Taunus-Schinderhannes-Steig 2: Von Eppstein nach Glashütten

Auf dem Taunus-Schinderhannes-Steig über Eppenhain und Schloßborn zur Heilig-Geist-Kirche

Taunus: Blick auf Eppstein vom Rastplatz am Mendelsohn-Gedenkstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Taunus: Blick auf Eppstein

Markierungen des Taunus-Schinderhannes-SteigsDiese Wanderung führt auf dem Taunus-Schinderhannes-Steig von Eppstein über Eppenhain, den Atzelbergturm und Schloßborn nach Glashütten (etwa 14 km). Es bleibt auch noch Zeit, um die Orte am Weg zu besichtigen. Die Wanderung weicht von den „offiziellen“ Etappen des Taunus-Schinderhannes-Steigs ab, damit eine bessere Abreise per Bus möglich ist. Der Grund ist, dass Glashütten besser an öffentliche Verkehrsmittel angebunden ist, als das eigentliche Etappenziel Schloßborn. Die Wanderung entspricht weitgehend der „offiziellen“ Etappe 2 und dem Anfang der „offiziellen“ Etappe 3 des Taunus-Schinderhannes-Steigs.

Hier einige Video-Impressionen vom Taunus-Schinderhannes-Steig zwischen Eppstein und Glashütten…

Eppstein

Taunus: Sankt-Laurentius-Kirche in Eppstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Laurentius-Kirche in Eppstein

Diese Wanderung beginnt am Bahnhof von Eppstein im Vordertaunus, der per S-Bahn (Main-Lahn-Bahn) halbstündlich aus Richtung Frankfurt am Main erreichbar ist. Vom Bahnhof aus geht man über eine Fußgängerbrücke und dann durch die Burgstraße in den Ort hinein.

Man kommt an der neugotischen Sankt-Laurentius-Kirche von 1903 vorbei und erreicht kurz danach den Marktplatz. Dort sind zahlreiche Fachwerkhäuser und die spätgotische Talkirche sehenswert, die auf die Zeit um 1430 zurückgeht.

Tipp: Man sollte unbedingt die Altstadt und die Burgruine von Eppstein besichtigen!

Burgruine Eppstein

Hoch über der Altstadt thront die Burgruine Eppstein. Die Burg wurde bereits im 10. Jahrhundert gegründet und in folgenden Jahrhunderten mehrfach erweitert und umgebaut. Im 19. Jahrhundert wurde die teils schon verfallene Burg als Steinbruch genutzt, aber später wieder restauriert.

Taunus: Nordseite von Burg Eppstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Nordseite der Burgruine Eppstein

Am Marktplatz trifft man auch auf die Markierungen mit dem braun-grünen Schriftzug „Taunus-Schinderhannes-Steig“. Ihnen folgt man nach links durch die Rossertstraße.

Nach 100 Metern biegt man dann erneut nach links in den Treppenweg „Am Woogberg“ ein. An dessen Ende geht man wieder nach links, wobei man noch einmal einen schönen Blick auf die Burgruine Eppstein hat.

Nach rund 150 Metern biegt der Wanderweg dann nach rechts in einen unbefestigten Weg ein. Man folgt ihm anschließend durch ein Wäldchen bergauf zum Eppsteiner Ortsteil Vockenhausen.

Taunus: Blick auf Burg Eppstein und Talkirche - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Taunus: Blick auf Burgruine Eppstein und Talkirche

Der Weg mündet direkt in eine ruhige Wohnstraße, in die man nach rechts einbiegt (etwa 1 km ab Eppstein). Anschließend folgt man der Straße immer geradeaus am östlichen Ortsrand von Vockenhausen entlang. Linker Hand passiert man mehrere Sportplätze und nach rund einem halben Kilometer das Gelände von zwei Schulen. Direkt danach biegt der Taunus-Schinderhannes-Steig schräg nach rechts in einen breiten Waldweg ein.

Wellbachtal

Achtung! Der Wanderweg biegt dort sofort wieder nach links in einen schmalen Waldpfad ein, der zuerst parallel zur Straße knapp am Waldrand entlang führt. Der Schinderhannes-Steig macht damit einen unnötigen Umweg. Außerdem wechseln die Markierungen unvermittelt vom üblichen braun-grünen zu einem (schwerer zu erkennenden) rein braunen Schriftzug.

Taunus: Waldweiher im Wellbachtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Waldweiher im Wellbachtal

Deshalb kann man dort einfach dem breiten Waldweg geradeaus folgen, bis man nach rund 350 Metern wieder auf die (jetzt rein braunen) Markierungen des Taunus-Schinderhannes-Steigs stößt. Man hat dort das Gebiet des Wellbachtals erreicht.

Bald danach passiert der Wanderweg einen kleinen Waldweiher, an dem eine Bank zur Rast einlädt. Anschließend wandert man weiter das Wellbachtal hinauf. Rund 300 Meter nach dem Weiher gelangt man an eine größere Wegkreuzung (etwa 3 km ab Eppstein), an der man weiter geradeaus geht.

