Rheinsteig 10: Von Kamp-Bornhofen nach Braubach

Auf dem Rheinsteig von Kamp-Bornhofen über Filsen zur Marksburg

Mittelrhein: Blick auf Kamp-Bornhofen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf Kamp-Bornhofen

Markierungen von Hauptwegen und Zuwegen des RheinsteigsDiese Wanderung führt auf dem Rheinsteig von Kamp-Bornhofen über Filsen und die Marksburg nach Braubach (etwa 18 km). Sie ist bewusst so angelegt, dass noch genügend Zeit bleibt, um die Orte und die Marksburg zu besichtigen. Die Wanderung entspricht weitgehend der „offiziellen“ Etappe 10 des Rheinsteigs in Süd-Nord-Richtung.

Kamp-Bornhofen

Diese Wanderung beginnt am Bahnhof von Kamp-Bornhofen, der per Regionalbahn (Rheingaulinie) aus den Richtungen Wiesbaden und Koblenz stündlich erreichbar ist. Vom Bahnhof aus folgt man dem gelb-weiß markierten Zuweg zum Rheinsteig.

Mittelrhein: Von der Leyen’scher Hof in Kamp - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Von der Leyen’scher Hof

Wer Lust und Zeit hat, kann sich noch ein wenig den Ortsteil Kamp von Kamp-Bornhofen ansehen. Sehenswürdigkeiten sind unter anderem der Von der Leyen’sche Hof von 1594 im Renaissance-Stil, die Sankt-Nikolaus-Kirche von 1904 und die Reste des früheren Klosters Kamp. Dieses ist nicht zu verwecheln mit dem noch aktiven Kloster Bornhofen, das sich im Ortsteil Bornhofen befindet.

Von der Gartenstraße in Kamp aus führt der gelb-weiß markierte Zuweg zum Rheinsteig schräg den Hang hinauf. Man folgt ab dort für die nächsten Kilometer auch dem Naturlehrpfad Mittelrhein von Kamp-Bornhofen nach Filsen.

Waldkapelle und Schwedenkreuz

Mittelrhein: Blick auf Kamp-Bornhofen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Kamp-Bornhofen

Beim Aufsteig hat man daher nicht nur schöne Ausblicke auf Kamp-Bornhofen, sondern kommt auch an Informationstafeln über Flora und Fauna am Mittelrhein vorbei. Der Zuweg trifft unterhalb von einem Funkmast auf den Hauptweg des Rheinsteigs, dessen blau-weißen Markierungen man ab dort folgt.

Beim Blick auf die Karte bietet es sich an, die Wanderung abzukürzen, indem man an dieser Stelle geradeaus über den Höhenzug zum Hof und Schloss Liebeneck geht und danach wieder auf den Rheinsteig stößt. Ich empfehle jedoch, dem Wanderweg entlang der Rheinschleife zu folgen, weil man sonst einige schöne Aussichtspunkte und den sehenswerten Ort Filsen verpasst. Außerdem ist Schloss Liebeneck in Privatbesitz und kann ohnehin nicht besichtigt werden!

Mittelrhein: Blick auf Boppard - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf Boppard

Der Rheinsteig führt nun an der Hangkante entlang. Gut einen Kilometer nach dem Funkmast erreicht man einen Aussichtspunkt mit Schutzhütte. Von dort aus hat man einen herrlichen Blick auf Boppard auf der gegenüber liegenden, linken Rheinseite.

Mittelrhein: Waldkapelle bei Filsen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Waldkapelle bei Filsen

Nach rund 200 Metern passiert man oberhalb des Wanderwegs die Waldkapelle der „Sieben Schmerzen Mariens“ aus dem 19. Jahrhundert. Anschließend führt der Weg bergab zum hölzernen Schwedenkreuz oder Bopparder Kreuz auf den Felsen der Filsener Ley. Auch von dort hat man wieder eine schöne Aussicht auf Boppard auf der gegenüber liegenden Rheinseite.

Filsen

Mittelrhein: Blick auf Filsen mit Sankt-Margaretha-Kirche - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Filsen mit Sankt-Margaretha-Kirche

Unterhalb des Schwedenkreuzes trifft man auf den Filsener Kirschenpfad, dem der Rheinsteig ein Stück folgt. Dort kann man auf Informationstafeln einiges über Kirschen und den Obstbau in der Region erfahren. Kurz danach erreicht man den Ortsrand von Filsen (gut 3 km ab Kamp-Bornhofen, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Ich empfehle unbedingt, kurz nach links in den Ort hinein zu gehen! Schon nach wenigen Metern stößt man dort auf die beeindruckende Wachport. Über dem mittelalterlichen Stadttor wurde 1611 das Fachwerk-Rathaus errichtet. Auch in der dahinter liegenden Oberstraße findet man ein schönes Ensemble von Fachwerkhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Ebenfalls sehenswert ist die neugotische Sankt-Margaretha-Kirche von 1877.

