Oberrhein: Rundweg zur Kapelle in den Weinbergen bei Zornheim

Auf der Hiwweltour über den Zornheimer Berg zur Selzstellung und zur Kapelle in den Weinbergen

Oberrhein: Kapelle in den Weinbergen bei Zornheim in Rheinhessen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Kapelle in den Weinbergen bei Zornheim

Markierungen der Hiwweltour Zornheimer BergDiese Wanderung verläuft auf der Hiwweltour Zornheimer Berg von Zornheim über den Selzberg mit der Selzstellung zur Kapelle in den Weinbergen (etwa 8 km). Der kurze Rundweg bietet weite Ausblicke ins rheinhessische Hügelland. Vorher oder danach lohnt sich ein Bummel durch Zornheim. Der Rundweg ist auch für Kinder geeignet, für die vor allem die Kapelle und ein Feuchtbiotop interessant sind. (Falls Sie diese Wanderung mit Kindern machen möchten, können Ihnen meine grundsätzlichen Empfehlungen zum Wandern mit Kindern nützlich sein.)

Sie möchten rasch einen Eindruck bekommen, was Sie auf dieser Wanderung erwartet? Hier einige Video-Impressionen von der Hiwweltour Zornheimer Berg bei Zornheim in Rheinhessen…

Zornheim

Diese Wanderung beginnt an der Bushaltestelle „Hahnheimer Straße“ im Ortskern von Zornheim. Die Anreise ist aus Mainz halbstündlich mit dem Bus möglich.

Oberrhein: Drei-Grazien-Brunnen und Sankt-Bartholomäus-Kirche in Zornheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sankt-Bartholomäus-Kirche am Lindenplatz in Zornheim

Von der Bushaltestelle geht man ein kurzes Stück die Hauptstraße bergab und biegt dann nach rechts in die Obere Pfortenstraße ein. Direkt danach gelangt man zum Lindenplatz, an dem einige Sehenswürdigkeiten von Zornheim liegen.

Tipp: Vor oder nach der Wanderung sollte man sich noch Zornheim anschauen!

Sehenswert sind vor allem die neugotische Sankt-Bartholomäus-Kirche von 1894/95, das barocke Rathaus von 1708 und einige weitere Fachwerkhäuser.

Am Lindenplatz trifft man auch auf den Zuweg der Hiwweltour Zornheimer Berg, dessen schwarz-gelben Markierungen man durch die Neugasse und den Wingertsbergweg aus dem Ort hinaus folgt.

Ruhkreuz

Nachdem man rund 600 Meter weitgehend geradeaus gewandert ist, stößt man hinter den letzten Gebäuden von Zornheim auf die blau-grünen Markierungen des Hauptwegs der Hiwweltour Zornheimer Berg.

Oberrhein: Weinpavillon am Ruhkreuz bei Zornheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Weinpavillon Zornheim

Man geht noch wenige Meter geradeaus bergauf auf den Zornheimer Berg und erreicht dann eine große Wegkreuzung. Dort befindet sich auch der Weinpavillon Zornheim, wo an bestimmten Tagen kleinere Speisen angeboten sowie Wein und andere Getränke ausgeschenkt werden.

Die Hiwweltour biegt am Weinpavillon nach rechts ab. Vorher sollte man aber noch wenige Meter geradeaus zum Aussichtspunkt Ruhkreuz gehen. Das Wegkreuz aus rotem Buntsandstein wurde 1918 auf dem Zornheimer Berg errichtet.

Von dort aus hat man einen ersten weiten Ausblick ins Selztal und auf das rheinhessische Hügelland. In der Ferne kann man im Norden bis zum Taunus und nach Frankfurt blicken, sowie im Süden bis zum Odenwald und auf das Nordpfälzer Bergland.

Oberrhein: Ruhkreuz bei Zornheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Ruhkreuz bei Zornheim

Direkt neben dem Ruhkreuz befindet sich die Nachbildung einer historischen Ruhbank, an der Lastenträger einst ihre Lasten absetzen und sich ausruhen konnten.

Hohberg

Oberrhein: Wanderweg am Hohberg bei Zornheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wanderweg am Hohberg

Anschließend kehrt man zum Weinpavillon zurück und folgt von dort aus der Hiwweltour in Richtung Selzstellung. Der Wanderweg führt dann auf dem Höhenzug knapp einen Kilometer geradeaus.

Linker Hand hat man nach Süden erneut einen weiten Blick ins Selztal und auf das rheinhessische Hügelland. In der Ferne kann man die höchste Erhebung des Nordpfälzer Berglands sehen – den Donnersberg.

Nach rund 600 Metern gabelt sich der Weg, wobei man sich links hält, und passiert dann den Aussichtspunkt Hohberg mit zwei Bänken. Daneben findet man auf einem Felsblock eine metallene Windrose, auf der man die Richtungen von Landmarken und Ortschaften der Umgebung ablesen kann.

