Mittelrhein: Rundweg zur Burg Rheinstein bei Trechtingshausen

Auf der Baumgeister-Tour durch den Binger Wald zur Burg Rheinstein

Mittelrhein: Blick auf Burg Rheinstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf Burg Rheinstein

Markierungen der Baumgeister-TourDiese Wanderung führt auf der Baumgeister-Tour von Trechtingshausen durch den Binger Wald und die Steckeschlääferklamm zur Burg Rheinstein (etwa 18 km). Es handelt sich um einen der Rundwege am Rheinburgenweg, die das Hinterland dieses Fernwanderwegs erschließen. Wer mag kann diese Rundwanderung zwischen den Gerhardshöfen und dem Forsthaus Jägerhaus um rund zweieinhalb Kilometer abkürzen.

Trechtingshausen

Die Wanderung beginnt am Bahnhof von Trechtingshausen, der per Regionalbahn (Mittelrheinbahn) aus den Richtungen Bingen und Koblenz stündlich erreichbar ist. Wer mag kann sich vor (oder nach) der Wanderung noch den Ort anschauen.

Mittelrhein: Clemenskapelle bei Trechtingshausen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Clemenskapelle bei Trechtingshausen

Sehenswert sind das Rathaus im Heimatschutzstil von 1923, die neuromanische Sankt-Clemens-Kirche von 1922/23 und ein gotischer Wehrturm aus der Zeit um 1300.

Ebenfalls sehenswert ist die spätromanische Clemenskapelle aus der Zeit um 1230 südlich des Ortes. Direkt neben ihr befindet sich die kleinere, spätgotische Michaelskapelle aus dem 16. Jahrhundert, die früher als Beinhaus genutzt wurde.

Burg Reichenstein

Mittelrhein: Eingang von Burg Reichenstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Eingang von Burg Reichenstein

Vom Bahnhof aus folgt man der Bundesstraße in südlicher Richtung rheinaufwärts. Dabei kommt man direkt unterhalb der Burg Reichenstein vorbei, zu der von der Bundesstraße ein Serpentinenweg hinauf führt.

Die Burg wurde vermutlich schon in 12. Jahrhundert erbaut. Sie verfiel aber im 16. Jahrhundert und wurde 1689 zerstört. Seit 1834 wurde die Burg von Privatleuten teilweise wieder aufgebaut. Ihr heutiges Aussehen als eine neugotische Wohnburg erhielt sie ab 1899. Die Besichtigung kostet Eintritt.

Nachdem man der Bundesstraße vom Bahnhof aus rund 500 Metern gefolgt ist gelangt man zur Straße „Am Morgenbach“, in die man nach rechts einbiegt.

Mittelrhein: Burg Reichenstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Burg Reichenstein

Der Weg umrundet Burg Reichenstein und führt nun zuerst auf einer befestigten Straße, dann auf einem Weg das untere Morgenbachtal hinauf.

Nach rund 600 Metern biegt in den Talweg von links der Rundwanderweg der Baumgeister-Tour ein, deren roten Markierungen man ab dort weiter das Morgenbachtal hinauf folgen. Nach weiteren 500 Metern biegt die Baumgeister-Tour nach rechts ab, überquert den Bach und verlässt danach allmählich das Morgenbachtal.

Bitte beachten Sie, dass auf dem Rundweg einige Ziele in beide Richtungen ausgeschildert sind – das gilt auch für die Burg Rheinstein! Achten Sie also bitte darauf, dass Sie den Rundweg immer nur in eine Richtung gegen den Uhrzeigersinn gehen!

Gerhardshöfe

Mittelrhein: Gerhardshöfe im Binger Wald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Gerhardshöfe im Binger Wald

Der Weg führt stetig auf einem Waldweg bergauf, bevor er nach etwa einem Kilometer freies Gelände erreicht und dann scharf nach rechts abbiegt. Anschließend gelangt man zu den Gerhardshöfen (etwa 3 km ab Trechtingshausen, keine Einkehr-, aber Übernachtungsmöglichkeit). Dort biegt die Baumgeister-Tour nach links ab und folgt dann einem breiten Forstweg wieder in den Wald hinein. Nach rund 500 Metern verlässt der Wanderweg dann den Forstweg und biegt nach rechts in einen Waldweg ab.

Übrigens: Wer die Baumgeistertour ein wenig abkürzen möchte, kann dort auf dem breiten Forstweg einfach geradeaus gehen. Dadurch erreicht man schon nach gut einem Kilometer das Forsthaus Jägerhaus und kann die Rundwanderung so um rund zweieinhalb Kilometer abkürzen.

Forsthaus Jägerhaus

Wer den roten Markierungen der Baumgeister-Tour weiter folgt, wandert danach auf Waldwegen unterhalb des Schäglebergs.

