Sächsische Schweiz: Malerweg 2 von Stadt Wehlen nach Hohnstein

Auf dem Mahlerweg über die Bastei und den Hockstein zur Burg Hohnstein

Sächsische Schweiz:: Blick von der Ferdinandaussicht auf die Basteibrücke - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sächsische Schweiz:: Blick auf die Basteibrücke

Manchmal verlässt der RheinWanderer den Rhein, seine Nebenflüsse und die umliegenden Berge und wandert ganz woanders. Hier eine besondere Wanderung, bei der sich auch für eingefleischte Rhein-Fans das „Fremdgehen“ lohnt.

Markierungen des MalerwegsDiese Wanderung in der Sächsischen Schweiz verläuft auf dem Malerweg von Stadt Wehlen an der Elbe über die Bastei und den Hockstein nach Hohnstein (etwa 12 km). Bereits der erste Teil der Etappe führt zum berühmten Basteifelsen mit der Basteibrücke hinauf. Anschließend wandert man in den idyllischen Amselgrund hinab, über Rathewalde zum Hockstein hinauf und wieder ins Polenztal hinab. Über einen letzten Anstieg erreicht man schließlich Hohnstein mit Burg Hohnstein. Die Wanderung entspricht weitgehend der „offiziellen“ Etappe 1 des Malerwegs.

Stadt Wehlen

Sächsische Schweiz: Blick von Pötzscha über die Elbe auf Stadt Wehlen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick über die Elbe auf Stadt Wehlen

Diese Wanderung beginnt am Bahnhof von Stadt Wehlen im Ortsteil Pötzscha, der aus Richtung Dresden halbstündlich mit der S-Bahn erreichbar ist. Vom Bahnhof geht man rund 300 Meter zum Fähranleger an der Elbe hinab und setzt dann mit der Fußgängerfähre nach Stadt Wehlen über.

Anschließend geht man die wenigen Meter zum Marktplatz von Stadt Wehlen hinauf.

Tipp: Vor der Wanderung sollte man noch Stadt Wehlen und die Burg besichtigen.

An der Ostseite des Marktplatzes steht die im Stil des Historismus erbaute evangelische Stadtkirche von 1883. Am anderen Ende des Platzes ist das klassizistische Rathaus von Stadt Wehlen aus dem späten 18. Jahrhundert.

Der Marktbrunnen dort wurde 2003 in Erinnerung an die Elbflut im Vorjahr errichtet.

Sächsische Schweiz: Burg Wehlen oberhalb von Stadt Wehlen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Burg Wehlen

Wer Lust und Zeit hat, sollte auch noch zur Ruine von Burg Wehlen über dem Ort hinaufgehen. Die Burg geht auf das 13. Jahrhundert zurück, begann aber schon im 15. Jahrhundert zu verfallen und wurde danach abgebrochen.

Erst ab Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Burgruine saniert, um sie als Aussichtspunkt zu erhalten. Dazu erbaute man an der Stelle des früheren Wohnturms einen Aussichtsturm. Der heutige Turm wurde aber erst im Juni 2025 eingeweiht.

Von Burg Wehlen hat man eine herrliche Aussicht auf Stadt Wehlen und in das Elbtal.

Sächsische Schweiz: Blick von Burg Wehlen auf Stadt Wehlen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sächsische Schweiz: Blick von Burg Wehlen auf Stadt Wehlen

Anschließend kehrt man zum Marktplatz zurück und geht links an der Stadtkirche vorbei durch die Kirchstraße zur Mennickestraße am Elbufer. Spätestens dort stößt man auch auf die Markierungen des Malerwegs mit dem schwarzen „M“ auf weißem Grund.

Steinerner Tisch

Sächsische Schweiz: Elbufer bei Stadt Wehlen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Elbufer bei Stadt Wehlen

Man folgt dann der Mennickestraße zwischen repräsentativen Häusern links und der Elbe rechts entlang. Nach rund 400 Metern biegt links bergauf ein Weg in Richtung Steinerner Tisch und Bastei ab, in den der Malerweg einbiegt.

Der Wanderweg lässt rasch die letzten Gärten von Stadt Wehlen hinter sich und taucht dann in den Wald ein. Der Weg führt steinerne Stufen hinauf und über eine kleine Sperrmauer. Anschließend steigt man einen Treppenweg im Zickzack an Felsen hinauf.

