Moselsteig 10: Von Neef nach Bullay

Auf dem Moselsteig über den Petersberg nach Bullay

Mosel: Blick von der Moselbrücke auf Neef - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick auf Neef

Markierungen von Hauptwegen und Zuwegen des MoselsteigsDiese Wanderung führt auf dem Moselsteig von Neef über den Petersberg und die Schutzhütte König nach Bullay (etwa 13 km). Sie ist bewusst so angelegt, dass noch genügend Zeit bleibt, um die Orte zu besichtigen. Die Wanderung weicht von den „offiziellen“ Etappen des Moselsteigs zwischen Neef und Reil ab, damit jeweils eine An- und Abreise per Bahn möglich ist. Diese Wanderung entspricht weitgehend der „offiziellen“ Etappe 15 des Moselsteigs, die hier allerdings verkürzt wurde.

Neef

Die Wanderung beginnt am Bahnhof von Neef, der per Regionalbahn (Moselstrecke) aus den Richtungen Koblenz und Trier stündlich erreichbar ist. Vom Bahnhof aus geht man geradeaus rund 100 Meter an den Gleisen entlang bis zur Brücke über die Bahnstrecke. Dort stößt man auf den Moselsteig, dem man nach rechts über die Brücke und danach über eine Treppe bergauf folgt. Achtung! Folgen Sie nicht dem ausgeschilderten Moselsteig-Zuweg in Richtung Zell. Dieser führt nicht über den Petersberg und erreicht erst nach eineinhalb Kilometern den Moselsteig-Hauptweg.

Tipp: Bevor man loswandert sollte man sich aber noch Neef ansehen.

Mosel: Burghaus in Neef - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Burghaus in Neef

In Neef sind unter anderem die neugotische Sankt-Peter-und-Paul-Kirche von 1891 und der romanische Kirchturm der früheren Sankt-Matthias-Kirche von 1140 sehenswert. Außerdem sollte man sich unbedingt das spätromanische Burghaus an der Moseluferstraße ansehen. Es geht auf die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück, wurde aber in den folgenden Jahrhunderten mehrfach umgebaut.

Nach der Brücke über die Bahnstrecke folgt man den gelb-weißen Markierungen des Moselsteigs eine erste Treppe hinauf. Dann biegt der Wanderweg nach links in einen Wirtschaftsweg ein und führt nach rund 100 Metern rechts eine zweite Treppe hinauf.

Sankt-Peter-Kapelle

Oben angekommen folgt man dann erneut nach links einem Wirtschaftsweg. Beim Anstieg und auf dem folgenden Wegabschnitt hat man eine weite Aussicht ins Moseltal und auf Neef.

Mosel: Blick vom Weinberg auf Neef - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick auf Neef

Mosel: Sankt-Peter-Kapelle am Petersberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Peter-Kapelle am Petersberg

Anschließend verläuft der Moselsteig weitgehend geradeaus durch Weinberge am Hang entlang. Nach gut 500 Metern macht der Weg eine Rechtskurve. Kurz danach trifft man links auf den Abzweig zur Sankt-Peter-Kapelle (etwa 1 km ab Neef).

Die ursprünglich romanische Kapelle auf dem Petersberg geht vermutlich auf das 13. Jahrhundert zurück, wurde aber im 16. und 17. Jahrhundert barock erweitert. Auch der alte Friedhof ist sehr sehenswert.

Tipp: Ich empfehle daher, unbedingt die wenigen Meter zur Kapelle zu gehen.

Petersberg-Gipfelkreuz

Mosel: Gipfelkreuz auf dem Petersberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Gipfelkreuz auf dem Petersberg

Von der Sankt-Peter-Kapelle kehrt man zum Moselsteig zurück und folgt dann den gelb-weißen Markierungen geradeaus eine asphaltierte Straße entlang. Nach rund 250 Metern biegt der Wanderweg scharf nach links ein und erreicht dann nach einer Rechtskurve das Gipfelkreuz auf dem Petersberg.

Das hölzerne Kreuz ist rund acht Meter hoch und wird nachts beleuchtet. Von dem Aussichtspunkt dort hat man erneut eine weite Aussicht ins Moseltal. Moselaufwärts blickt man auf Neef, moselabwärts kann man Bremm, den Calmont und Ediger-Eller sehen.

Neefer Bachtal

Mosel: Blick auf Sankt Aldegund - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Sankt Aldegund

Anschließend führt der Moselsteig oberhalb von Weinbergen am Waldrand entlang. Von dort aus hat man rechter Hand noch einmal einen schönen Ausblick auf Neef. Weiter flussaufwärts auf der gegenüber liegenden Moselseite kann man den Winzerort Sankt Aldegund sehen.

