Pfälzer Weinsteig 4: Von Deidesheim nach Neustadt

Auf dem Pfälzer Weinsteig über das Weinbiet zur Wolfsburg

Pfälzerwald: Blick von der Michaelskapelle auf Deidesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfälzerwald: Blick auf Deidesheim

Markierungen von Hauptwegen und Zuwegen des Pfälzer WeinsteigsDiese Wanderung führt auf dem Pfälzer Weinsteig von Deidesheim über das Weinbiet und die Wolfsburg nach Neustadt an der Weinstraße (etwa 20 km). Wer mag, kann sie kurz vor Neustadt noch ein wenig abkürzen. Die Wanderung entspricht weitgehend der „offiziellen“ Etappe 4 des Pfälzer Weinsteigs.

Deidesheim

Diese Wanderung beginnt am Bahnhof von Deidesheim, der per Regionalbahn (Pfälzische Nordbahn) stündlich aus den Richtungen Bad Dürkheim und Neustadt erreichbar ist. Vom Bahnhof aus folgt man zunächst dem rot-gelb markierten Zuweg des Pfälzer Weinsteigs über die Bahnhofstraße in den Ort hinein.

Pfälzerwald: Sankt-Ulrich-Kirche von Deidesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Ulrich-Kirche

Schließlich gelangt man zum Marktplatz im Stadtzentrum, wo man auf den rot-weiß markierten Hauptweg des Pfälzer Weinsteigs trifft. Wer Zeit und Lust hat, sollte sich noch Deidesheim ansehen.

Direkt am Marktplatz findet man die Sankt-Ulrich-Kirche aus dem 15. Jahrhundert, das Rathaus von 1532 und den Deidesheimer Hof aus dem frühen 19. Jahrhundert. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Schloss Deidesheim und die Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung

Vom Marktplatz folgt man dem Pfälzer Weinsteig in Richtung Neustadt. Kurz hinter dem Marktplatz biegt der Weg nach rechts in die Heumarktstraße ein. Nach rund 300 Metern leiten einen die rot-weißen Markierungen des Weinsteigs nach rechts in die Bennstraße und direkt danach wieder nach links. Anschließend führt der Weg geradeaus aus Deidesheim heraus.

Pfalzblick

Pfälzerwald: Marienbildstock bei Deidesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Marienbildstock bei Deidesheim

Kurz vor dem Freibad von Deidesheim biegt der Wanderweg nach rechts ab und direkt danach wieder nach links. Dann führt der Weg weitgehend geradeaus durch die Weinberge. Knapp einen Kilometer nach dem Schwimmbad macht der Pfälzer Weinsteig eine Spitzkehre nach links, wo eine hölzerne Bildsäule mit Maria und dem Jesuskind steht, und direkt danach eine zweite nach rechts.

Pfälzerwald: Gaststätte Pfalzblick - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Gaststätte Pfalzblick

Anschließend führt der Wanderweg weitgehend durch Weinberge bis zu einem Waldrand. Dann folgt man einer kleinen Straße bis zum Aussichtspunkt Pfalzblick (etwa 3 km ab Deidesheim), an dem sich auch ein gleichnamiges Ausflugsloikal befindet.

Von dort aus hat man eine schöne Aussicht auf die Oberrheinebene.

Pfälzerwald: Pfalzblick Richtung Deidesheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfälzerwald: Pfalzblick Richtung Deidesheim

Klausenkapelle

Danach folgt man den rot-weißen Markierungen des Pfälzer Weinsteigs wieder in den Wald hinein. An einem Gedenkstein der Gebirgsjäger-Kameradschaft Pfalz gabelt sich der Weg und man biegt nach links ab.

Pfälzerwald: Klausenkapelle bei Königsbach an der Weinstraße - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Klausenkapelle

Anschließend wandert man immer am Hang entlang und kommt an mehreren Aussichtspunkten vorbei. Dann wendet sich der Wanderweg nach rechts und führt weiter dem Hang folgend in das Klausental hinein. Rund eineinhalb Kilometer hinter dem Pfalzblick kreuzt man im Wald einen Weg, der zur etwas versteckten Klausenkapelle führt. Man erkennt diese Stelle daran, dass man direkt danach auf ein Wasserwerk trifft, wo der Weinsteig einen weiteren Weg kreuzt. Ich empfehle, noch die wenigen Meter zu der Kapelle hinab zu gehen.