Sächsische Schweiz: Blick vom Aussichtspunkt Schwarzberg auf die Elbe - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick vom Aussichtspunkt Schwarzberg auf die Elbe

Bald danach gelangt man zum Aussichtspunkt Schwarzberg auf einem Felsen über dem Elbtal. Dort biegt man links ab und wandert auf einem Waldweg weiter bergauf.

Der Weg wird allmählich ebener, und nach gut 600 Metern kommt man an eine Kreuzung, an der man weiter geradeaus geht. Nach weiteren rund 600 Metern gelangt man dann wieder an eine Wegkreuzung, an welcher der Malerweg rechts abbiegt.

Sächsische Schweiz: Steinerner Tisch von 1710 - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Steinerner Tisch von 1710

Dort sieht man schräg links einen kleinen Tisch sowie jeweils vier Bänke und Hocker aus Stein. Dieses Ensemble namens Steinerner Tisch wurde 1710 für ein kurfürstliches Jagdessen errichtet, dass nach erfolgreichem Abschluss einer Grenzfeststellung gegeben wurde.

Steinerne Tische sind oft auch mit Sitzbänken versehen und als historische Kulturdenkmale in Deutschland häufiger zu finden. Sie dienten früher als Gerichts- und Verhandlungsorte sowie als Rast- und Sammelplätze für (adelige) Jagdgesellschaften.

Sächsische Schweiz: Gasthaus beim Steinernen Tisch - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Gaststätte „Zum Steinernen Tisch“

Der Malerweg biegt an der Kreuzung rechts ab und führt direkt an der Waldgaststätte „Zum Steinernen Tisch“ vorbei (etwa 3 km ab Stadt Wehlen). Die Gaststätte bietet einfache Gerichte und auf der Rückseite einen schönen Biergarten.

Anschließend folgt man dem Malerweg weiter durch den Wald. Nach rund 800 Metern kommt man an einem weiteren Ausschank vorbei und stößt direkt danach auf eine asphaltierte Straße.

Bastei

Man folgt dieser Straße nach rechts in Richtung Bastei. Nach rund 150 Metern führt links ein kleiner Zuweg zur Wehlstein-Aussicht, aber man den Aussichtspunkt ignorieren.

Sächsische Schweiz: Hotel- und Restaurantkomplex auf der Bastei - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Hotel- und Restaurantkomplex auf der Bastei

Kurz danach erreicht man das Berghotel Bastei, durch den der Malerweg direkt hindurchführt (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Direkt nach dem Zugang zu der Anlage führt rechts eine Treppe zu einer Aussichtsterrasse mit Biergarten hinauf. Auch wer nicht einkehren möchte, sollte dort trotzdem kurz die Aussicht genießen!

Sächsische Schweiz: Blick elbaufwärts auf Lilienstein und Königstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sächsische Schweiz: Blick von der Bastei elbaufwärts auf Lilienstein und Königstein

Von der Aussichtsterrasse hat man bei klarem Wetter einen schönen Blick elbaufwärts auf die beiden Tafelberge Lilienstein und Königstein. Auf letzterem kann man auch die Festung Königstein erkennen.

Tipp: Nehmen Sie sich die Zeit, an diesem oder den bald danach folgenden Aussichtspunkten den Ausblick zu genießen.

Sächsische Schweiz:: Aussichtspunkt Bastei - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Aussichtspunkt Bastei

Anschließend folgt man weiter dem Malerweg und geht geradeaus direkt am Hotelrestaurant vorbei zur berühmten Basteiaussicht. Die heutige Aussichtsplattform auf einem Felsen wurde 2023 errichtet.

Von der Basteiaussicht hat man bei klarem Wetter einen weiten Ausblick ins Elbtal und auf die umliegenden Berge und Felsen der Sächsischen Schweiz. Elbabwärts kann man Stadt Wehlen erkennen, elbaufwärts sieht man Rathen sowie unter anderem den Lilien- und den Königstein.

Der Felsen rund 190 Meter über der Elbe wird seit dem späten 16. Jahrhundert als „Pastey“ (Bastei) bezeichnet. Das Felsmassiv ist seit Ende des 18. Jahrhunderts eines der beliebtesten Ziele in der Sächsischen Schweiz und diente wiederholt Malern wie Caspar David Friedrich (1774 – 1840) als Motiv. Daraufhin wurden immer bessere Zuwege sowie Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen.