Oberrhein: Wingertshäuschen am Hohberg bei Zornheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wingertshäuschen am Hohberg

Kurz danach biegt die Hiwweltour Zornheimer Berg scharf nach links ab, und man folgt einem Wiesenweg bergab.

Nach gut 50 Metern kreuzt man einen asphaltierten Wirtschaftsweg (etwa 2 km ab Zornheim), an dem man links bei einem kleinen Gehölz das Wingertshäuschen am Hohberg sieht. Solche Weinberghäuschen dienten den Winzern früher als Unterstand bei schlechtem Wetter und Materiallager.

Selzberg und Selzstellung

Oberrhein: Wanderweg mit Blick auf die Selzstellung - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wanderweg mit Blick auf den Selzberg

Man geht auf dem Wiesenweg weiter bergab und stößt dann nach rund 300 Metern auf ein Gehölz, an dem man erneut nach links abbiegt. Der Weg verläuft ein kurzes Stück an dem Gehölz entlang, und danach wandert man wieder durch Weinberge.

Der Wanderweg führt anschließend weitgehend geradeaus auf eine Anhöhe mit Windrädern zu. Nach einem halben Kilometer stößt man auf einen asphaltierten Wirtschaftsweg, dem man rund 150 Meter bergauf folgt. Dann leiten einen die blau-grünen Markierungen der Hiwweltour Zornheimer Berg in einem steilen Anstieg zum Selzberg hinauf.

Oberrhein: Aussichtspunkt Selzstellung - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Aussichtspunkt Selzstellung

Auf der Anhöhe gibt es Bänke, von denen aus man nach Süden den Ausblick in die Niederung des Flüsschens Selz genießen kann. Bei klarer Sicht kann man von dort aus auch das Nordpfälzer Bergland mit dem Donnersberg sehen. Im Norden blickt man auf den Weinpavillon Zornheim.

Auf dem Selzberg befindet sich auch der Aussichtspunkt Selzstellung mit einer Informationstafel. Die Selzstellung war eine Verteidigungsanlage, die sich in einem fast 30 Kilometer langen Bogen südlich von Mainz oberhalb des Selztals erstreckte. Sie wurde ab 1908 erbaut und bestand aus rund 340 in das Gelände eingebetteten Bunkeranlagen und anderen befestigten Bauwerken aus Beton.

Oberrhein: Blick von der Selzstellung ins Selztal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Blick vom Wanderweg an der Selzstellung ins Selztal

Von den Befestigungen ist heute kaum noch etwas zu sehen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden gemäß dem Friedensvertrag von Versailles alle Anlagen der Selzstellung zerstört. Am Aussichtspunkt wurden aber einige Betonbrocken aus der einstigen Bunkeranlage aufgestellt.

Kapelle in den Weinbergen

Anschließend folgt man dem Wanderweg durch Weinberge weiter sanft bergauf. Der Weg macht eine weite Linkskurve und biegt dann nach rund 250 Metern scharf nach rechts ab.

Oberrhein: Kapelle in den Weinbergen bei Zornheim in Rheinhessen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Kapelle in den Weinbergen

Ich empfehle aber, die Hiwweltour dort vorübergehend zu verlassen und geradeaus zu gehen. So gelangt man nämlich kurz danach zu einem freistehenden Baum und zur Kapelle in den Weinbergen.

Die Kapelle wurde 2021 von einem Zornheimer Unternehmerehepaar als ökumenischer Ort der Stille gestiftet.

Tipp: Man sollte die Kapelle in den Weinbergen unbedingt besichtigen!

Die außergewöhnliche Architektur der Kapelle ist auch für Kinder interessant. Das am Hang gebauten Bauwerk wird durch eine Holz-Glas-Konstruktion mit fünf gestaffelten Dreiecksformen bestimmt. Der abgetreppte Innenraum führt zu einem schlichten Sandsteinaltar und einem großen Fenster hinab, das den Blick in die Landschaft öffnet.

Wingertshäuschen auf dem Winkel

An der Kapelle in den Weinbergen geht man auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg nach rechts bergab. Nach rund 150 Metern trifft man dann wieder auf die blau-grünen Markierungen der Hiwweltour Zornheimer Berg, denen man durch Weinberge geradeaus folgt.

Oberrhein: Wanderweg am Wingertshäuschen auf dem Winkel bei Zornheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Weg am Wingertshäuschen auf dem Winkel

Linker Hand hat man nach Süden erneut einen weiten Blick ins Selztal. Bei klarer Sicht kann man von dort aus auch den Odenwald sehen.

Nach rund 600 Metern passiert die Hiwweltour dann das Wingertshäuschen auf dem Winkel (etwa 4 km ab Zornheim). Bei dem Weinberghäuschen gibt es einen Rastplatz, an dem mehrere Bänke rund um einen Tisch stehen.

