links auf den mit einem steinernen Wegweiser gekennzeichneten Zuweg zum Goetheblick.

Tipp: Man sollte unbedingt die wenigen Meter zu dem Aussichtspunkt mit zwei Bänken hinabgehen und den Goetheblick genießen!

Neckar: Goetheblick auf Neckarsteinach und Bergfeste Dilsberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckar: Goetheblick auf Neckarsteinach und Bergfeste Dilsberg

Von dort aus hat man einen schönen Blick ins Neckartal und auf Neckarsteinach. Gegenüber auf der anderen Talseite kann man die Bergfeste Dilsberg sehen.

Neckar: Historischer Grenzstein von 1794 - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Historischer Grenzstein von 1794

Anschließend kehrt man zum Neckarsteig zurück und folgt ihm auf einem breiten Forstweg weiter durch den Wald.

Der Weg macht dort eine weite Kehre nach rechts und trägt bald den Namen Grenzweg, weil er an der hessisch-badischen Grenze entlang führt. Links vom Weg passiert man eine ganze Reihe historischer Grenzsteine aus dem späten 18. und dem 19. Jahrhundert.

Schaubild und Rotes Bild

Nachdem man rund eineinhalb Kilometer auf dem Forstweg gewandert ist, stößt der vom Hotel Hoher Darßberg kommende Darsberger Weg von rechts auf den Grenzweg (etwa 8 km ab Neckarsteinach).

Neckar: Bildstock Schaubild von 1782 - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Bildstock „Schaubild“ von 1782

Direkt danach zweigt nach links ein weiterer Forstweg ab, an dem ein Wegweiser „Zum Schaubild“ weist. Man sollte den Neckarsteig dort ruhig kurz verlassen und die wenigen Meter zum Bildstock „Schaubild“ von 1782 aus rotem Buntsandstein gehen. Solche christlichen Denkmale wie Wegkreuze sind im Odenwald häufiger zu finden.

Anschließend kehrt man zum Neckarsteig zurück und folgt dem breiten Forstweg weiter weitgehend geradeaus durch den Wald. Allerdings muss man zunächst besonders auf die blau-weißen Markierungen achten, weil sie etwas versteckt sind. Man kommt nämlich zu zwei Weggabelungen, wobei man sich an der ersten links und an der zweiten rechts halten muss.

Neckar: Neckarsteig an Lichtung - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neckarsteig an einer Lichtung

Nach rund eineinhalb Kilometern gelangt man dann an eine kleine asphaltierte Straße, der man wenige Meter nach rechts folgt. Danach biegt man nach links ab und passiert den Parkplatz am Kreuzschlag, wo es auch einen Jugendzeltplatz und Waldkindergarten gibt.

Anschließend taucht der Neckarsteig wieder in den Wald ein und man wandert weiter auf breiten Forstwegen. Dabei muss man erneut an mehreren Gabelungen auf den richtigen Weg achten. Nach gut einem Kilometer gelangt man an eine große Lichtung (etwa 11 km ab Neckarsteinach), an der man rechts entlang geht.

Neckar: Bildstock Rotes Bild von 1528 - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Bildstock „Rotes Bild“ von 1528

Nachdem man die Lichtung passiert hat sind es nur noch rund 500 Meter, bis man an einer Wegkreuzung zum Bildstock „Rotes Bild“ von 1528 gelangt.

Er hat seinen Namen, weil er aus rotem Buntsandstein ist. Der Bildstock steht an der früheren Grenze zwischen dem 1558 aufgehobenen Kloster Schönau und der Herrschaft Hirschhorn. Auf ihm sind die Wappen der beiden Gebiete eingraviert.

Freischärlergrab

Anschließend geht man an der Wegkreuzung beim Roten Bild geradeaus in einen schmalen Waldpfad hinein. Bereits nach gut 100 Metern trifft der Pfad auf einen breiten Forstweg, dem man nach links folgt. Nach rund 250 Metern stößt man dann rechts auf einen anderen Forstweg, in den man einbiegt. Man wandert auf dem gewundenen Weg bergab, bis er nach knapp einem Kilometer eine Wende nach links macht.

Neckar: Freischärlergrab bei Hirschhorn - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Freischärlergrab bei Hirschhorn

Bald danach folgt der Neckarsteig einer Wegkehre nach rechts (etwa 14 km ab Neckarsteinach). Innerhalb dieser Kehre liegt rechts leicht erhöht das Freischärlergrab aus der Zeit der Badischen Revolution von 1848/49. Dort sollen zwei badische Aufständische aus Eberbach am Neckar begraben sein, die in der Nähe am 20. Juni 1849 bei einem Gefecht mit Bundestruppen starben.

Der Neckarsteig verläuft anschließend auf dem breiten Forstweg durch den Wald weiter bergab. Nach rund 600 Metern macht der Wanderweg eine Spitzkehre nach links und bald danach eine Spitzkehre nach rechts. Nachdem man weitere 800 Metern bergab gewandert ist, macht der breite Forstweg erneut eine Spitzkehre nach links. Dort führen einen die blau-weißen Markierungen des Neckarsteigs aber geradeaus auf einen schmalen Waldpfad.

Hirschhorn

Neckar: Blick auf Hirschhorn - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Hirschhorn

Der Pfad verläuft dann durch den Wald steil bergab. Nach gut 100 Metern kommt man an eine Weggabelung, an der man links dem Hohlweg weiter bergab folgt. Kurz danach erreicht man den Waldrand und die ersten Häuser von Hirschhorn. Linker Hand kann man die Burg Hirschhorn sehen, die sich über der Altstadt des Ortes erhebt.

Der Neckarsteig führt dann durch ruhige Wohnstraßen direkt zum Bahnhof von Hirschhorn hinab, wo diese Wanderung endet (etwa 17 km ab Neckarsteinach). Von dort aus kann man per S-Bahn (Neckartalbahn) halbstündlich in die Richtungen Heidelberg und Mannheim sowie Mosbach und Heilbronn fahren.

Tipp: Man sollte jedoch vor der Abreise unbedingt noch Hirschhorn besichtigen!

Hierzu folgt man oberhalb des Bahnhofs einfach den blau-weißen Markierungen des Neckarsteigs in den Ort hinein.

Neckar: Burg Hirschhorn - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Burg Hirschhorn

Zu den Sehenswürdigkeiten von Hirschhorn gehören, neben Fachwerkhäusern in der Altstadt, die frühere Klosterkirche Maria Verkündigung aus dem 15. Jahrhundert und die katholische Pfarrkirche. Sie wurde 1730/31 erbaut und nutzt als Kirchturm das ehemalige Mitteltor von 1392.

Wer Lust und Zeit hat, sollte auch noch zur Burg Hirschhorn oberhalb des Ortes hinaufgehen. Die Burg wurde Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet und dann Ende des 16. Jahrhunderts im Stil der Renaissance schlossartig umgebaut.