Basteibrücke

Von der Basteiaussicht folgt man nach rechts einem Treppenweg bergab, der direkt zur Basteibrücke führt. Kurz bevor man die Brücke erreicht, sollte man aber noch nach links über einen Stichweg mit Treppen gut 100 Meter zur Ferdinandaussicht gehen. Von dort aus hat man einen herrlichen Blick auf die umliegende Felsenlandschaft und besonders auf die Basteibrücke!

Sächsische Schweiz: Blick von der Ferdinandaussicht auf die Basteibrücke - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sächsische Schweiz: Blick von der Ferdinandaussicht auf die Basteibrücke

Sächsische Schweiz: Basteibrücke - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Basteibrücke

Von der Ferdinandaussicht kehrt man auf demselben Stichweg zum Malerweg zurück und folgt diesem dann über die Basteibrücke. Die steinerne Brücke mit sieben Bögen wurde 1850/51 als Ersatz für eine ältere Holzbrücke von 1826 erbaut. Sie ist gut 76 Meter lang und rund 50 Meter hoch.

An den Felswänden bei der Basteibrücke befinden sich verschiedene Gedenktafeln und Inschriften aus dem 19. Jahrhundert. Von der Basteibrücke hat man nur geringe Möglichkeiten nach Süden ins Elbtal zu schauen. Nach Norden öffnet sich aber ein weiter Blick zur Ferdinandaussicht und auf den Wehlgrund.

Sächsische Schweiz: Blick von der Basteibrücke in den Wehlgrund - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick von der Basteibrücke in den Wehlgrund

Der Wehlgrund (nicht zu verwechseln mit dem Wehlener Grund von Etappe 1 des Malerwegs) ist ein Seitental des Amselgrunds, durch den diese Wanderung später noch führt.

Im Wehlgrund befindet sich die bekannte Felsenbühne Rathen. Dort gibt es vor der natürlichen Felsen- und Waldkulisse der Schlucht zwischen Mai und September zahlreiche Musik- und Theateraufführungen.

Neurathener Felsentor

Sächsische Schweiz: Neurathener Felsentor am Ende der Basteibrücke - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Neurathener Felsentor am Ende der Basteibrücke

Am östlichen Ende der Basteibrücke führt der Malerweg dann durch das Neurathener Felsentor. Es handelt sich allerdings um kein Felsentor (Felsenbogen oder -brücke) im engeren Sinn, weil die Gesteinsformation nicht aus einem Stück besteht, sondern aus zwei eng nebeneinander stehenden Felsen.

Das Neurathener Felsentor bildete vom 13. bis 16. Jahrhundert den bergseitigen Zugang zur Felsenburg Neurathen. Der Durchgang zwischen den Felsen wurde so verbreitert, dass er für Wagen passierbar war. Anstelle der heutigen steinernen Basteibrücke gab es dort damals hölzerne (Zug-)Brücken.

Felsenburg Neurathen

Sächsische Schweiz: Blick von der Ferdinandaussicht auf die Felsenburg Neurathen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf die Felsenburg Neurathen

Direkt hinter dem Neurathener Felsentor beginnt ein langer Treppenweg, der in den Amselgrund oder nach Rathen hinabführt. Nach wenigen Metern sieht man links den Eingang zur Felsenburg Neurathen, für die ein Eintrittgeld erhoben wird.

Die Anlage wurde im 13. Jahrhundert auf mehreren Felsen zwischen Elbtal und Wehlgrund als böhmische Burg errichtet. 1485 kam sie zu Sachsen und verfiel danach, sodass sie Anfang des 16. Jahrhunderts nur noch eine Ruine war.

1906 wurde die Felsenburg Neurathen zum ersten Mal archäologisch untersucht. Seit den 1930er Jahren wurde sie dann mit Hilfe von schmalen Stegen auf einem Rundweg wieder zugänglich gemacht.

Sächsische Schweiz: Blick in die Felsenburg Neurathen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick in die Felsenburg Neurathen

Achtung! Der Rundweg durch die Felsenburg Neurathen ist wegen Felsschwankungen seit 2023 aus Sicherheitsgründen geschlossen!