Nach rund eineinhalb Kilometern macht der Wanderweg eine Linkskurve und taucht in den Wald ein. Kurz danach macht der Weg eine Wendung nach rechts und dann wieder eine nach links. Man hat nun das Neefer Bachtal erreicht, in das der Moselsteig anschließend hinab führt. Zuerst folgt man einem Waldweg und dann einer asphaltierten Straße bergab.

Mosel: Blick ins Neefer Bachtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick ins Neefer Bachtal

Im Talgrund passiert man einige Weiden, bevor man einige Häuser und die Bachtalstraße erreicht (knapp 5 km ab Neef). Dieser Straße folgt man rund 50 Meter, doch direkt danach biegt der Wanderweg nach links in einen kleinen Weg ein. Anschließend folgt man den gelb-weißen Markierungen des Moselsteigs durch Gärten wieder in den Wald hinein.

Blitzeiche

Mosel: Blick auf Sankt Aldegund - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Sankt Aldegund

Nach rund 500 Metern macht der Weg dann eine Spitzkehre nach links. Dort verlässt der Weg den Wald und verläuft oberhalb von Weinbergen am Waldrand entlang. Man befindet sich nun direkt gegenüber von Sankt Aldegund, das man auf der anderen Moselseite gut sehen kann. Nach rund 400 Metern gelangt man zu einer Wegkreuzung, wo man auf einen Moselsteig-Zuweg nach Neef trifft. (Es handelt sich um denselben Zuweg, der in Neef nach Zell ausgeschildert war.)

Mosel: Blitzeiche im Wald südlich von Neef - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blitzeiche

Wir folgen aber weiter dem Hauptweg des Moselsteigs auf einem Waldweg. Zuerst hat man nach links immer wieder schöne Ausblicke auf Sankt Aldegund und ins Moseltal, aber bald wird der Wald dichter.

Nach rund einem Kilometer biegt der Weg nach links ab und erreicht kurz danach die Blitzeiche (etwa 7 km ab Neef). Der mächtige, mehr als 300 Jahre alte Baum hat seinen Namen, weil er schon mehrfach vom Blitz getroffen wurde.

Onkel Toms Hütte

Mosel: Streuobstwiese auf dem Berg bei Bullay - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Streuobstwiese auf dem Berg bei Bullay

Anschließend führt der Weg geradeaus weiter durch den Wald. Kurz danach passiert man rechter Hand ein Feld. Nach rund 500 Metern gelangt man zu einem Rastplatz und der Wald öffnet sich auf beiden Seiten. Dort sieht man links ein Feld und rechts eine Streuobstwiese. Informationstafeln beim Rastplatz erläutern, dass die gut vier Hektar große „Streuobstwiese auf dem Berg“ statt Ackerflächen als ausgleichende Umweltschutzmaßnahme für ein Neubaugebiet in Bullay angelegt wurde.

Mosel: Onkel Toms Hütte bei Bullay - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Onkel Toms Hütte

Man überquert die Freifläche und biegt dann nach rund 150 Metern nach links ab. Bald danach zweigt der Moselsteig nach rechts ab und führt wieder in den Wald hinein. Anschließend erreicht man eine größere Wegkreuzung, an der der Hauptweg des Moselsteigs einer Linkskurve folgt. Nach rechts zweigt ein braun-weiß markierter Zuweg des Moselsteigs nach Bullay ab. Wer mag kann ihm rund 200 Meter bis zur Gaststätte Onkel Toms Hütte folgen und dort einkehren.

Bullayer Kreuz

Mosel: Bullayer Kreuz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Bullayer Kreuz

Egal, ob man zu der Gaststätte geht oder nicht: Letztlich folgen wir weiter dem gelb-weiß markierten Hauptweg des Moselsteigs in Richtung Schutzhütte König. Auf der rechten Seite öffnet sich der Wald ein wenig und man hat kurz einen freien Blick in den Einschnitt des Talbachs.

Nach gut einem halben Kilometer stößt man bei einer Kreuzung linker Hand auf das Bullayer Kreuz (etwa 9 km ab Neef). Das hölzerne Wegkreuz steht auf einer kleinen Lichtung und ist rund zwei Meter hoch.

Mosel: Wanderweg im Wald bei Bullay - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Moselsteig im Wald bei Bullay

Direkt nach dem Bullayer Kreuz gelangt man an eine Weggabelung, wo der Wanderweg nach rechts führt. Man folgt dem breiten Forstweg dann gut 500 Meter, bis der Moselsteig nach links in einen schmalen Waldweg abbiegt. Man befindet sich dort am Oberlauf des Talbachs, der links verläuft und dem man nun bergauf folgt.