Die den heiligen vierzehn Nothelfern gewidmete Wallfahrtskapelle geht im Kern auf einen spätgotischen Bau aus der Mitte des 14. Jahrhunderts zurück. Sie wurde ab 1681 zum Saalbau erweitert und auch in folgenden Jahrhunderten immer wieder verändert.

Königsbach

Pfälzerwald: Blick auf Königsbach an der Weinstraße mit Sankt-Johannes-Kirche - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Königsbach mit Sankt-Johannes-Kirche

Nachdem man die Klausenkapelle und das Wasserwerk passiert hat, verläuft der Wanderweg zuerst weiter am Hang entlang. Nach einer Weile führt der Weg aber immer mehr bergab und gelangt dann zu einem Aussichtspunkt und Rastplatz.

Man befindet sich nun direkt oberhalb des Neustadter Ortsteils Königsbach, den man kurz danach erreicht (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Pfälzerwald: Sankt-Johannes-Kirche in Königsbach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Johannes-Kirche in Königsbach

Ich empfehle, dort noch einen Blick in die der Sankt-Johannes-Kirche zu werfen und einen Moment innezuhalten. Der spätbarocke Saalbau wurde 1753/54 erbaut, der spätgotische Kirchturm stammt sogar vom Ende des 15. Jahrhunderts.

Der Pfälzer Weinsteig verläuft zunächst direkt oberhalb der Bebauung von Königsbach weiter. Nach rund 400 Metern biegt der Wanderweg jedoch in der Herzogstraße nach links in den Ort ein und gleich danach nach rechts in den Fürstenweg.

Meerspinnblick

Pfälzerwald: Blick auf Gimmeldingen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Gimmeldingen

Anschließend geht man geradeaus durch ein Wohngebiet. Auf diesem Wegabschnitt kann man links voraus den Neustadfter Ortsteil Gimmeldingen sehen. Geradeaus in der Ferne ist bei klarer Sicht das Hambacher Schloss zu erkennen. Man folgt dem Fürstenweg rund 500 Meter, bis der Wanderweg dann nach rechts abbiegt und zwischen zwei Wohnhäusern wieder in den Wald hinauf führt.

Pfälzerwald: Pavillion am Meerspinnblick - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pavillion am Meerspinnblick

Der Weg führt dann wieder durch den Wald am Hang entlang. Kurz danach gelangt man zu einem kleinen Pavillion und dem Aussichtspunkt Meerspinnblick (knapp 7 km ab Deidesheim). Von dort aus hat man einen schönen Blick auf Gimmeldingen, Neustadt und das Hambacher Schloss.

Der Aussichtspunkt ist nach der unterhalb gelegenen Weinlage Gimmeldinger Meerspinne benannt. Deren ungewöhnlicher Name hat nichts mit den im Mittelmeer lebenden Krabbenarten zu tun. Vielmehr leitet er sich von dem Begriff „mehrspännig“ ab, weil Fuhrwerke dort früher vor schwer beladenen Wagen weitere Zugpferde anspannen mussten.

Pfälzerwald: Meerspinnblick Richtung Neustadt und Hambacher Schloss - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfälzerwald: Meerspinnblick nach Neustadt und Hambacher Schloss

Benjental

Hinter dem Meerspinnblick verläuft der Wanderweg weiter am Hang entlang in das Benjental hinein.

Pfälzerwald: Ludwigsruhe im Benjental - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Ludwigsruhe im Benjental

Nach gut einem halben Kilometer macht der Weg eine Spitzkehre nach links und führt in den Talgrund hinab, den man dann bei dem überdachten Rastplatz Ludwigsruhe erreicht.

Dort führt ein rot-gelb markierter Zuweg des Pfälzer Weinsteigs nach Gimmeldingen (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). (Wer die Wanderung schon in Gimmeldingen beenden möchte (gut 8 km ab Deidesheim), kann von dort mit dem Bus stündlich in Richtung Deidesheim oder Neustadt fahren.)

Pfälzerwald: Altes Jagdhaus Looganlage im Benjental - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Altes Jagdhaus Looganlage

Wir biegen aber nach rechts ab und wandern den rot-weiß markierten Hauptweg des Weinsteigs am Mußbach entlang das Benjental hinauf. Dabei passiert man die Talmühle, die auf das Jahr 1737 zurückgeht und von 1927 bis 2005 ein Gasthaus war. Anschließend geht man an einer Weggabelung links und kommt an den Grundmauern der früheren Neumühle von 1837 vorbei. Danach erreicht man das Alte Jagdhaus Looganlage, in dem sich ein Gasthaus befindet.