Taunus: Naturschutzgebiet Rossert-Hainkopf-Dachsbau - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wiesen im Naturschutzgebiet Rossert – Hainkopf – Dachsbau

Dort hat man auch das Naturschutzgebiet Rossert – Hainkopf – Dachsbau erreicht, das nach drei Anhöhen südlich des Kelkheimer Ortsteils Eppenhain benannt ist. Das knapp 120 Hektar große Schutzgebiet umfasst vor allem Felskuppen, Waldgebiete und einen Wiesengrund. Es ist Lebensraum für zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten.

Nachdem man zunächst einem Waldpfad parallel zum Wiesengrund gefolgt ist, wechselt der Schinderhannes-Steig auf einen breiten Forstweg. Auf diesem gelangt man dann nach rund einem halben Kilometer zum südlichen Ortsrand von Eppenhain.

Rossert

Taunus: Nickelskreuz bei Eppenhain - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Nickelskreuz bei Eppenhain

Dort stößt man auf einen kleinen Rastplatz und ein hölzernes Flurkreuz – das Nickelskreuz. Der Wanderweg führt nicht geradeaus nach Eppenhain hinein, sondern macht beim Nickelskreuz eine Wendung nach rechts. Auf den folgenden gut zwei Kilometern verläuft der Weg in einem weiten Bogen östlich um Eppenhain herum.

Hinter dem Nickelskreuz führt er zuerst auf einem breiten Weg kurz am Ortsrand entlang und dann wieder in den Wald hinein. Nach rund 500 Metern biegt der Taunus-Schinderhannes-Steig dann nach links in einen schmalen Waldpfad ab.

Taunus: Felskuppe des Rossert bei Eppenhain - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Felskuppe des Rossert bei Eppenhain

Anschließend folgt man dessen weiterhin rein braunen Markierungen die Erhebung des 516 Meter hohen Rossert hinauf. Der Name geht auf ein althochdeutsches Wort für Steingeröll zurück.

Der Wanderweg führt nicht direkt über die Felskuppe des Rossert, sondern südlich um den Gipfel herum. Aber auch dort passiert der Weg einige Felsen.

Wer mag kann aber an der nächsten Wegkreuzung noch einen Abstecher nach rechts auf die Felskuppe des Rossert machen. Von dort aus kann bei klarer Sicht die höchste Erhebung des Taunus sehen – den Gipfel des Großen Feldbergs.

Taunus: Blick vom Rossert zum Großen Feldberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Taunus: Blick vom Rossert zum Großen Feldberg

Danach führt der Schinderhannes-Steig auf einem schmalen Waldpfad wieder bergab. Nach rund 300 Metern stößt der Wanderweg dann erneut auf einen breiten Forstweg am Ortsrand von Eppenhain. Diesem folgt man kurz nach rechts, biegt dann aber wieder nach links in einen schmalen Waldpfad ein.

Eppenhain

Der Taunus-Schinderhannes-Steig verläuft anschließend weiter östlich um Eppenhain herum. Im weiteren Verlauf berührt der Wanderweg noch zweimal kurz die Bebauung des Ortes. Schließlich erreicht man bei einem bunt bemalten Technikhäuschen eine Straße mit einer Bushaltestelle.

Taunus: Sankt-Josef-Kirche in Eppenhain - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Josef-Kirche in Eppenhain

Man überquert die Straße, geht nach links und dann nach rechts in die Ehlhaltener Straße hinein, die in den alten Ortskern von Eppenhain führt (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). Kurz danach biegt der Schinderhannes-Steig nach rechts bergauf in den Atzelbergweg ab (etwa 6 km ab Eppstein).

Tipp: Ich empfehle, vorher noch geradeaus bergab in den Ortskern von Eppenhain zu gehen. 

Dabei kommt man an der neuromanischen Sankt-Josef-Kirche von 1907/1908 vorbei. Weitere Sehenswürdigkeiten sind einige Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert sowie das spätklassizistische Alte Schul- und Rathaus von 1823/24.

Anschließend kehrt man zum Taunus-Schinderhannes-Steig zurück und folgt ihm auf dem Atzelbergweg bergauf aus dem Ort hinaus. Der Wanderweg führt in den Wald hinein und dann noch ein Stück oberhalb von Eppenhain entlang.

Atzelbergturm

Taunus: Fernmeldeturm Atzelberg bei Eppenhain - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Fernmeldeturm Atzelberg bei Eppenhain

Bald danach biegt man nach rechts ab und folgt einem steilen Weg zum Gipfel des 507 Meter hohen Atzelbergs hinauf. Dort sieht man rechter Hand den 98 Meter hohen Fernmeldeturm Atzelberg, der 1969 aus Stahlbeton erbaut wurde.

Der Wanderweg wendet sich jedoch bei einer Schutzhütte nach links und man gelangt dann zum Standort des Atzelbergturms.

Hinweis: Der hölzerne Aussichtsturm auf dem Atzelberg wurde 2017 durch ein Feuer beschädigt und zwei Jahre danach abgerissen. Im Herbst 2022 soll ein neuer, stählerner Aussichtsturm errichtet werden.