Anschließend kehrt man zum Rheinsteig zurück und folgt dessen blau-weißen Markierungen am alten Wasserwerk von 1926 vorbei wieder aus Filsen hinaus. Der Wanderweg führt zunächst durch Obstwiesen und dann in den Wald hinein.

Florianshütte und Hexenköpfel

Mittelrhein: Blick auf Osterspai - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Osterspai

Am Waldrand stößt man auf einen ersten Zuweg des Rheinsteigs nach Osterspai, aber wir folgen dem Hauptweg weiter geradeaus. Danach passiert man ein Wasserwerk und trifft gut zwei Kilometer hinter Filsen auf einen zweiten Zuweg in den Ort. Wer in Osterspai einen Zwischenstopp machen möchte (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten), kann dort hinabsteigen, aber diese Wanderung führt auf dem Rheinsteig weiter geradeaus.

Mittelrhein: Schloss Liebeneck - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Schloss Liebeneck

Der Wanderweg verläuft weiter durch den Wald, und man hat nur selten kleine Ausblicke auf Osterspai. Man wandert nun unterhalb vom bereits erwähnten Schloss Liebeneck vorbei, das aber vom Weg aus nicht sichtbar ist. Das frühere Jagdschloss wurde ab 1873 im Stil des Historismus anstelle eines Schlosses aus dem späten 16. Jahrhundert erbaut. Es ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden!

Mittelrhein: Florianshütte - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Florianshütte

Rund einen Kilometer hinter dem zweiten Zuweg nach Osterspai biegt der Rheinsteig nach rechts in einen kleinen Pfad ab. Nach einem kurzen Anstieg erreicht man dann die Florianshütte, an der sich auch ein kleiner Rastplatz befindet. Anschließend trifft der Wanderweg auf eine kleine asphaltierte Straße, in die man in einer Spitzkehre nach links einbiegt. Danach folgt man der Straße rund 200 Meter bergab, wo die Straße eine Linkskurve macht, der Wanderweg aber nach rechts abbiegt.

Bevor man den blau-weißen Markierungen des Rheinsteigs weiter folgt, sollte man aber noch kurz nach links zum ausgeschilderten Aussichtspunkt Hexenköpfel gehen (etwa 7 km ab Kamp-Bornhofen). Von dort aus hat man einen schönen Ausblick auf Osterspai und das Rheintal.

Mittelrhein: Hexenköpfel-Blick auf Osterspai - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Hexenköpfel-Blick auf Osterspai

Dinkholder Berg

Mittelrhein: Blick Richtung Marksburg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick Richtung Marksburg

Anschließend führt der Rheinsteig weiter durch den Wald. Nach rund 500 Metern macht der Wanderweg eine Spitzkehre nach links und folgt danach an einer Gabelung dem linken Weg. Nach weiteren rund 500 Metern verlässt der Weg für ein kurzes Stück den Wald und führt über eine Obstwiese. Von dort aus kann man in der Ferne zum ersten Mal die Marksburg sehen.

Mittelrhein: Blick rheinaufwärts Richtung Osterspai - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick rheinaufwärts Richtung Osterspai

Anschließend führt der Weg nach rechts in das Tal des Heiligenbachs hinein und macht dort wieder eine Spitzkehre nach links. Man wandert bergab und dann ein kurzes Stück oberhalb des Rheins entlang. Danach führt der Rheinsteig nach rechts in das Tal des Wasenbachs hinein, kreuzt einen breiten Forstweg und macht erneut eine Spitzkehre nach links. Bei dem folgenden Anstieg hat man einen schönen Ausblick rheinaufwärts Richtung Osterspai.

Rund einem Kilometer hinter dem Wasenbachtal führt der Hauptweg des Rheinsteigs scharf nach rechts bergauf. Eine Hinweistafel informiert darüber, dass der Hauptweg dort auf einer „alpinen Steilstecke“ über den Dinkholder Berg zu einem Aussichtspunkt mit der „Rheinsteig-Schutzhütte Osterspai“ führt (etwa 11 km ab Kamp-Bornhofen).

Mittelrhein: Blick vom Dinkholder Berg rheinabwärts - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick vom Dinkholder Berg rheinabwärts

Wer den An- und Abstieg sowie den Umweg von einem halben Kilometer vermeiden möchte, kann einfach geradeaus dem gelb-weiß markierten Zuweg folgen. Nach rund 250 Metern trifft man dann wieder auf den Hauptweg des Rheinsteigs.

Dinkholder Tal

Nach dem Dinkholder Berg führt der Wanderweg dann ins Dinkholder Tal hinab. Während des Abstiegs macht der Wanderweg eine Spitzkehre nach links und erreicht kurz danach den Talgrund.

Dort folgt der Weg dem Dinkholder Bach rund 200 Meter bergab bis zur Sauerbornquelle, die auch Dinkholder Born genannt wird. Die vergleichsweise große Brunnenanlage der eisen- und kohlesäurehaltigen Mineralquelle liegt etwas unter dem umliegenden Terrain und ist von einer Mauer eingefasst.

