Burgensteig 9: Von Schriesheim nach Dossenheim

Auf dem Burgensteig Bergstraße über die Schauenburg zum Steinbruch Leferenz

Odenwald: Blick von der Strahlenburg auf Schriesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Odenwald: Blick auf Schriesheim an der Bergstraße

Markierungen des Burgensteigs BergstraßeDiese Wanderung führt auf dem Burgensteig Bergstraße von Schriesheim über die Schauenburg und den Drei-Eichen-Brunnen nach Dossenheim (etwa 13 km). Sie ist bewusst so angelegt, dass noch genügend Zeit bleibt, um Schriesheim und Dossenheim zu besichtigen. Die Wanderung entspricht weitgehend der „offiziellen“ Etappe 8 des Burgensteigs Bergstraße.

Schriesheim

Diese Wanderung beginnt an der Straßenbahn-Haltestelle „Bahnhof Schriesheim“ in Schriesheim an der Bergstraße. Sie ist mit der Straßenbahn halbstündlich aus Weinheim oder aus Heidelberg und Mannheim erreichbar.

Von der Straßenbahn-Haltestelle überquert man den Schillerplatz und folgt dann der Theodor-Körner-Straße immer geradeaus. Wenn es nach rund 300 Metern geradeaus nicht weiter geht, wendet man sich dort nach links und biegt unmittelbar darauf nach rechts in den Kehlweg ein.

Odenwald: Altes Rathaus in Schriesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Altes Rathaus in Schriesheim

Tipp: Man sollte sich vor der Wanderung unbedingt noch Schriesheim anschauen!

Ich empfehle daher, nicht sofort nach rechts in den Kehlweg abzubiegen, sondern vorher noch geradeaus zu gehen. Nach rund 200 Meter erreicht man den Marktplatz von Schriesheim mit dem Alten Rathaus von 1684. Weitere Sehenswürdigkeiten in der Nähe sind der Stahlenberger Hof aus der Zeit um 1600, die Evangelische Stadtkirche von 1751 und die barocke Maria-Himmelfahrt-Kirche aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Anschließend kehrt man zum Kehlweg zurück und folgt der ruhigen Wohnstraße rund 200 Meter bergauf. Dort biegt nach links etwas versteckt ein Treppenweg ab, der in die Weinberge hinaufführt.

Strahlenburg

Anschließend wandert man auf einem Serpentinenweg durch Weinberge zur Strahlenburg hinauf. Man geht dann rechts an der Burganlage vorbei, bis man links auf den Eingang zur Strahlenburg stößt.

Tipp: Ich empfehle, in die Burganlage hinein zu gehen und die Aussicht von der Gartenterrasse auf Schriesheim zu genießen.

Odenwald: Blick von der Strahlenburg auf Schriesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick von der Strahlenburg auf Schriesheim

Die Strahlenburg wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet und im 14. Jahrhundert ausgebaut. 1470 wurde die Burg allerdings erobert und danach zerstört. Heute befindet sich in der Burgruine eine Gaststätte mit großer Gartenterrasse.

Anschließend kehrt man zum Eingang der Strahlenburg zurück und überquert geradeaus den Parkplatz der Burg. Am Ende des Parkplatzes biegt man scharf nach rechts ein und findet sich dann nach einer weiten Linkskurve an den Weinbergen oberhalb von Schriesheim wieder. Von dort hat man noch einmal einen herrlichen Blick auf den Ort und die Oberrheinebene.

Odenwald: Blick auf Schriesheim mit der Strahlenburg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Odenwald: Blick auf Schriesheim mit der Strahlenburg

Odenwald: Liederkranzdenkmal oberhalb von Schriesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Liederkranzdenkmal oberhalb von Schriesheim

Linker Hand befindet sich ein kleiner Rastplatz mit dem Liederkranzdenkmal, das an die in beiden Weltkriegen getöteten Mitglieder des Gesangsvereins Liederkranz Schriesheim erinnert.

Gegenüber vom Liederkranzdenkmal führt ein Weinbergweg am Waldrand schräg bergauf. Diesem Weg folgt man gut 50 Meter bis man auf einen anderen Weinbergweg trifft. Dort findet man auch die Markierungen des Burgensteigs Bergstraße mit dem blau-weißen Burg-Zeichen, denen man nach rechts folgt.