Nach erneut rund 500 Metern trifft der Waldweg dann auf einen breiten Forstweg, in den man mit einer Spitzkehre nach rechts einbiegt. Rund 250 Meter danach macht der Moselsteig erneut eine Spitzkehre nach links.

Schutzhütte König

Mosel: Schutzhütte König bei Bullay - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Schutzhütte König

Anschließend folgt man wieder rund 500 Meter einen breiten Forstweg, bis man auf eine kleine Freifläche gelangt. Rechts sieht man eine rot-weiß lackierte Schranke, an der vorbei man in einen schmaleren Weg einbiegt. Kurz danach erreicht man dann einen Rastplatz mit Tischen und Bänken bei der Schutzhütte König (etwa 11 km ab Neef).

Von dort aus hat man einen schönen Ausblick in die Täler der Mosel und des Talbachs. Auf der gegenüber liegenden Seite des Talbachtals kann man Onkel Toms Hütte am Hang erkennen. Links blickt man nach Bullay, das weitgehend von Bäumen verdeckt wird, auf die Mosel und zum Ort Alf am anderen Flussufer.

Tipp: Machen Sie an der Schutzhütte König eine Rast und genießen Sie die Aussicht.

Mosel: Mosel-Blick von der Schutzhütte König bei Bullay - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Mosel-Blick von der Schutzhütte König bei Bullay

Von der Schutzhütte folgt man den gelb-weißen Markierungen des Moselsteigs auf einem schmalen Pfad bergab. Anschließend trifft man auf einen breiteren Weg, in den man nach links einbiegt.

Mosel: Blick auf den Prinzenkopf bei Bullay - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf den Prinzenkopf

Direkt danach gelangt man an den Waldrand, und man hat nach rechts einen weiten Blick über Wiesen und Weinberge. Dort kann man auf der gegenüber liegenden Moselseite die Marienburg und den Prinzenkopfturm sehen.

Die Marienburg geht auf das 11. Jahrhundert zurück und war abwechselnd Wehranlage und Kloster – heute beherbergt sie eine Jugendbildungsstätte. Der mehr als 20 Meter hohe Prinzenkopfturm ist bereits der vierte Turm an dieser Stelle und wurde 2009 eröffnet. Unterhalb des Turms sieht man das Ostportal des knapp 460 Meter langen Prinzenkopftunnels und die gut 310 Meter lange Doppelstockbrücke Alf-Bullay. Der Bahntunnel und die kombinierte Eisenbahn- und Straßenbrücke wurden wie die gesamte Moselstrecke von Koblenz nach Trier in den 1870er Jahren erbaut.

Bullay

Mosel: Blick auf Bullay - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Bullay

Man wandert am Waldrand entlang bergab, bis man dann nach rund 400 Metern zu einer Wegkreuzung mit Tisch und Bänken kommt. Der Hauptweg des Moselsteigs führt dort nach links weiter in Richtung Merl und Zell. Wir biegen aber in einer Spitzkehre nach rechts ab und folgen dem unmarkierten Weg in Richtung Bullay.

Der Wirtschaftsweg führt zuerst durch Weinberge bergab und erreicht anschließend den Ortsrand von Bullay. Man gelangt zur Bergstraße, die man überquert und dann einige Treppen zwischen zwei Grundstücken hinab geht. Danach folgt man eine Wohnstraße weiter bergab, bis man nach gut 300 Metern geradeaus nicht mehr weiter gehen kann.

Dort überquert man eine Straße und folgt schräg links dem ausgeschilderten Zugang zum Bahnhof von Bullay hinab, wo diese Wanderung endet (etwa 13 km ab Neef). Von dort aus kann man per Regionalbahn und Regionalexpress (Moselstrecke) stündlich in Richtung Koblenz oder Trier fahren.

Tipp: Vor der Abreise sollte man noch einen Bummel durch Bullay machen!

Mosel: Ehemalige Weinbauschule in Bullay - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Ehemalige Weinbauschule

Zu den Sehenswürdigkeiten gehören unter anderem die Sankt-Maria-Magdalena-Kirche von 1873 mit einem Turm von 1953 und mehrere Fachwerkhäuser im Ortskern sowie die Weinbauschule von 1903 am Moselufer. Auch die Doppelstockbrücke Alf-Bullay und das 1904 eingeweihte Empfangsgebäude des Bullayer Bahnhofs, der sich seit 1995 Umweltbahnhof nennen darf, sind sehenswert.

Mosel: Blick auf Bullay - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mosel: Blick auf Bullay