Odenwald: Von Zwingenberg zum Schloss Auerbach

Auf Blütenweg und Burgensteig Bergstraße zum Schloss Auerbach

Odenwald: Blick auf Zwingenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Odenwald: Blick auf Zwingenberg

Markierungen des Burgensteigs BergstraßeDiese kurze Wanderung führt auf dem Blütenweg und dem Burgensteig Bergstraße von Zwingenberg zum Schloss Auerbach und dem Ort Auerbach (etwa 8 km). Sie ist auch für Kinder geeignet, für die vor allem die Burgruine von Schloss Auerbach interessant ist. (Falls Sie die Wanderung mit Kindern machen möchten, können Ihnen meine grundsätzlichen Empfehlungen zum Wandern mit Kindern nützlich sein.)

Zwingenberg

Diese Wanderung beginnt am Bahnhof von Zwingenberg, der per Regionalbahn (Main-Neckar-Bahn) aus den Richtungen Frankfurt und Darmstadt sowie Mannheim und Heidelberg stündlich erreichbar ist. Von dort folgt man zunächst ein kurzes Stück dem mit einem roten „N“ auf weißem Grund markierten Nibelungensteig. Auf ihm geht man über die Bahnhofstraße in den Ort hinein.

Odenwald: Blick von der Bergkirche auf die Altstadt von Zwingenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf die Altstadt von Zwingenberg

Tipp: Zu Beginn der Wanderung sollte man sich unbedingt Zwingenberg ansehen.

In der Altstadt von Zwingenberg sind unter anderem der Marktplatz mit dem Alten Rathaus von 1838 sehenswert und das sogenannte Schlösschen. Die frühere Niederburg wurde um 1520 errichtet und später von wechselnden Besitzern zu einem repräsentativen Wohnsitz umgebaut. Seit 1969 dient das Schlösschen als Rathaus von Zwingenberg.

Der Nibelungensteig führt über den Löwenplatz und in die Straße „Wetzbach“. Dann folgt man seinen rot-weißen Markierungen nach rechts und steigt eine Treppe hinauf. Oben angelangt biegt der Wanderweg nach links ab und führt durch das Stadttor Aul aus dem Ort hinaus.

Vorher sollte man aber noch geradeaus zur weit sichtbaren Bergkirche gehen, von der aus man eine herrliche Aussicht auf Zwingenberg hat. Die Kirche geht auf das 13. Jahrhundert zurück, der Turm stammt aus dem 15. Jahrhundert. Allerdings wurde sie 1693 zerstört und danach wieder auf- und mehrfach umgebaut.

Odenwald: Stadttor und -turm Aul in Zwingenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Stadttor und -turm Aul in Zwingenberg

Anschließend kehrt man zum Nibelungensteig zurück und verlässt den Ort durch die Aul – einem aus der Mitte des 14. Jahrhunderts stammenden kleinen Stadttor mit Türmchen. Kurz danach erreicht man eine Kreuzung, wo der Nibelungensteig geradeaus in den Wald hinein führt.

Wir biegen dort aber nach rechts in den mit einem gelben „B“ auf weißem Grund markierten Blütenweg Bergstraße ein und folgen ihm für gut zwei Kilometer.

Höllberg

Odenwald: Blick über Zwingenberger Weinberge auf Auerbach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick über Weinberge auf Auerbach

Der Wanderweg führt zunächst noch an einigen Häusern vorbei und dann durch ein kleines Waldstück. Anschließend geht man auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg durch Weinberge. Der Blütenweg verläuft mit mehreren Windungen zuerst durch die Weinlagen Zwingenberger Alte Burg und Zwingenberger Steingeröll. Dabei kann man voraus schon zwei Ziele dieser Wanderung sehen: Die Türme von Schloss Auerbach auf dem Auerberg und zu seinen Füßen den Ort Auerbach in der Oberrheinebene.

Nach einer Rechtskehre führt der Wanderweg in einen Hohlweg hinein. Kurz danach biegt man nach links ab und wandert allmählich wieder aus dem Einschnitt heraus. Es folgt erneut eine weite Rechtskurve und man hat nun die Weinlage Auerbacher Höllberg erreicht.

Odenwald: Blick über Weinlage Auerbacher Höllberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Odenwald: Blick auf die Weinlage Auerbacher Höllberg

Auch von dort hat man wieder einen guten Blick auf Schloss Auerbach und in die Oberrheinebene. Anschließend führt der Blütenweg wieder in den Wald hinein und man gelangt zum Parkplatz am Höllberg (etwa 3 km ab Zwingenberg).

Kapelle zur Not Gottes

Am Waldparkplatz verlässt man den Blütenweg Bergstraße und folgt ab dort nach links ein kurzes Stück einem mit einer gelben „4“ markierten örtlichen Wanderweg. Der Kapellen-Weg führt zunächst an einer Straße entlang und dann einen Waldweg weiter bergauf.

Odenwald: Kapelle Zur Not Gottes bei Schloss Auerbach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Kapelle Zur Not Gottes

Bald danach trifft man im Wald auf die Kapelle Zur Not Gottes. An ihrer Stelle befand sich im Mittelalter eine Wallfahrtskirche, die aber im 16. Jahrhundert verfiel. Auf einem Teil der Grundmauern wurde 1960 die neue, deutlich kleinere Kapelle errichtet.