Mittelrhein: Forsthaus Jägerhaus im Binger Wald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Forsthaus Jägerhaus im Binger Wald

Nach etwa zweieinhalb Kilometern biegt man nach links auf einen breiten Forstweg ein und erreicht danach auf diesem wieder das obere Morgenbachtal. Anschließend folgt man dem Bachlauf gut einen Kilometer in Fließrichtung, bis man zum Forsthaus Jägerhaus gelangt (gut 7 km ab Trechtingshausen, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit).

Steckeschlääferklamm

Mittelrhein: Steckeschlääferklamm im Binger Wald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Steckeschlääferklamm

Vom Forsthaus Jägerhaus aus folgt man der rot markierten Baumgeister-Tour den Hang hinab und überquert dann den Morgenbach. Anschließend wandert man geradeaus direkt in die Steckeschlääferklamm hinein. Die kleine, enge Schlucht (Klamm) ist nach Wanderern benannt, die ihre (Wander-)Stöcke schleifend hinter sich her ziehen.

Mittelrhein: Baumgeist in der Steckeschlääferklamm im Binger Wald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Baumgeist in der Steckeschlääferklamm

Der Wanderweg führt nun wieder bergauf und überquert mehrmals auf kleinen Stegen den Hasselbach in der Klamm.

Man beachte die zahlreichen phantasievollen Gesichter von „Baumgeistern“, die dort auf Baumstämme und -stümpfe geschnitzt und gemalt wurden. Nach ihnen ist die Baumgeister-Tour durch den Binger Wald benannt.

Villa Rustica

Am oberen Ausgang der Steckeschlääferklamm trifft man auf den Waldparkplatz Bodmannstein und eine kleine Straße, die man überquert. Achten Sie bitte auf den Verkehr! Kurz danach erreicht der Wanderweg den Rand der Siedlung „In der Hasselbach“ (keine Einkehrmöglichkeit!), die zu Waldalgesheim gehört. Anschließend führt der Weg mehr als einen Kilometer am Waldrand entlang, wobei man erneut eine kleine Straße kreuzt.

Mittelrhein: Ehemaliger römischer Gutshof (Villa Rustica) im Binger Wald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Ehemaliger römischer Gutshof (Villa Rustica)

Bald danach biegt der Wanderweg scharf nach links ab und erreicht das Ausgrabungsgelände eines ehemaligen römischen Gutshofes (Villa Rustica, etwa 10 km ab Trechtingshausen) aus dem 2. Jahrhundert. Da man in späteren Jahrhunderten die Ruinen nicht mehr einordnen konnte, findet man hierzu auf Karten auch den irrtümlichen Flurnamen „Altes Kloster“.

Tipp: Machen Sie einen Bummel über das archäologische Gelände.

Auf Schautafeln wird das frühere Aussehen des Gutshofes und der Alltag der damals lebenden Menschen anschaulich dargestellt.

Forsthaus Heiligkreuz

Mittelrhein: Hängebrücke im Binger Wald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Hängebrücke im Binger Wald

Vom Gelände der Villa Rustica biegt man nach rechts in einen breiten Forstweg ein. Nach gut einem halben Kilometer kommt man dann im Wald zu einer kleinen Hängebrücke, die dort den Kreuzbach überspannt. Die Baumgeister-Tour führt über diese Brücke, und es macht Spaß, auf ihr ein wenig wackelnd hin und her zu laufen.

Anschließend verläuft der Wanderweg weiter durch den Binger Wald. Nach kurzer Zeit passiert man dann den Forstbotanischen Garten, in dem unter anderem ein Mammutbaum zu sehen ist.

Mittelrhein: Forsthaus Heiligkreuz im Binger Wald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Forsthaus Heiligkreuz

Nach einer langgezogenen Rechtskurve erreicht man schließlich das Forsthaus Heiligkreuz (etwa 11,5 km ab Trechtingshausen), das erneut eine Einkehrmöglichkeit bietet.

Damianskopf und Schweizerhaus

Mittelrhein: Wanderwegweiser am Forsthaus Heiligkreuz im Binger Wald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wanderwegweiser am Forsthaus Heiligkreuz

Vom Forsthaus Heiligkreuz folgt man anschließend weiter den roten Markierungen der Baumgeister-Tour. Achtung! Hier sei noch einmal darauf hingewiesen, dass die Burg Rheinstein wegen des Rundwegs in beiden Richtungen ausgeschildert ist!

Bitte gehen Sie ab Forsthaus Heiligkreuz weiter Richtung Schweizerhaus und  Damianskopf. Schon bald danach erreicht man das Gebiet des Damianskopfs.