Danach folgt man dem Wanderweg durch Weinberge weiter geradeaus und sanft bergab, bis er nach rund 200 Metern nach links abbiegt. Anschließend wandert man durch Weinberge und Felder rund einem halben Kilometer geradeaus bergab. Danach stößt man auf einen asphaltierten Wirtschaftsweg, in den man nach links einbiegt.

Feuchtbiotop Rohrwiesen

Oberrhein: Teich im Feuchtbiotop Rohrwiesen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Teich im Feuchtbiotop Rohrwiesen

Nach einem kurzen Anstieg verlässt man den Asphaltweg wieder nach rechts. Man folgt einem Wiesenweg über eine Kuppe und geht dann erneut bergab. Schließlich macht die Hiwweltour einen Rechtsknick, und man erreicht das Feuchtbiotop Rohrwiesen.

Das kleine Naturschutzgebiet am Kinsbach und am Zornheimer oder Langwiesen-Graben wird durch eine Reihe von Teichen mit Schilfgürteln geprägt. Dort leben zahlreiche seltene Amphibien- und Vogelarten, wie Kammmolche und Wechselkröten oder Eisvögel und Rohrsänger.

Für Kinder ist das Spielen an den Teichen faszinierend, aber nicht völlig ungefährlich. Passen Sie bitte auf, dass niemand ins Wasser fällt!

Oberrhein: Streuobstwiesen beim Feuchtbiotop Rohrwiesen bei Zornheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Streuobstwiesen bei Zornheim

Die Hiwweltour führt rasch an den Teichen vorbei und danach durch Streuobstwiesen. Man biegt erneut nach links ab und gelangt anschließend auf einen asphaltierten Wirtschaftsweg, der direkt auf Zornheim zuläuft.

Bevor man den Ortsrand erreicht, biegt die Hiwweltour Zornheimer Berg jedoch vom Asphaltweg nach links in einen Wiesenweg ein (etwa 6 km ab Zornheim). Anschließend folgt man den blau-grünen Markierungen zwischen einem Gehölzstreifen rechts und Obstbäumen links sanft bergauf.

Hasenberg

Oberrhein: Rastplatz am Jubiläumswald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Rastplatz am Jubiläumswald

Nach einigen Richtungswechseln und rund einem halben Kilometer stößt man dann erneut auf einen Asphaltweg und auf den Jubiläumswald von Zornheim.

Neben einem Rastplatz mit Tisch und Bänken steht eine Informationstafel. Sie erläutert, dass dort im Jahr 2016 zum 200. Jubiläum der Gründung von Rheinhessen 200 Bäume gepflanzt wurden. Von einem Wald kann aber noch keine Rede sein, weil die Jungbäume erst zu einem Wäldchen heranwachsen müssen.

Oberrhein: Wanderweg auf dem Hasenberg bei Zornheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wanderweg auf dem Hasenberg bei Zornheim

Am Jubiläumswald folgt man dem Asphaltweg nach links und biegt kurz danach rechts in einen Wiesenweg ein. Anschließend folgt man den blau-grünen Markierungen der Hiwweltour Zornheimer Berg mit mehreren Richtungswechseln sanft bergauf.

Nach rund 300 Metern erreicht man dann die Kuppe des Hasenbergs. Dort erläutert eine Informationstafel neben einer kleinen Bank, dass der Ursprung des Namens unklar ist. Demnach könnte die kleine Anhöhe nach Hasen, aber auch nach Haselsträuchern benannt sein. Von der Anhöhe aus hat man noch einmal einen weiten Blick ins rheinhessische Hügelland.

Tipp: Ich empfehle, an diesem idyllischen Ort eine letzte Pause zu machen und die Aussicht zu genießen.

Oberrhein: Blick vom Hasenberg nach Nordosten auf Harxheim und Lörzweiler - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Blick vom Hasenberg nach Nordosten

Der Wanderweg führt geradewegs über die Hügelkuppe hinweg und dann wieder bergab. Anschließend umrundet man eine Pferdekoppel und wandert wieder zum Ortsrand von Zornheim hinauf.

Zornheim

Oberrhein: Blick auf Zornheim in Rheinhessen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Zornheim

Dort biegt die Hiwweltour nach links ab und führt wieder zum Ruhkreuz und dem Weinpavillon am Zornheimer Berg hinauf. Auf dieser Wanderung wendet man sich aber nach rechts und geht in den Ort hinein.

Nachdem man der Südstraße bis zum Ende gefolgt ist, biegt man nach links in die Rheinstraße ein. Dieser folgt man rund 200 Meter und geht dann nach rechts in die Neugasse, über die man wieder zum Lindenplatz und zur Sankt-Bartholomäus-Kirche im Ortskern gelangt.

Durch die Obere Pfortenstraße sind es dann nur noch wenige Meter bis zur Bushaltestelle „Hahnheimer Straße“, wo diese Wanderung endet (etwa 8 km). Von dort aus kann man mit dem Bus halbstündlich zurück nach Mainz fahren.