Anschließend folgt man dem Treppenweg weiter bergab. Beim Abstieg in den Amselgrund oder nach Rathen hat man rechter Hand immer wieder schöne Ausblicke ins Elbtal. Außerdem kommt man an zwei Aussichtspunkten vorbei, die man besuchen sollte.

Kanapee und Tiedgeaussicht

Schon rund 100 Meter nach dem Neurathener Felsentor zweigt nach rechts ein Stichweg ab, der über eine Treppe zu dem kleinen Aussichtspunkt Kanapee auf einem Felsvorsprung hinaufführt.

Sächsische Schweiz: Blick vom Aussichtspunkt Kanapee elbabwärts - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sächsische Schweiz: Blick vom Aussichtspunkt Kanapee elbabwärts

Sächsische Schweiz: Treppenweg zwischen Felsen beim Abstieg von der Bastei - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Treppenweg zwischen Felsen beim Abstieg von der Bastei

Elbabwärts kann man bei klarer Sicht erneut bis Stadt Wehlen blicken, aber auch die Basteiaussicht hoch über dem Tal sehen. Elbaufwärts schaut man unter anderem wieder auf den Lilien- und den Königstein.

Anschließend kehrt man vom Aussichtspunkt Kanapee wieder zum Treppenweg zurück und folgt diesem weiter bergab. Der Weg macht dann mehrere Kehren und führt durch eine Schlucht zwischen hohen Felsen.

Sächsische Schweiz: Blick von der Tiedgeaussicht elbaufwärts auf Oberrathen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick von der Tiedgeaussicht elbaufwärts

Danach zweigt rechts ein Zuweg zum nächsten Ausblick ab – der Tiedgeaussicht. Sie ist nach dem deutscher Dichter Christoph August Tiedge (1752 – 1841) benannt.

Dieser Aussichtspunkt liegt zwischen mächtigen Felsen und deutlich niedriger als die vorherigen Ausblicke. Dennoch bietet er wieder einen schönen Blick ins Elbtal sowie auf die umliegenden Berge und Felsen der Sächsischen Schweiz.

Nach der Tiedgeaussicht kehrt man zum Malerweg zurück und folgt ihm weiter bergab. Zunächst führt der Wanderweg wieder eine Treppe hinab und dann direkt an der Hangkante entlang mit Blick ins Elbtal. Danach folgt ein längerer Treppenabschnitt mit einer S-Kurve und man gelangt an eine Weggabelung (etwa 5 km ab Stadt Wehlen).

Amselgrund

Sächsische Schweiz: Eingang zur Felsenbühne Rathen im Amselgrund - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Eingang zur Felsenbühne Rathen im Amselgrund

Der Weg schräg rechts führt nach Rathen, wir folgen dort aber dem Malerweg scharf links über Treppen hinab. Man folgt dem Treppenweg mit mehreren Kehren bergab und erreicht dann nach den gut 300 Metern den Amselgrund.

Man erreicht den Talgrund an der Stelle, wo vom Amselgrund der Wehlgrund abzweigt. Dort ist auch der Eingang und das Kassenhäuschen der Felsenbühne Rathen. Wer die Musik- und Theateraufführungen im Wehlgrund besuchen möchte, sollte sich unbedingt vorab über die oft ausverkauften Veranstaltungen informieren.

Sächsische Schweiz: Talsperre vom Amselsee im Amselgrund - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Talsperre vom Amselsee

Anschließend folgt man dem Malerweg rechts an dem Kassenhäuschen vorbei in den Amselgrund hinein. Kurz danach passiert man die Talsperre, mit welcher der Grünbach im Amselgrund zum Amselsee aufgestaut wurde.

Die Staumauer wurde 1934 erbaut, ist 35 Meter lang und rund fünf Meter hoch. Der Amselsee wurde zur Fischzucht angelegt, war aber rasch auch ein beliebtes Ausflugsziel mit Bootsverleih.

Über die Länge des Sees hinweg blickt man auf ein Felsmassiv, dessen Gipfel nach ihrem Aussehen so klangvolle Namen wie Storchennest, Bienenkorb, Lokomotive oder Lamm haben.

Sächsische Schweiz: Wanderweg am Amselsee im Amselgrund - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Malerweg am Amselsee im Amselgrund

Der Amselsee ist rund 540 Meter lang und der Malerweg verläuft die volle Länge links an ihm entlang. Nachdem man das Ende des Sees erreicht hat, folgt man dem Grünbach weiter den Amselgrund hinauf.