Silberbachtal

Direkt hinter dem Aussichtsturm führt der Taunus-Schinderhannes-Steig nach rechts einen schmalen Waldpfad den Berg hinab. Seine Markierungen tragen ab dort wieder den üblichen braun-grünen Schriftzug. Nach knapp 300 Metern stößt man auf einen breiten Forstweg. Diesem folgt man in einer Spitzkehre nach rechts, biegt kurz danach aber nach links wieder in einen schmalen Waldpfad ein.

Taunus: Blick auf Kippelmühle im Silberbachtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Kippelmühle im Silberbachtal

Anschließend verläuft der Wanderweg weitgehend geradeaus durch den Wald bergab, wobei man mehrere breitere Weg kreuzt. Nach rund einem Kilometer stetigem Abstieg erreicht man dann den Talgrund des Silberbachtals (rund 8 km ab Eppstein).

Der Schinderhannes-Steig biegt zuerst nach rechts, dann nach links ab und überquert danach den Silberbach. Anschließend wandert man an Gehölzen und Wiesen vorbei sowie durch Waldstücke. Dabei hat man nach rechts immer wieder schöne Ausblicke in den Wiesengrund des Silberbachtals sowie die Gehöfte von Kippelmühle, Neumühle und Obermühle.

Nach knapp einem Kilometer trifft der Wanderweg auf einen befestigten Wirtschaftsweg, über den man nach rund 400 Metern den südlichen Rand des Glashüttener Ortsteils Schloßborn erreicht.

Schloßborn

Dort stößt man auf eine Landstraße, die man überquert. Der Wanderweg führt nicht geradeaus nach Schloßborn hinein, sondern nach rechts an einem Sportplatz vorbei.

Taunus: Blick auf Schloßborn im Taunus - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Schloßborn

Auf den folgenden rund eineinhalb Kilometern verläuft der Taunus-Schinderhannes-Steig in einem weiten Bogen östlich um Schloßborn herum. Nachdem man den Sportplatz passiert hat führt der Weg durch Gärten.

Nach rund einem halben Kilometer biegt man nach links ab, wandert an Gehölzen und Wiesen entlang und taucht dann in den Wald ein. Kurz danach geht man erneut nach links und kreuzt nach rund 250 Metern eine Landstraße.

Anschließend erreicht man zum zweiten Mal den Ortsrand von Schloßborn (etwa 11 km ab Eppstein, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). Dort macht der Wanderweg bei einem alten Transformatorenturm (der als Quartier für Fledermäuse dient) eine Spitzkehre nach rechts. Wer mag kann dort geradeaus über einen Treppenweg in den Ortskern hinab gehen.

Tipp: Es lohnt sich, einen Bummel durch Schloßborn zu machen!

Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die barocke Sankt-Philippus-und-Jakobus-Kirche von 1713/14, einige Fachwerkhäuser sowie das Alte Schul- und Rathaus. Besonders interessant sind die Überreste eines alten Wehrturms und der ehemaligen Ringmauer von Schloßborn aus dem 15. Jahrhundert.

Weiherbachtal

Anschließend kehrt man zum alten Transformatorenturm und dem Taunus-Schinderhannes-Steig zurück. Man folgt dann dessen braun-grünen Markierungen noch ein Stück oberhalb von Schloßborn entlang.

Taunus: Fischteich im Weiherbachtal bei Schloßborn - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Fischteich im Weiherbachtal

Der Wanderweg führt wieder in den Wald hinein und das Weiherbachtal hinauf. Kurz danach passiert man einen Fischteich links vom Weg, dessen Ufer aber nicht betreten werden darf.

Man folgt dem breiten Forstweg dann immer geradeaus durch den Wald. Rund eineinhalb Kilometer nach dem Fischteich erreicht man schließlich den Ortsrand von Glashütten (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Glashütten

Taunus: Blick auf Glashütten - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Glashütten

Der Taunus-Schinderhannes-Steig führt dort zunächst rechts eine kleine Straße an der Bebauung entlang. Nach rund 100 Metern macht die Straße eine Linkskurve in eine ruhige Wohnsiedlung hinein.

Anschließend gelangt man an eine Straßengabelung, an der man den braun-grünen Markierungen nach rechts in die Gartenstraße folgt. Nach rund 200 Metern biegt man dann nach rechts in den Schloßborner Weg ein.

Taunus: Heilig-Geist-Kirche in Glashütten - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Heilig-Geist-Kirche in Glashütten

Auf diesem gelangt man schließlich zur Heilig-Geist-Kirche und der Hauptstraße von Glashütten, wo die Wanderung an einer Bushaltestelle endet (etwa 14 km ab Eppstein). Von dort aus kann man stündlich mit dem Bus nach Königstein und dann weiter mit der Regionalbahn (Königsteiner Bahn) in Richtung Frankfurt am Main fahren.

Vor der Abfahrt sollte man noch die Heilig-Geist-Kirche besuchen. Es lohnt sich, in der kleinen, spätbarocken Kirche von 1714/16 einen Moment innezuhalten.