Loog ist ein althochdeutsches Wort für Grenze. Durch das Benjental verlief bis 1803 eine Grenze zwischen Territorien der Kurpfalz und des Fürstbistums Speyer.

Pfälzerwald: Forsthaus Benjental - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Forsthaus Benjental

Nur 300 Meter nach dem Alten Jagdhaus Looganlage gelangt man zu einer weiteren Waldgaststätte – dem Forsthaus Benjental (etwa 9 km ab Deidesheim, Einkehrmöglichkeit). Beide Gasthäuser haben ihre Ruhetage aufeinander abgestimmt, sodass in der Regel an jedem Tag mindestens eines geöffnet hat.

Steinerner Hai und Loosenbrunnen

Gegenüber vom Forsthaus Benjental führt der Pfälzer Weinsteig dann den Hang hinauf. Auf den folgenden drei Kilometern bis zum nächsten Zwischenziel dieser Wanderung, dem Weinbiet-Gipfel, muss man gut 200 Höhenmeter überwinden.

Pfälzerwald: Steinerner Hai - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Steinerner Hai

Nach einem kurzen Anstieg kreuzt man eine kleine asphaltierte Straße und wandert danach auf einem Serpentinenpfad weiter bergauf. Es folgt ein kurzes gerades Wegstück und anschließend eine Spitzkehre nach links, nach der man weiter hinauf geht. Auf diesem Wegabschnitt passiert man einen rechts im Wald liegenden Felsblock, der Steinerner Hai genannt wird. Der Buntsandsteinfels erinnert tatsächlich ein wenig an einen Haifisch.

Pfälzerwald: Loosenbrunnen am Weinbiet - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Loosenbrunnen

Der Wanderweg führt auch danach auf schmalen Waldpfaden immer weiter bergauf. Dabei ändert er mehrmals seine Richtung. Der Weg ist gut markiert und an zwei besonders markanten Spitzkehren wurden sogar durch Wegweiser zusätzlich gekennzeichnet. Dennoch sollte man an jeder Kreuzung aufmerksam sein, um den Weg nicht zu verlieren. Gut zwei Kilometer nach dem Forsthaus Benjental passiert man den Loosenbrunnen, der direkt unterhalb der Straße zum Weinbiet liegt.

Weinbiet

Pfälzerwald: Weinbiethaus - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Weinbiethaus

Kurz danach überquert man diese Straße und der Wanderweg macht eine Spitzkehre nach links. Nach einem letzten Anstieg und rund 500 Metern erreicht man dann den Weinbiet-Gipfel (etwa 12 km ab Deidesheim, Einkehrmöglichkeit). Das (!) Weinbiet ist 554 Meter hoch, auf dem Gipfel befinden sich neben dem Weinbiethaus des Pfälzerwaldvereins (PWV) auch ein Aussichtsturm und ein Sendemast.

Pfälzerwald: Weinbietturm - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Weinbietturm

Der Weinbietturm wurde ab 1870 erbaut und 1952 mit seiner heutigen Höhe von fast 22 Meter grundlegend erneuert. Er ist zu denselben Zeiten wie das Weinbiethaus geöffnet. Ich empfehle unbedingt, den Aussichtsturm zu besteigen. Von dort aus hat man einen weiten Rundumblick über die Oberrheinebene und die umliegenden Gipfel des Pfälzerwaldes.

Der nahe gelegene Sendemast aus abgespanntem Stahlfachwerk wurde 1952 errichtet und hat eine Höhe von 136 Metern.

Pfälzerwald: Blick vom Weinbiet nach Süden - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfälzerwald: Blick vom Weinbiet auf Neustadt, Hambacher Schloss (Mitte) und Kalmit

Der Name des Weinbiets geht angeblich auf den nahe gelegenen Grenzstein Weinbietloog zurück. Dieser wiederum soll seinen Namen von einem dort eingravierten „G“ für die Gimmeldinger Seite der Grenze haben, das aussieht wie der Trog einer Weinkelter, der auch Biet genannt wird.

Bergstein und Hohfels

Anschließend folgt man weiter den rot-weißen Markierungen des Pfälzer Weinsteigs, die einen nun wieder bergab leiten. Man geht zuerst einen schmalen Serpentinenpfad hinab.