Nach rund 400 Metern kommt man an eine Weggabelung, an der es nach links zu den Schwedenlöchern geht. Auf dieser Wanderung folgt man dort aber weiter dem Malerweg geradeaus bergauf.

Amselfall

Das Tal wird zunehmend enger und der Wanderweg führt weiter sanft bergauf. Nach rund 250 Metern gelangt man zur Amselfallbaude. Der Begriff (Berg-)Baude leitet sich vom tschechischen „Horská bouda“ ab (das wiederum vom deutschen „Bude“ stammt) und ist die regionale Bezeichnung für Schutzhütten. Bei der Amselfallbaude handelt es sich allerdings um keine Schutzhütte, sondern um eine Gaststätte.

Sächsische Schweiz: Amselfall im Amselgrund - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Amselfall

Direkt hinter dem Gebäude befindet sich ein Wasserfall – der Amselfall. Der Grünbach stürzt im engen oberen Amselgrund in mehreren Stufen zu Tal. Der Amselfall ist mit rund zehn Metern Höhe die größte Gefällestufe.

Hinter dem Wasserfall befindet sich das Amselloch, eine rund 15 Meter lange Einsturzhöhle, die aber nicht zugänglich ist. Ihre Decke wird von mehreren großen Sandsteinblöcken gebildet, die zwischen den seitlichen Felswänden verkeilt sind.

Achtung! Die Amselfallbaude ist wegen Felsstürzen seit 2019 aus Sicherheitsgründen geschlossen! Der direkt am Amselfall vorbeiführende Malerweg ist aber mit Gerüsten gesichert und ohne Gefahr begehbar. Man folgt daher einem Treppenweg durch die enge Schlucht weiter bergauf.

Rathewalder Mühle

Sächsische Schweiz: Wanderweg im oberen Amselgrund - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wanderweg im oberen Amselgrund

Der Malerweg führt zwischen Sandsteinfelsen am Grünbach entlang, der rechter Hand fließt. Auf dieser Seite ist der Treppenweg meist durch ein Geländer abgesichert.

Der idyllische Wanderweg verläuft in der engen Schlucht zwischen Felsen stetig weiter bergauf. Nachdem man dem Weg fast einen Kilometer geradeaus gefolgt ist, erreicht man das Gelände der Rathewalder Mühle (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Das Mühlengelände liegt immer noch in der Schlucht des Grünbachs und wird von hohen Sandsteinfelsen überragt. Der Malerweg verläuft direkt durch die Mühlenanlage, die aus mehreren Gebäuden besteht.

Sächsische Schweiz: Rathewalder Mühle von Süden - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Rathewalder Mühle von Süden

Zuerst passiert man das Gästehaus „Villa Wandersruh“ aus der Zeit kurz nach 1900. Anschließend gelangt man zu einer Gaststätte mit Biergartenterrasse. Über diesem historischen Mühlengebäude von 1794 schmiegt sich ein hölzernes Turmhäuschen von 1887 an die Felswand.

Die Rathewalder Mühle nutzt die Wasserkraft des Grünbachs schon seit dem 16. Jahrhundert. Dort gab es zwei Mahlmühlen und seit Ende des 18. Jahrhunderts auch eine Sägemühle. Im 19. Jahrhundert entstanden auch die Gaststätte und Herbergen.

Tipp: Ich empfehle, in der Rathewalder Mühle eine Rast zu machen!

Als letztes Gebäude der Rathewalder Mühle führt der Wanderweg direkt an der früheren Sägemühle vorbei, die links am Weg aufragt. Kurz danach erreicht man das Ende der Schlucht und die ersten Gebäude des Hohnsteiner Ortsteils Rathewalde (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Rathewalde

Der Malerweg führt geradeaus direkt nach Rathewalde hinein, wobei man an der Gaststätte Lindengarten vorbeikommt. Danach gelangt man zur Ortsmitte mit der Dorfkirche und dem Dorfteich (etwa 8 km ab Stadt Wehlen). Die Kirche wurde 1860 anstelle eines älteren Vorgängerbaus errichtet.