Schauenburg

Odenwald: Blick auf Schriesheim und die Strahlenburg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Schriesheim

Danach wandert man durch die Weinberge oberhalb von Schriesheim nach Süden. Dabei sollte man ruhig noch mal einen Blick zurückwerfen, denn auf diesem Wegabschnitt hat man schöne Ausblicke auf Schriesheim und die Strahlenburg. Nach gut 400 Metern taucht der Wanderweg dann in den Wald.

Man wandert anschließend auf einem schmalen Waldweg immer am Hang entlang. Nach rund einem halben Kilometer passiert man eine direkt am Hang gebaute Schutzhütte, aber der Aussichtspunkt dort ist weitgehend zugewachsen. Kurz danach passiert man ein kleines Wasserwerk links vom Weg und gelangt nach rund 400 Metern an eine kleine Wegkreuzung.

Odenwald: Ruine der Schauenburg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Ruine der Schauenburg

Dort folgt man den blau-weißen Markierungen des Burgensteigs Bergstraße nach links einen schmalen Pfad hinauf, bis man auf auf einen höher gelegenen Waldweg trifft.

Von dort aus sind es nur noch rund 250 Meter bis zu einer Schutzhütte und der Ruine der Schauenburg (gut 3 km ab Schriesheim, keine Einkehrmöglichkeit!). Man kann die auf einem Bergsporn liegende Burganlage über eine hölzerne Brücke betreten. Der Eintritt ist kostenlos!

Tipp: Man sollte die Ruine der Schauenburg unbedingt erkunden!

Die Burg wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut und im 14. Jahrhundert ausgebaut. 1460 wurde die Burg allerdings erobert und danach bis auf die Grundmauern geschleift. Von der Burgruine hat man einen weiten Blick auf die Oberrheinebene und auf Dossenheim – das Ziel dieser Wanderung.

Odenwald: Blick von der Schauenburg auf Dossenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Odenwald: Blick von der Schauenburg auf Dossenheim

Mühlbachtal

Nachdem man die Ruine der Schauenburg besichtigt hat, kehrt man über die hölzerne Brücke zum Burgensteig Bergstraße zurück und folgt dessen blau-weißen Markierungen weiter durch den Wald. Nach rund 250 Metern gelangt man dann zum einem breiten Forstweg, dem man nach links bergauf folgt.

Odenwald: Sickerquelle Am Kottenbrunnen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sickerquelle Am Kottenbrunnen

Anschließend wandert man das Tal des Mantelbachs hinauf und folgt dann dem gewundenen Weg mit mehreren Richtungswechseln hinüber ins Tal des Brenkenbachs. Dort gelangt man nach knapp zwei Kilometern zur Kreuzung Am Kottenbrunnen, wo mehrere Quellen entspringen und drei Forstwege nach rechts abzweigen. Man bleibt aber weiter auf dem oberen Weg und gelangt nach 700 Metern an eine Weggabelung, wo der Burgensteig nach links abbiegt.

Odenwald: Blick ins Mühlbachtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick ins Mühlbachtal

Danach verläuft der Wanderweg oberhalb des Mühlbachtals, dessen Talgrund man rechts durch die Bäume sehen kann. Nach rund einem Kilometer hat man das obere Ende des Tals erreicht und der Burgensteig Bergstraße biegt mit einer Spitzkehre nach rechts ab (etwa 7 km ab Schriesheim).

Anschließend führt der Wanderweg in das Mühlbachtal hinab. Im Talgrund angelangt biegt der Burgensteig scharf nach links ab, überquert den Mühlbach und folgt dann nach rechts einem Forstweg wieder aus dem Tal heraus.

Odenwald: Mauerreste der Ruine Kronenburg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mauerreste der Ruine Kronenburg

Danach wandert man rund 800 Meter durch den Wald bis der Forstweg eine scharfe Linkskurve beschreibt. Rechts von der Kurve befinden sich auf einem Bergsporn die Überreste der Kronenburg (auch Altes Schlössl genannt). Dort sind überwuchert von Bäumen allerdings nur noch einige Grundmauern zu erkennen. Ein Abstecher auf den Bergsporn lohnt sich nicht besonders.

Die aus drei Teilburgen bestehende Kronenburg ging auf die Zeit um 1100 zurück, wurde aber nie urkundlich erwähnt. Sie wurde schon bald nach ihrem Bau wieder aufgegeben und als Steinbruch genutzt.

Drei-Eichen-Brunnen

Man folgt also weiter dem blau-weiß markierten Burgensteig Bergstraße, der nun auf dem Forstweg in das Tal des Elsbachs hinein führt. Nach rund einem halben Kilometer hat man das obere Ende des Elsbachtals erreicht und der Wanderweg macht eine Kehre nach rechts.