Pfälzerwald: Steinerner Hirsch - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Steinerner Hirsch

Kurz danach gelangt man auf einen breiten Forstweg, dem man ein längeres Stück geradeaus über den Höhenrücken des Wolfsbergs folgt. Nach rund eineinhalb Kilometern verlässt der Wanderweg den breiten Forstweg und biegt nach links in einen schmalen Waldpfad ein. Nach wenigen Metern stößt man dann auf den Steinernen Hirsch. Dort hebt sich das Relief eines liegenden Hirsches plastisch von einem Felsen ab.

Pfälzerwald: Aussichtspunkt Neustadter Bergstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfälzerwald: Aussichtspunkt Neustadter Bergstein

Danach biegt der Weinsteig mehrmals ab. Nachdem man dann an einer Wegkreuzung im Wald scharf nach links gegangen hat, erreicht man nach rund 400 Metern den Neustadter Bergstein. Der Aussichtspunkt auf dem hoch über dem Speyerbachtal aufragenden Felsen ist mit Geländern gesichert. Seien Sie bitte trotzdem vorsichtig und gehen Sie nicht zu nah an die Felskanten!

Von dort aus hat man eine schöne Aussicht auf Neustadt, das Hambacher Schloss und das nächste Zwischenziel dieser Wanderung – die Wolfsburg.

Pfälzerwald: Weinsteig unterhalb vom Hohfels - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Weinsteig unterhalb vom Hohfels

Anschließend wandert man auf dem Pfälzer Weinsteig an der Hangkante entlang in das Speyerbachtal hinein. Nach etwa 400 Metern gelangt man zu einer Kreuzung, an der man nach links abbiegt. Der Wanderweg führt dann weitgehend geradeaus am Hang entlang und verliert dabei immer mehr an Höhe. Gut einen Kilometer hinter dem Neustadter Bergstein trifft man im Wald auf den Aussichtspunkt Hohfels.

Auch dieser Aussichtspunkt ist mit Geländern gesichert, aber man sollte trotzdem vorsichtig sein. von dort aus hat man erneut einen schönen Blick ins Speyerbachtal und auf Neustadt.

Wolfsburg

Pfälzerwald: Palas der Wolfsburg bei Neustadt - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Palas der Wolfsburg

Danach schlängelt sich der Wanderpfad unterhalb des Aussichtspunkt an dem Felsmassiv aus Buntsandstein entlang bergab. Nach rund 300 Metern erreicht man dann die Ruine der Wolfsburg (etwa 16 km ab Deidesheim). Die Burg wurde am Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut und 1633 während des Dreißigjährigen Krieges zerstört.

Von dort aus hat man wieder eine gute Aussicht ins Speyerbachtal sowie auf den Neustadter Ortsteil Schöntal.

Pfälzerwald: Blick von der Wolfsburg ins Speyerbachtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfälzerwald: Blick von der Wolfsburg ins Speyerbachtal

Pfälzerwald: Wolfsbrunnen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wolfsbrunnen

Anschließend folgt man dem rot-weiß markierten Wanderweg wieder Richtung Neustadt. Gut 100 Meter hinter der Burg sieht man links am Hang den Wolfsbrunnen von 1846.

Der Weg führt ab dort ein längeres Stück weitgehend eben durch den Wald am Hang entlang. Auf diesem Wegabschnitt kommt man an einer ganzen Reihe ungewöhnlicher Sitzbänke vorbei, die auf der Hangseite in Felsen gehauen wurden und zur Rast einladen.

Scheffelwarte

Nach rund eineinhalb Kilometern biegt der Pfälzer Weinsteig nach links in einen bergauf führenden Serpentinenpfad ab.

Pfälzerwald: Ruine der Sankt-Joseph-Kapelle bei Neustadt - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Ruine der Sankt-Joseph-Kapelle bei Neustadt

Wer jetzt keinen Umweg mehr gehen mag, kann dort aber auch einfach weiter geradeaus gehen, bis man nach knapp 400 Metern wieder auf die rot-weißen Markierungen des Weinsteigs trifft. Durch diese Abkürzung zum Deidesheimer Tempel kann man den Weg um rund 400 Meter abkürzen und dadurch einen An- und Wiederabstieg umgehen.

