Pfälzer Weinsteig 3: Von Bad Dürkheim nach Deidesheim

Auf dem Pfälzer Weinsteig über die Wachtenburg zur Michaelskapelle

Pfälzerwald: Blick vom Kriemhildenstuhl auf Bad Dürkheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfälzerwald: Blick vom Kriemhildenstuhl auf Bad Dürkheim

Markierungen von Hauptwegen und Zuwegen des Pfälzer WeinsteigsDiese Wanderung führt auf dem Pfälzer Weinsteig von Bad Dürkheim über die Burgruine Wachtenburg und die Michaelskapelle nach Deidesheim (etwa 15 km). Sie ist bewusst so angelegt, dass noch genügend Zeit bleibt, um die Wachtenburg zu besichtigen. Die Wanderung entspricht weitgehend der „offiziellen“ Etappe 3 des Pfälzer Weinsteigs.

Bad Dürkheim

Diese Wanderung beginnt am Bahnhof von Bad Dürkheim, der per Regionalbahn (Pfälzische Nordbahn) stündlich aus den Richtungen Grünstadt und Neustadt sowie aus der Richtung Frankenthal über Freinsheim erreichbar ist. Außerdem endet dort die Rhein-Haardtbahn – eine Überlandstraßenbahn von Ludwigshafen und Mannheim.

Pfälzerwald: Schlosskirche von Bad Dürkheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Schlosskirche von Bad Dürkheim

Vom Bahnhof aus folgt man zunächst dem rot-gelb markierten Zuweg des Pfälzer Weinsteigs über die Mannheimer Straße in den Ort hinein. Schließlich gelangt man in die Fußgängerzone und zum Römerplatz im Stadtzentrum.

Wer Zeit und Lust hat, sollte sich noch Bad Dürkheim ansehen. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die frühgotische Schlosskirche aus der Zeit um 1300, die barocke Burgkirche aus dem 18. Jahrhundert und die klassizistische Sankt-Ludwig-Kirche von 1829. Außerdem kann man einen Spaziergang zum Kurhaus und durch den Kurpark machen.

Flaggenturm

Vom Römerplatz aus folgt man dann den rot-weißen Markierungen des Pfälzer Weinsteigs und der Weinstraße Süd aus dem Stadtzentrum von Bad Dürkheim heraus. Nach rund 500 Metern gelangt man zum Amtsplatz mit einem kleinen, sechseckigen Brunnen, an dem man nach rechts abbiegt.

Pfälzerwald: Flaggenturm bei Bad Dürkheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Flaggenturm bei Bad Dürkheim

Anschließend folgt man ein kurzes Stück der Seebacher Straße und dann geradeaus der Schenkenböhlstraße bis zum Ortsrand von Bad Dürkheim. Kurz danach biegt der Wanderweg nach rechts ab und führt durch Weinberge.

Geradeaus kann man schon den Flaggenturm sehen, den man dann nach rund 600 Metern und einem leichten Anstieg erreicht. Der zehn Meter hohe, zweigeschossige Aussichtsturm wurde 1854 im neugotischen Stil erbaut.

Pfälzerwald: Blick vom Flaggenturm auf Bad Dürkheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfälzerwald: Blick vom Flaggenturm auf Bad Dürkheim

Von der Aussichtsplattform aus hat man einen schönen Blick auf Bad Dürkheim, den Pfälzerwald und die Oberrheinebene. Vom Flaggenturm wandert man anschließend weiter durch Weinberge und an einem Wäldchen entlang.

Nolzeruhe und Strausplatz

Bald danach erreicht man eine kleine Straße, der man nach links folgt. Dort kann man auch den Dürkheimer Stadtteil Seebach und den Vierungsturm der romanischen Sankt-Laurentius-Kirche sehen. Wer die ehemalige Klosterkirche aus der Zeit um 1200 noch besichtigen möchte, kann einfach geradeaus nach Seebach hinein gehen.

Pfälzerwald: Schutzhütte an der Nolzeruhe bei Bad Dürkheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Schutzhütte an der Nolzeruhe

Wir biegen aber nach links ab und folgen der kleinen Straße rund 500 Meter durch die Siedlung Nolzeruhe (keine Einkehrmöglichkeit). Am Ende der Siedlung biegt der rot-weiß markierte Pfälzer Weinsteig scharf nach links in den Wald ein und erreicht kurz danach den Rastplatz Nolzeruhe.