Anschließend folgt man dem Waldweg weiter bergauf und gelangt nach rund 300 Metern zu einem weiteren Parkplatz. Dort trifft man auf den Burgensteig Bergstraße, dessen Markierungen mit einem blau-weißen Burg-Zeichen man jetzt folgt.

Paul-Forster-Hütte

Odenwald: Paul-Forster-Hütte bei Schloss Auerbach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Paul-Forster-Hütte

Beim Waldparkplatz überquert der Burgensteig eine kleine Straße. Kurz danach passiert man im Wald die Paul-Forster-Hütte – eine kleine Schutzhütte, die vom Odenwaldklub (OWK) Auerbach errichtet wurde.

Anschließend verläuft der Weg nahezu geradeaus durch den Wald, bis man nach rund 500 Metern einen weiteren Parkplatz und eine Straße überquert. Auf der anderen Straßenseite folgt man den blau-weißen Markierungen des Burgensteig Bergstraße auf der asphaltierten Zufahrt zum Schloss Auerbach. Der Wanderweg verläuft teilweise links neben der Zufahrt, aber man kann auch einfach auf dem Sträßchen bleiben.

Schloss Auerbach

Odenwald: Inneres Tor mit Südturm von Schloss Auerbach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Inneres Tor mit Südturm

Nach rund 300 Metern biegt der Burgensteig nach links von dem Sträßchen ab, aber man geht dort einfach geradeaus. Kurz danach erreicht man die Burgruine Schloss Auerbach (rund 5 km ab Zwingenberg, Einkehrmöglichkeit).

Tipp: Ich empfehle unbedingt, die Burganlage zu besichtigen. Der Eintritt ist kostenlos!

Bei dem sogenannten „Schloss“ handelt es sich nicht um einen repräsentativen Adelssitz, sondern um eine geschlossene Wehranlage. Vor allem für Kinder ist es spannend, die vielen Winkel der Burgruine zu erkunden. 

Odenwald: Nordturm von Schloss Auerbach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Nordturm von Schloss Auerbach

Die Burg wurde im frühen 13. Jahrhundert erbaut, aber im 17. Jahrhundert weitgehend zerstört. Ab dem 19. Jahrhundert wurde die Burganlage dann zum Teil wieder aufgebaut. Eine Besonderheit ist die mehr als 300 Jahre alte Waldkiefer, die trotz ihrer sehr kargen Lebensbedingungen auf der Wehrmauer beim Nordturm wächst.

Von den beiden Türmen aus hat man einen weiten Blick auf die Oberrheinebene mit Bensheim, Auerbach und Zwingenberg.

Odenwald: Blick von Schloss Auerbach Richtung Süden auf Zwingenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Odenwald: Blick von Schloss Auerbach Richtung Süden auf Zwingenberg

Anschließend kehrt man wieder zur Zufahrt von Schloss Auerbach zurück und folgt weiter dem Burgensteig Bergstraße. Kurz danach verlässt der Wanderweg den Rundweg um die Burg und führt nach links einen steilen Pfad durch den Wald hinab. Dann gelangt man auf einen breiteren Weg und folgt ihm weiter bergab. An einem Sendemast macht der blau-weiß markierte Burgensteig eine Spitzkehre nach links und bald danach eine weitere nach rechts. 

Auerbach

Odenwald: Blick von der Bergkirche auf Auerbach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Auerbach

Der Wanderweg führt immer weiter hinab, beschreibt eine weite Rechtskurve und erreicht dann die ersten Häuser des Bensheimer Ortsteils Auerbach.

Man trifft auf einen kleinen Platz, an dem rechter Hand das Gefallenen-Ehrenmal an die Toten der beiden Weltkriege erinnert. Anschließend folgt man den blau-weißen Markierungen des Burgensteigs im Zickzack durch die Martinstraße, die Jahnstraße, die Weinbergstraße und die Weidgasse in den Ortskern.

Dort kann man rechts das ehemalige Schul- und Rathaus von Auerbach sehen, das Anfang des 19. Jahrhunderts im Stil des Spätklassizismus erbaut wurde. Geradeaus auf der Anhöhe thront die markante Bergkirche von Auerbach. Sie stammt aus den 1260er Jahren und wurde in den folgenden Jahrhunderten erweitert.

 

Tipp: Es lohnt sich, zur Bergkirche hinauf zu gehen und von dort die Aussicht auf den Ort zu genießen.

Beim ehemaligen Schul- und Rathaus im Ortskern von Auerbach verlässt man den Burgensteig Bergstraße und folgt ein kurzes Stück der Bachgasse. Nach rund 150 Metern biegt man nach rechts in den Neuen Weg ein und geht dann über die Darmstädter Straße und die Otto-Beck-Straße zum Bahnhof von Auerbach, wo diese Wanderung endet (etwa 8 km ab Zwingenberg). Von dort aus kann man per Regionalbahn (Main-Neckar-Bahn) stündlich in Richtung Darmstadt und Frankfurt oder Mannheim und Heidelberg fahren.

Odenwald: Blick von der Bergkirche auf Auerbach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Odenwald: Blick von der Bergkirche auf Auerbach