Odenwald: Drei-Eichen-Brunnen bei Dossenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Drei-Eichen-Brunnen bei Dossenheim

Nach rund 400 Metern biegt der Burgensteig in einer Spitzkehre nach links in einen steil ansteigenden Waldpfad ein und kurz danach in einer Spitzkehre nach rechts in einen Forstweg. Diesem folgt man anschließend gut einen halben Kilometer, bis man nach links in einen schmalen Waldweg abbiegt. Nach gut 400 Metern erreicht man dann den Waldparkplatz mit Schutzhütte am Drei-Eichen-Brunnen (gut 10 km ab Schriesheim).

Tipp: Die Bänke an dem kleinen Brunnen laden zu einer Rast ein!

Anschließend geht man vorbei an einer Schranke geradeaus weiter durch den Wald. Nach rund 200 Metern macht der Forstweg eine Kehre nach links. Kurz danach folgen zwei Weggabelungen an denen man sich zuerst rechts und dann links hält.

Odenwald: Mauerreste der Ruine Wolfsgrund bei Dossenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mauerreste der Ruine Wolfsgrund

Man hat nun das Gebiet erreicht, wo sich rechts vom Weg im Wald die Überreste der Ruine Wolfsgrund (auch Mauersechseck genannt) befinden. Dort sind überwuchert von Bäumen allerdings nur noch einige Grundmauern der ursprünglich sechseckigen Anlage zu erkennen. Daher lohnt sich ein Abstecher in den Wald eigentlich nicht.

Bei der Ruine Wolfsgrund handelte es sich möglicherweise um die Überreste eines befestigten Wehrhofes aus dem 14. Jahrhundert. Die Anlage wurde aber nie urkundlich erwähnt und vermutlich schon im 15. Jahrhundert wieder aufgegeben.

Dossenheim

Kurz danach macht der Forstweg eine Rechtskurve. Der Burgensteig Bergstraße biegt dort scharf nach links bergauf in einen Waldpfad ein, aber wir folgen weiter dem breiten Weg bergab nach Dossenheim. Der unmarkierte Weg verlässt bald den Wald und führt dann durch Gärten stetig bergab. Auf diesem Wegabschnitt hat man linker Hand bereits einen schönen Blick auf Dossenheim.

Odenwald: Blick auf Dossenheim an der Bergstraße - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Odenwald: Blick auf Dossenheim an der Bergstraße

Nach knapp einem Kilometer gelangt man zu einem großen Parkplatz mit einem Imbiss (Einkehrmöglichkeit!). Dort befindet sich rechter Hand der Eingang zum ehemaligen Steinbruch Leferenz (etwa 12 km ab Schriesheim). Der Eintritt ist kostenlos!

Tipp: Ich empfehle, noch einen Abstecher in den Steinbruch zu machen.

Odenwald: Ehemalige Brecheranlage im Steinbruch Leferenz bei Dossenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Ehemalige Brecheranlage im Steinbruch Leferenz

In dem Betrieb der Heidelberger Unternehmerfamilie Leferenz wurde zwischen den 1880er und 1980er Jahren das vulkanische Gestein Rhyolith (auch Quarzporphyr genannt) abgebaut. Vom Steinbruchbetrieb sind unter anderem noch eine frühere Brecheranlage und Teile der Feldbahn zu sehen, mit der an bestimmten Tagen auch Besucher mitfahren können. Durch das Gelände verläuft ein Rundweg, an dem Informationstafeln geologische Besonderheiten erläutern.

Kurz nachdem man den Steinbruch passiert hat, erreicht man die ersten Häuser von Dossenheim (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). Dort biegt man am besten bei der ersten Gelegenheit nach rechts in die Neubergstraße ein und dann sofort wieder nach links in den Schlüsselweg.

Wenn man ihm und der Beethovenstraße immer geradeaus folgt, gelangt man nach rund 700 Metern zur Straßenbahn-Haltestelle „Bahnhof Dossenheim“, wo diese Wanderung endet (etwa 13 km ab Schriesheim). Von dort aus kann man mit der Straßenbahn halbstündlich in Richtung Weinheim oder Heidelberg und Mannheim fahren.

Auf dem Schlüsselweg passiert man auch die neobarocke Sankt-Pankratius-Kirche von 1926. Weitere Sehenswürdigkeiten von Dossenheim sind die spätgotische Evangelische Kirche aus dem Ende des 15. Jahrhunderts und das Alte Rathaus von 1890, in dem sich heute das Heimatmuseum befindet.