Tipp: Man sollte unbedingt die wenigen Meter zum Aussichtspunkt gehen und den Blick ins Rheintal genießen.

Von dort aus kann man auch schon Burg Rheinstein sehen.

Mittelrhein: Blick vom Damianskopf rheinabwärts - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick vom Damianskopf rheinabwärts

Mittelrhein: Eingang zum Schweizerhaus im Binger Wald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Eingang zum Schweizerhaus

Vor Burg Rheinstein erreicht man jedoch erst einmal das Schweizerhaus (Einkehrmöglichkeit). Das Gebäude wurde ab 1842 in der Zeit der Romantik im Stil alpenländischer Bauernhäuser errichtet und war einst das Gästehaus von Burg Rheinstein. Selbst wer hier keine Rast machen möchte, sollte kurz die Aussicht auf Assmannshausen und den Rhein genießen.

Mittelrhein: Blick vom Schweizerhaus auf Assmanshausen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick vom Schweizerhaus auf Assmannshausen

Burg Rheinstein

Ab dem Schweizerhaus wandert man auf dem Eselspfad weiter Richtung Burg Rheinstein. Vorsicht! Dies ist das einzige etwas schwierige Stück der Wanderung, aber man sollte dennoch auf dem schmalen, ausgetretenen Weg vorsichtig sein!

Mittelrhein: Blick auf Burg Rheinstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Burg Rheinstein

Auf dem Pfad kommt man an den Überresten mehrerer Türmchen vorbei, von denen einer einen besonders schönen Blick auf die Burg bietet.

Der Weg führt oberhalb von Burg Rheinstein vorbei (etwa 15 km ab Trechtingshausen, Einkehrmöglichkeit).

Tipp: Man sollte aber unbedingt die wenigen Meter zum Eingangstor hinab gehen und die Burg besichtigen.

Die Burg wurde im frühen 14. Jahrhundert als Vaitzburg oder Fautsburg erbaut und verfiel ab dem 16. Jahrhundert. Ab 1823 wurde sie unter dem neuen Namen Burg Rheinstein in romantisierter Form für Prinz Friedrich Wilhem Ludwig von Preußen (1794 – 1863) wieder aufgebaut und in den folgenden Jahrzehnten als Jagdschloss genutzt. Die Besichtigung kostet Eintritt, und auf der Burg gibt es ein Café.

Mittelrhein: Burg Rheinstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Burg Rheinstein

Anschließend folgt man nicht der kleinen Straße hinunter zum Rheinufer, sondern weiter den roten Markierungen der Baumgeister-Tour in Richtung Trechtingshausen. Kurz nach Burg Rheinstein führt der Wanderweg nach links einen Serpentinenpfad hinauf und dann weiter am Hang entlang. Bald danach kann man die Burg Reichenstein schon sehen, doch es ist noch ein gutes Stück bis dorthin.

Trechtingshausen und Burg Reichenstein

Bald kann man Burg Reichenstein schon sehen. Zuerst muss man jedoch wieder den Weg im unteren Morgenbachtal erreichen, den man schon am Anfang dieser Wanderung hinauf gegangen war. Achtung! Dort muss man die den Rundwanderweg der „Baumgeister-Tour“ verlassen und nach rechts wieder hinab nach Trechtingshausen gehen.

Mittelrhein: Burg Reichenstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Burg Reichenstein

Zunächst führt der Weg nämlich ins Morgenbachtal hinab (etwa 8 km ab Bingen). Achtung! Im Talgrund führt die Baumgeister-Tour wieder nach links das Bachtal hinauf. Wir gehen dort aber in einer Spitzkehre nach rechts das Morgenbachtal bergab nach Trechtingshausen.

Anschließend erreicht man wieder eine kleine Straße, auf der man schon am Anfang der Wanderung war und die direkt unterhalb von Burg Reichenstein vorbei führt. Kurz danach gelangt man zur Bundesstraße, in die man nach links in Richtung Trechtingshausen einbiegt.

Nach rund 200 Metern stößt man links auf erneut auf den Serpentinenweg, der zur Burg Reichenstein hinauf führt. Wer die Burg noch besichtigen möchte, hat dazu jetzt nochmal Gelegenheit. Die Besichtigung kostet Eintritt und es gibt eine Einkehrmöglichkeit.

Noch vor dem Ortskern erreicht man dann wieder den Bahnhof von Trechtingshausen (etwa 18 km), wo diese Wanderung endet. Von hier aus kann man mit der Regionalbahn (Mittelrheinbahn) stündlich weiter Richtung Koblenz oder zurück nach Bingen fahren.

Mittelrhein: Blick auf Burg Reichenstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf Burg Reichenstein