Vor Dorfkirche und -teich biegt der Malerweg rechts in die Teichstraße ein. Nach rund 150 Metern biegt der Wanderweg dann links in den Querweg ab und führt wieder aus dem Ort hinaus. Der asphaltierte Weg verläuft an Feldern und Gehölzstreifen entlang und erreicht nach rund 600 Metern eine Landstraße.

Hocksteinschänke

Dort laden eine Holzbank und ein Steintisch unter einer Birke zur Pause ein. Der Rastplatz und der folgende Wegabschnitt bieten nach Süden einen weiten Blick über Felder und die Höchfläche in Richtung Elbtal.

Sächsische Schweiz: Blick über Felder bei Rathewalde - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sächsische Schweiz: Blick über Felder bei Rathewalde

Sächsische Schweiz: Wegestein bei der Hocksteinschänke - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wegestein bei der Hocksteinschänke

Der Malerweg biegt an dem Rastplatz nach rechts ab und führt auf einem Wiesenpfad an der Landstraße entlang.

Nach gut einem halben Kilometer gelangt man zu einer größeren Straßenkreuzung. Dort steht auf einer Verkehrsinsel zwischen zwei Linden ein historischer Wegestein aus den 1820er Jahren.

Nachdem man die Verkehrsinsel passiert hat, kommt man an eine andere Landstraße und überquert sie. Auf der anderen Straßenseite befindet sich links die Hocksteinschänke (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit).

Sächsische Schweiz: Hocksteinschänke bei Hohnstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Hocksteinschänke

Dort befand sich bereits im 16. Jahrhundert ein Gasthaus. Das jetzige Gebäude geht auf das Jahr 1797 zurück, wurde aber in den folgenden Jahrzehnten mehrfach umgebaut und erweitert.

Nachdem man die andere Landstraße überquert hat, biegt man rechts ab und kehrt der Hocksteinschänke den Rücken zu. Man geht auf einem Wiesenweg rund 200 Meter an der Straße entlang, bis man gegenüber einen Wanderparkplatz sieht. Dort kreuzt man die Landstraße erneut, überquert den Parkplatz und geht in einen Weg hinein.

Hockstein

Sächsische Schweiz: Wanderweg zum Hockstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wanderweg zum Hockstein

Der Malerweg verläuft zuerst an Wiesen links und einem Waldrand rechts entlang. Nachdem man ein kurzes Wiesenstück durchquert hat, taucht der Weg dann in den Wald ein.

Nach rund 300 Metern mündet von rechts ein anderer Weg ein, aber man folgt dort dem Malerweg weiter geradeaus. Danach führt der Weg sanft bergab und geht in einen Treppenweg über, der linker Hand an einer Hangkante entlang führt.

Sächsische Schweiz: Teufelsbrücke am Hockstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Teufelsbrücke am Hockstein

Anschließend passiert man einige Felsen und erreicht die Teufelsbrücke am Hockstein.

In einen Felsen rechts vor der Bogenbrücke mit steinerner Brüstung ist das Baujahr 1821 eingraviert. Daneben haben sich „Carl Gottlob (und) Carl Gotthelf Ruszig aus Zeschnig“ verwewigt, die damals Betreiber der Hocksteinschänke waren.

Die Teufelsbrücke ist eines der ältesten erhaltenen touristischen Bauwerke der Sächsischen Schweiz und bildet den westlichen Zugang zum Hockstein.

Sächsische Schweiz: Schutzhütte am Hockstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Schutzhütte am Hockstein

Der Malerweg führt über die Teufelsbrücke zur umzäunten Hochfläche des Hocksteins, einem Felsen fast 120 Meter über dem Polenztal. Als erstes zweigt rechts ein Zuweg zu einem Aussichtspunkt ab, der einen Blick nach Süden in Polenztal ermöglicht.

Anschließend führt der Weg über einen Metallsteg, unter dem man schon die Wolfschlucht sehen kann, und erreicht die Schutzhütte Hockstein.

Tipp: Auf dem Hockstein laden Bänke dazu ein, die Aussicht zu genießen!

Sächsische Schweiz: Blick von Hocksteinaussicht ins Polenztal und auf Hohnstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Hocksteinaussicht

Rechts an der Schutzhütte vorbei führt ein Zuweg einige Treppenstufen hinab zur Hocksteinaussicht.