Die Anlage wurde von 1921 bis 1936 geschaffen und ist nach dem Dürkheimer Kaufmann Karl Nolze (1870 – 1917) benannt. Sie war ursprünglich ein Aussichtspunkt, der aber inzwischen zugewachsen ist.

Von der Nolzeruhe aus sind es nur wenige Meter zum Aussichtspunkt Strausplatz (etwa 3 km ab Bad Dürkheim). Er stammt von 1890 und ist nach dem Dürkheimer Ingenieur Abraham Straus (1830 – 1889) benannt. Von dort aus hat man eine schöne Aussicht auf den unterhalb gelegenen Mundhardter Hof (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit) und die Oberrheinebene.

Pfälzerwald: Strausplatz-Blick auf den Mundhardter Hof - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfälzerwald: Blick vom Strausplatz auf die Oberrheinebene

Poppental und Burgtal

Pfälzerwald: Weinsteig im Poppental - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfälzer Weinsteig im Poppental

Nach dem Strausplatz führt der Weinsteig noch ein Stück geradeaus und biegt dann nach rechts ins Poppental hinein. Nach einem weiteren Wegstück geradeaus macht der Wanderweg eine Spitzkehre nach links und führt dann zum Talgrund hinab. Im Poppental stößt man auf einen breiten Forstweg. Dort führt der Pfälzer Weinsteig zuerst nach links und kurz danach in einer Spitzkehre wieder nach rechts. Man kann aber auch einfach geradeaus über den Forstweg und den Schwabenbach direkt zu einem großen Rastplatz gehen, wo man wieder auf den Weinsteig stößt.

Pfälzerwald: Weinsteig im Burgtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfälzer Weinsteig im Burgtal

Vom Rastplatz im Poppental aus führt der Wanderweg wieder bergauf. Nach gut einem halben Kilometer auf einem breiten Waldweg biegt der Pfälzer Weinsteig dann in einer Spitzkehre scharf nach links in einen schmalen Pfad ab. Anschließend wandert man auf wechselnden Waldpfaden über den Bergrücken, bis der Weg ins Burgtal hinabführt. Der Weg macht eine Spitzkehre nach rechts und rund 300 Meter danach eine zweite nach links. Auf diesem Wegabschnitt kann man durch die Bäume schon den Turm der Wachtenburg erkennen.

Pfälzerwald: Campingplatz Wachenheim im Burgtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Campingplatz Wachenheim im Burgtal

Rund 500 Meter nach der zweiten Spitzkehre erreicht der Wanderweg dann die Niederung des Burgtals. Dort muss man eine Landstraße überqueren sowie über den Wachenheimer Bach und einen Parkplatz gehen. Vorsicht, achten Sie bitte unbedingt auf den Verkehr! Danach wendet sich der Pfälzer Weinsteig nach links und man erreicht den Campingplatz Wachenheim (Einkehrmöglichkeit).

Wachtenburg

Der Weinsteig verläuft unmittelbar am Campingplatz und einer Gaststätte vorbei. Anschließend führt der Weg wieder bergauf durch den Wald. Rund 500 Meter hinter dem Campingplatz macht der Weg eine Spitzkehre nach rechts und direkt danach eine weitere nach links. Nun ist es nur noch ein kurzes Stück bis zur Ruine der Wachtenburg (etwa 8 km ab Bad Dürkheim, Einkehrmöglichkeit).

Die Burg wurde im 12. Jahrhundert erbaut und 1375, 1470 und dann endgültig 1689 zerstört. Seit 1984 ist die Wachtenburg in Besitz der Stadt Wachenheim und wird von einem Förderkreis gepflegt. Von dem 30 Meter hohen Bergfried aus hat man eine herrliche Aussicht auf den Ort und die Oberrheinebene.

Pfälzerwald: Blick auf Wachenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfälzerwald: Blick von der Wachtenburg auf Wachenheim

Heidenlöcher

Von der Wachtenburg aus folgt man den rot-weißen Markierungen des Pfälzer Weinsteigs bergauf zunächst durch Weinberge und dann in den Wald hinein. Anschließend wandert man auf wechselnden Waldpfaden weiter sanft bergauf. Nach rund zwei Kilometern erreicht man dann eine größere Kreuzung von Waldwegen, die den Flurnamen „Grüne Bank“ trägt.