An der Sauerbornquelle überquert der Rheinsteig den Dinkholder Bach und macht eine Spitzkehre nach rechts. Anschließend führt der Wanderweg einen Serpentinenpfad steil bergauf.

Lusthäuschen

Mittelrhein: Blick auf Braubach und Marksburg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Braubach und Marksburg

Nach dem Anstieg führt der Weg dann rund zwei Kilometer weitgehend geradeaus am Hang oberhalb des Rheintals entlang. Dabei kommt man immer wieder an Aussichtspunkten und Rastplätzen vorbei. Von dort aus hat man schöne Ausblicke auf die Orte Spay, Brey und Rhens auf der gegenüber liegenden, linken Rheinseite. Auch auf die Ziele dieser Wanderung, die Marksburg und Braubach, hat man immer wieder schöne Aussichten.

Mittelrhein: Aussichtspunkt Lusthäuschen bei Braubach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Aussichtspunkt Lusthäuschen bei Braubach

Etwa zweieinhalb Kilometer nach der Sauerbornquelle gelangt man zum Aussichtspunkt mit Schutzhütte namens Lusthäuschen (etwa 15 km ab Kamp-Bornhofen). Auch von dort aus hat man wieder einen schönen Blick ins Rheintal.

Am Lusthäuschen macht der Rheinsteig eine Spitzkehre nach links und kurz danach eine zweite nach rechts. Anschließend führt der Pfad unmittelbar vor einem Tor nach links eine Treppe hinab und dann zwischen umzäunten Gärten und aufgegebenen Weinbergen weiter bergab. Auf diesem Wegabschnitt hat man erneut einen schönen Blick auf die Marksburg.

Mittelrhein: Blick auf die Marksburg bei Braubach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf die Marksburg von Süden

Marksburg

Mittelrhein: Friedhofskapelle Sankt Martin in Braubach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Friedhofskapelle Sankt Martin

Rund einen Kilometer nach dem Lusthäuschen führt der Rheinsteig über eine Treppe zum alten Friedhof von Braubach hinauf. Ich empfehle, dort noch kurz die Friedhofskapelle Sankt Martin zu besichtigen, die die älteste Kirche Braubachs ist. An ihrer Stelle stand bereits um das Jahr 1000 die Kirche einer fränkischen Burg. Das romanische Kirchenschiff stammt aus dem 12. Jahrhundert, der frühgotische Chor aus dem 13. Jahrhundert.

Mittelrhein: Blick auf die Marksburg von Norden - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf die Marksburg von Norden

Vom Friedhof aus folgt man den blau-weißen Markierungen des Rheinsteigs ein kurzes Stück der Straße „An der Alten Burg“. Anschließend biegt man nach links in die Zufahrt zur Marksburg ein, auf der man rund 100 Meter bergauf gehen muss. Vorsicht, achten Sie dort unbedingt auf den Verkehr! Kurz danach kann man aber nach links in einen Fußweg zur Burg einbiegen, deren Eingang man dann nach 300 Metern Anstieg erreicht.

Ich empfehle, die Marksburg unbedingt zu besichtigen. Sie ist die einzige nie zerstörte mittelalterliche Höhenburg am Mittelrhein. Die Burg stammt aus der Zeit um 1200, wurde aber in späteren Jahrhunderten mehrfach aus- und umgebaut.

Von der Marksburg aus hat man einen herrlichen Blick auf das Rheintal und auf Braubach. Die im Osten sichtbaren drei Schornsteine auf dem Berg Pankert stammen von der ehemaligen Blei- und Silberhütte Braubach, die heute ein Industriedenkmal ist.

Braubach

Mittelrhein: Blick auf Braubach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Braubach

Von der Marksburg aus folgt man dem Rheinsteig schließlich hinab nach Braubach. Bereits beim Abstieg hat man schöne Ausblicke auf den Ort.

Der Wanderweg führt mitten durch den Ortskern von Braubach, wo es zahlreiche Sehenswürdigkeiten gibt.

Mittelrhein: Marktplatz von Braubach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Marktplatz von Braubach

Neben dem Marktplatz sollte man sich unter anderem die Stadtbefestigung mit dem Obertor und dem Pankgrafenturm ansehen.

Ebenfalls sehenswert sind die Markuskirche und das Schloss Philippsburg. Das Renaissanceschloss wurde ab 1568 vom Landgrafen Philipp II. von Hessen-Rheinfels erbaut, aber in den folgenden Jahrhunderten mehrfach verändert.

Mittelrhein: Innenhof von Schloss Philippsburg in Braubach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Innenhof von Schloss Philippsburg in Braubach

Anschließend geht man vom Ortskern über die Wilhelmstraße zur Markuskirche und dann nach links über die Rathausstraße zum Bahnhof von Braubach, wo diese Wanderung endet (etwa 18 km ab Kamp-Bornhofen). Von dort aus kann man per Regionalbahn (Rheingaulinie) stündlich in Richtung Koblenz oder Wiesbaden fahren.

Mittelrhein: Blick auf Braubach und Marksburg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf Braubach und Marksburg