Dieser Aussichtspunkt bietet einen herrlichen Blick auf das gegenüberliegende Hohnstein mit Burg Hohnstein, das Ziel dieser Wanderung ist, und ins Polenztal. Im Talgrund fast 120 Meter tiefer kann man die Gaststätte Polenztal sehen.

Anschließend kehrt man zur Schutzhütte zurück und geht links an ihr vorbei. Man gelangt auf einen mit Geländern gesicherte Treppenweg, der steil bergab führt.

Sächsische Schweiz: Blick von Hocksteinaussicht auf Hohnstein mit der Burg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sächsische Schweiz: Blick von Hocksteinaussicht auf Hohnstein mit Burg Hohnstein

Wolfsschlucht

Der Treppenweg macht eine Linkskehre und verläuft dann unter dem Metallsteg hindurch, den man schon kurz vor der Schutzhütte Hockstein überquert hatte. Direkt danach führt die Metalltreppe in den oberen Eingang der Wolfsschlucht hinein.

Die Wolfsschlucht wurde mit der touristischen Erschließung des Hocksteins immer besser ausgebaut und ist durch eine Metalltreppe mit Geländer gut passierbar. Zudem ist das Innere des Durchgangs weniger beengt als es von außen wirkt.

Sächsische Schweiz: Hocksteinhöhle - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Hocksteinhöhle

Der Weg durch die Teufelsschlucht hat nur eine Länge von rund 50 Metern und einen Höhenunterschied von rund 20 Metern. Achtung! Wer Probleme mit engen Räumen und steilen Treppen hat, sollte diesen Weganschnitt trotzdem besser meiden!

Am unteren Ausgang der Wolfsschlucht kann man noch kurz rechts zur Hocksteinhöhle gehen, die jedoch nicht sehr tief ist.

Anschließend folgt man dem Malerweg nach links ins Polenztal hinab. Der Weg ist zum Teil mit Geländern gesichert und verläuft zuerst zwischen Felsen links und einer steilen Böschung rechts am Hang entlang.

Polenztal

Danach geht man auf einem Treppenweg durch den Wald und erreicht nach knapp 400 Metern das Polenztal. Die Polenz entspringt am Raupenberg nahe der tschechischen Grenze und ist nur 31 Kilometer lang. Sie hat sich tief durch das Elbsandsteingebirge gegraben und mündet bei Bad Schandau in den Lachsbach, der wiederum kurz danach in die Elbe fließt.

Sächsische Schweiz: Blick vom Polenztal zum Hockstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick zum Hockstein

Vom Tal aus sollte man noch einmal einen Blick hinauf zum Hockstein werfen, der hoch über dem Polenztal aufragt.

Im Talgrund wendet sich der Malerweg nach rechts und folgt einem breiten Weg rund 250 Meter bis zum Gasthaus Polenztal (etwa 11 km ab Stadt Wehlen, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). Wer mag, kann dort vor dem letzten großen Anstieg nach Hohnstein noch einmal Pause machen!

Anschließend folgt man weiter dem Malerweg um das Gasthaus herum und überquert dann auf einer schmalen Fußgängerbrücke die Polenz.

Schindergraben

Sächsische Schweiz: Wanderweg am Eingang zum Schindergraben - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Eingang zum Schindergraben

Die Brücke mündet direkt in den Eingang zum Schindergraben, einem engen Seitental der Polenz. Es hat seinen Namen, weil dort seit dem 16. Jahrhundert vom Hohnsteiner Abdecker (Schinder) Tierkadaver entsorgt wurden. Wegen des Geruchs und der Seuchengefahr wurden solche Plätze abseits von Ortschaften angelegt.

Der Malerweg folgt im Schindergraben dem gleichnamigen Bachlauf auf einem Pfad bergauf. Dabei kreuzt der von hohen Felsen gesäumte Weg mehrmals auf Metallstegen den Bach. Nach rund 350 Metern biegt der Wanderweg scharf nach rechts ab.

Dort sollte man vorher noch geradeaus eine hohe Sandsteinmauer mit einem großen Bogen beachten, durch den einem das Wasser des Schindergrabens in Kaskaden entgegenfließt.