Pfälzerwald: Scheffelwarte bei Neustadt - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Scheffelwarte

Der Umweg dient dazu dazu, etwas oberhalb im Wald die Ruine der Sankt-Josephs-Kapelle und dann den Aussichtspunkt Scheffelwarte anzusteuern. Die Sankt-Joseph-Kapelle wurde 1733 erbaut, aber von dem einstigen barocken Saalbau sind nur noch die Grundmauern erhalten, die außerdem zugewuchert sind. Anschließend gelangt man nach rund 300 Metern zum Aussichtspunkt Scheffelwarte.

Pfälzerwald: Scheffelwarte-Blick auf Neustadt - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick von der Scheffelwarte auf Neustadt

Der Aussichtspunkt wird durch eine spätexpressionistische Sandsteinsteinquadermauer von 1928 geprägt. An ihr sind unter anderem ein Vers und das Relief-Porträt des badischen Schriftstellers Josef Victor von Scheffel (1826 – 1886) zu sehen, nach dem dieser Ort benannt ist. Der Aussichtspunkt ist aber weitgehend zugewachsen.

Deidesheimer Tempel

Pfälzerwald: Deidesheimer Tempel bei Neustadt - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Deidesheimer Tempel

Egal, ob man dem Hauptweg oder der Abkürzung oder folgt: Nach knapp 400 Metern bzw. rund 800 Meter treffen beide Strecken wieder aufeinander. Anschließend führt der Weg bergab aus dem Wald heraus und durch Weinberge. Dort hat man einen guten Blick auf das Zentrum von Neustadt an der Weinstraße. Kurz danach zweigt nach links ein Zuweg zum Deidesheimer Tempel ab. Wer Zeit und Lust hat, sollte unbedingt noch zu diesem schönen Aussichtspunkt gehen.

Der spätklassizistische offene Rundbau mit Säulen und Kuppelhaube (Monopteros) wurde 1853/54 vom Neustadter Bürgermeister und Kaufmann Friedrich Deidesheimer (1804 – 1876) erbaut. Auch von dort aus hat man eine gute Aussicht auf Neustadt.

Pfälzerwald: Dr.-Welsch-Terrasse bei Neustadt - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Dr.-Welsch-Terrasse

Nachdem man auf dem gleichen Weg zum Weinsteig zurückgekehrt ist, folgt man den rot-weißen Markierungen weiter bergab. Anschließend trifft man auf eine kleine Straße, in die man nach links einbiegt. Kurz danach verlässt der Wanderweg die Straße wieder und biegt nach links in einen kleinen Park ein – die Dr.-Welsch-Terrasse. Der terrassierte exotische Garten wurde vom damaligen Pfarrer des Neustadter Ortsteils Haardt, Theodor Welsch (1842 – 1909), angelegt und nach seinem Tod der Stadt vermacht. Die Parkanlage wurde ab 1929 umgestaltet und beherbergt unter anderem ein Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.

Neustadt an der Weinstraße

Pfälzerwald: Marktplatz mit Scheffelhaus in Neustadt - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Marktplatz mit Scheffelhaus in Neustadt

Man verlässt den Park wieder, indem man dem Pfälzer Weinsteig einen Treppe hinabfolgt. Anschließend biegt man nach rechts ab und folgt dem Haardter Treppenweg bergab in die Stadt hinein. Die rot-weißen Markierungen des Weinsteigs führen direkt in die Fußgängerzone der Hauptstraße von Neustadt an der Weinstraße. Wenn man noch Zeit und Lust hat, sollte man sich den Ort unbedingt noch ansehen.

Pfälzerwald: Storchenturm in Neustadt - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Storchenturm

Sehenswert ist unter anderem der Marktplatz mit der Stiftskirche aus dem 14. und 15. Jahrhundert, dem Scheffelhaus von 1580 und dem Stadthaus von 1729. Ebenfalls interessant sind die Sankt-Marien-Kirche und der Storchenturm aus dem 13. Jahrhundert sowie der Renaissancebau Casimirianum aus dem späten 16. Jahrhundert.

Von der Hauptstraße aus folgt man dem Pfälzer Weinsteig bis zum Hauptbahnhof von Neustadt an der Weinstraße, wo diese Wanderung endet (etwa 20 km ab Deidesheim). Von dort aus kann man stündlich in die Richtungen Bad Dürkheim und Landau sowie Kaiserslautern und Ludwigshafen fahren.

Pfälzerwald: Blick auf Neustadt an der Weinstraße - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfälzerwald: Blick auf Neustadt an der Weinstraße