Pfälzerwald: Oberer Eingang der Heidenlöcher - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberer Eingang zu den „Heidenlöchern“

Dort macht der Weinsteig eine Spitzkehre nach links und biegt direkt danach nach rechts ab. Nach weiteren eineinhalb Kilometern kann man rechts neben dem Weg eine niedrige Mauer sehen. Kurz danach passiert man den oberen Durchlass in der Ringmauer und hat damit die sogenannten „Heidenlöcher“ erreicht.

Pfälzerwald: Mauerreste der Heidenlöcher - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Überreste eines „Heidenlochs“

Anders als der erste Namensteil „Heiden-“ vermuten lässt, handelt es sich nicht um Spuren aus vorchristlicher Zeit, sondern um Überreste einer frühmittelalterlichen Fliehburg. Die etwa 450 Meter lange Ringmauer auf dem Martensberg wurde im 9. oder 10. Jahrhundert errichtet. Die Burg wurde vermutlich nicht dauerhaft bewohnt, sondern diente der örtlichen Bevölkerung nur bei Gefahr als zeitweiliger Rückzugsort.

Pfälzerwald: Unterer Eingang der Heidenlöcher - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Unterer Eingang zu den „Heidenlöcher“

Der zweite Namensteil „-löcher“ stammt von Einsenkungen, die eingestürzte Gebäude im Waldboden hinterlassen haben. Man passiert eine ganze Reihe dieser „Löcher“, denn der Wanderweg führt in einem weiten Bogen über die ehemalige Burganlage. Anschließend verlässt man Gelände wieder durch den unteren, südlichen Durchlass in der Ringmauer.

Michaelskapelle

Pfälzerwald: Michaelskapelle bei Deidesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Michaelskapelle

Direkt hinter der ehemaligen Fliehburg biegt der Wanderweg in einer Spitzkehre nach rechts ab. Dann führt der Weg bergab und erreicht kurz danach die Michaelskapelle (gut 12 km ab Bad Dürkheim).

Die ursprünglich um 1470 im spätgotischen Stil errichtete Kapelle wurde mehrfach zerstört, jedoch 1662 und 1952 in veränderter Form wieder aufgebaut.

Pfälzerwald: Blick von der Michaelskapelle auf Deidesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Deidesheim

Von dort aus hat man eine schöne Aussicht über die Oberrheinebene und auf Deidesheim – das Ziel dieser Wanderung.

Links von der Michaelskapelle führt der Pfälzer Weinsteig weiter bergab. Rund 500 Meter hinter der Kapelle macht der Wanderweg eine Spitzkehre nach links. Kurz danach überquert der Weg den Moosbach und erreicht einen Parkplatz im Sensental.

Deidesheim

Vom Parkplatz aus folgt man der kleinen Straße aus dem Wald heraus und biegt kurz danach nach rechts ab. Anschließend führt der Wanderweg im Zickzack auf Wirtschaftswegen durch Weinberge. Nach gut einem Kilometer erreicht man dann den Ortsrand von Deidesheim.

Pfälzerwald: Sankt-Ulrich-Kirche von Deidesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Ulrich-Kirche

Von dort aus folgt man den rot-weißen Markierungen des Pfälzer Weinsteigs in den Ort hinein. Über die Weinstraße gelangt man dann zum Marktplatz im Ortskern.

Wenn man noch Zeit und Lust hat, sollte man sich Deidesheim unbedingt noch ansehen. Direkt am Marktplatz findet man die Sankt-Ulrich-Kirche aus dem 15. Jahrhundert, das Rathaus von 1532 und den Deidesheimer Hof aus dem frühen 19. Jahrhundert. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Schloss Deidesheim und die Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung.

Schließlich folgt man vom Marktplatz aus dem rot-gelb markierten Zuweg des Pfälzer Weinsteigs zum Bahnhof von Deidesheim, wo diese Wanderung endet (etwa 15 km ab Bad Dürkheim). Von dort aus kann man per Regionalbahn (Pfälzische Nordbahn) stündlich in Richtung Bad Dürkheim und Neustadt fahren.

Pfälzerwald: Blick von der Michaelskapelle auf Deidesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfälzerwald: Blick von der Michaelskapelle auf Deidesheim