Sächsische Schweiz: Mauer des ehemaligen Bärengartens im Schindergraben bei Hohnstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sächsische Schweiz: Mauer mit Torbogen des früheren Bärengartens bei Hohnstein

Der Bogen war einst mit Gittern gesperrt, als die Mauer unterhalb der Burg Hohnstein noch einen Bärenzwinger abriegelte – den sogenannten Bärengarten. Dort wurden zwischen 1609 und 1756 für sächsischen Kurfürsten Bären gehalten, um sie zu jagen.

Sächsische Schweiz: Wilhelm-Lebrecht-Götzinger-Porträt im Schindergraben bei Hohnstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Porträt von Wilhelm Lebrecht Götzinger im Schindergraben

Nachdem der Wanderweg vor der Mauer des Bärengartens scharf rechts abgebogen ist, kann man links an einer Felswand ein eingemeißeltes Relief von 1887 sehen. Es zeigt im Profil den sächsischen Theologen und Heimatforscher Wilhelm Leberecht Götzinger (1758 – 1818), der die ersten umfassenden Beschreibungen über die Sächsische Schweiz geschrieben hat.

Der Malerweg führt noch ein Stück geradeaus und dann in einer Linkskehre weiter bergauf. Kurz danach mündet der Pfad in einen breiten Forstweg, dem man nach links folgt. Kurz danach passiert man noch einmal Überreste der Mauer des Bärengartens.

Hohnstein

Sächsische Schweiz: Rathaus von Hohnstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Rathaus von Hohnstein

Man folgt dem Forstweg geradeaus an Felsen vorbei und erreicht schließlich Hohnstein (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). Der Malerweg führt geradeaus in den Ort hinein. Nach rund 100 Metern sieht man rechts das Rathaus aus dem Jahr 1688.

Beim Rathaus wendet man sich nach links und geht geradeaus durch die Rathausstraße zum Markt von Hohnstein.

Sächsische Schweiz: Stadtkirche mit Fachwerkhaus in Hohnstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Stadtkirche mit Fachwerkhaus

Dort ragt hinter einem Fachwerkhaus die Stadtkirche von Hohnstein auf. Sie geht auf das 14. Jahrhundert zurück, wurde aber nach einem Brand 1724 auf den Grundmauern im barocken Stil wiederaufgebaut.

Unterhalb der Kirche gibt es die Bushaltestelle, „Hohnstein Markt“ an der diese Wanderung endet (gut 12 km ab Stadt Wehlen). Von dort aus kann man zu unregelmäßigen Zeiten mit dem Bus nach Bad Schandau und dann halbstündlich mit der S-Bahn weiter in Richtung Dresden fahren.

Burg Hohnstein

Sächsische Schweiz: Eingang von Burg Hohnstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Eingang von Burg Hohnstein

Vorher sollte man aber am Markt links zur Burg Hohnstein hinaufgehen. Sie wurde ab dem 13. Jahrhundert als böhmische Burg erbaut und kam 1443 zu Sachsen.

Ab dem 16. Jahrhundert diente sie unter anderem als Gefängnis und in der NS-Zeit zeitweise als Lager für politische Häftlinge und Kriegsgefangene. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Burg eine Jugendherberge, heute wird sie als Herberge, Hotel und Veranstaltungsort genutzt.

Tipp: Man sollte Burg Hohnstein unbedingt besichtigen! Der Eintritt ist kostenlos!

Sächsische Schweiz: Hinteres Schloss mit Turm von Burg Hohnstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Hinteres Schloss mit Turm

Auf dem Weg durch die Burg passiert man nach dem Eingang zuerst den Unteren Burghof mit dem Unteren Schloss von 1550. Anschließend kommt man in die Kernburg mit dem Oberen Burghof und neueren Gebäuden.

Schließlich gelangt man zum Hinteren oder Alten Schloss, das sein jetziges Aussehen im 19. Jahrhundert erhielt, und zum ehemaligen Bergfried, der 1951 neugebaut wurde.

Von den Burgmauern und vom Turm hat man schöne Ausblicke auf Hohnstein, in den Schindergraben und ins Polenztal.

Sächsische Schweiz: Blick von Hocksteinaussicht auf Hohnstein mit der Burg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sächsische Schweiz: Blick auf Hohnstein mit Burg Hohnstein

  • Hier finden Sie allgemeine Informationen zum Malerweg, dem diese Wanderung überwiegend folgt.
  • Hier finden Sie weitere Fremdgänge bei RheinWanderer.de – Der Blog über Wandern am Rhein.