Rheinsteig 13: Von Koblenz nach Vallendar

Auf dem Rheinsteig über die Festung Ehrenbreitstein zum Urheiligtum von Schönstatt

Mittelrhein: Blick auf das Deutsche Eck in Koblenz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf das Deutsche Eck in Koblenz

Markierungen von Hauptwegen und Zuwegen des RheinsteigsDiese Wanderung führt auf dem Rheinsteig von Koblenz und der Festung Ehrenbreitstein über Urbar und Mallendarer Berg ins Wambachtal und nach Vallendar (etwa 12 km). Zuerst wandert man durch Teile der Festung. Zum Abschluss kann man das ehemalige Augustinerkloster in Vallendar-Schönstatt besuchen, wo sich auch das Urheiligtum der Schönstattbewegung befindet. Die Wanderung entspricht weitgehend der „offiziellen“ Etappe 13 des Rheinsteigs in Süd-Nord-Richtung.

Koblenz

Diese Wanderung beginnt am Hauptbahnhof von Koblenz, der mit Nah- und Fernverkehrszügen aus allen Richtungen gut erreichbar ist. Am besten verlässt man den Bahnhof über den östlicher Hauptausgang und geht anschließend geradeaus zum Rheinufer. Dort wendet man sich nach links und folgt der Rheinufer-Promenade bis zur Pfaffendorfer Brücke.

Tipp: Vor der Wanderung sollte man noch Koblenz besichtigen.

Mittelrhein: Residenzschloss von Koblenz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Residenzschloss von Koblenz

Stromabwärts hinter der Brücke befindet sich das Kurfürstliche Schloss, das vom Ende des 18. Jahrhunderts stammt. Es war erst die Residenz des Erzbischofs von Trier und danach verschiedener preußischer Behörden und Gerichte. Heute wird es von mehreren Bundesbehörden genutzt und ist nur bei Veranstaltungen öffentlich zugänglich.

Wer mag, kann auch noch stromabwärts bis zur Moselmündung am Deutschen Eck gehen. Das Reiterstandbild dort stammt ursprünglich von 1897, wurde 1945 zerstört und 1993 neu errichtet. Es zeigt den ersten Deutschen Kaiser Wilhelm I. und einen geflügelten, weiblichen Schutzgeist, der einen Lorbeerkranz und die Reichskrone trägt.

Ebenfalls sehenswert sind das Deutschherrenhaus und die Sankt-Kastor-Basilika in der Nähe sowie die Florinskirche und die Liebfrauenkirche.

Wer den Aufstieg zur Festung Ehrenbreitstein vermeiden möchte, kann vom Deutschen Eck mit einer kostenpflichtigen Seilbahn zur Festung hinauffahren.

Ehrenbreitstein

Mittelrhein: Blick von der Pfaffendorfer Brücke auf Koblenz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Koblenz und Ehrenbreitstein (rechts)

Diese Wanderung führt aber über die Pfaffendorfer Brücke hinweg auf das gegenüberliegende, rechte Rheinufer. Hinter der Brücke geht man zum Rheinuferweg hinab und stößt dort erstmals auf die blau-weißen Markierungen des Rheinsteigs. Diesen folgt man dann stromabwärts zum Koblenzer Stadtteil Ehrenbreitstein, der von der gleichnamigen Festung überragt wird.

Nach rund 700 Metern biegt der Wanderweg vom Rheinufer nach rechts ab und man gelangt durch eine Unterführung zum Kapuzinerplatz von Ehrenbreitstein. Dort biegt der Rheinsteig nach links in die Hofstraße ein.

Unterwegs sollte man einige Sehenswürdigkeiten von Ehrenbreitstein beachten. Bereits am Kapuzinerplatz sind das klassizistische Konradhaus von 1874 und die barocke Kirche des ehemaligen Kapuzinerklosters von 1656 sehenswert. Auf der Hofstraße passiert man den Marktplatz von Ehrenbreitstein mit mehreren spätbarocken Häusern.

Am Ende der Hofstraße erreicht man eine große Straßenkreuzung, die der Rheinsteig überquert. Auf der anderen Seite der Kreuzung stößt man auf den Marstall von 1762 und das Dikasterialgebäude aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Letzteres war ursprünglich als Verwaltungsgebäude errichtet worden, diente später aber auch als Kurfürstliche Residenz.

Festungswege

Mittelrhein: Festung Ehrenbreitstein in Koblenz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Festung Ehrenbreitstein

Rund 400 Meter vom Marstall entfernt liegt die Talstation eines kostenpflichtigen Schrägaufzugs zur Festung.

Diese Wanderung folgt aber weiter dem Rheinsteig, der am Marstall nach rechts abbiegt und ein kurzes Stück an dem Gebäude entlang führt (etwa 3 km ab Koblenz). Anschließend folgt man den blau-weißen Markierungen einen Treppenweg zur die Festung Ehrenbreitstein hinauf – den General-Aster-Weg.

Nachdem man dem gewundenen Treppenweg rund 200 Meter bergauf gefolgt ist, führt er durch eine Tür in die äußere Festungsmauer hinein. Man geht einen Gang über Treppen weiter hinauf und gelangt dann auf eine asphaltierte Straße – den Felsenweg.

Dieser Straße folgt man nach rechts bergauf, geht unter einer Brücke durch und passiert danach an der Wache am Helfenstein und am Südlichen Abschnitt der Festung mehrere Tore. Noch bevor der Felsenweg die Bergstation des bereits erwähnten Schrägaufzugs erreicht, biegt der Rheinsteig nach rechts in einen schmalen Pfad ein.

Mittelrhein: Blick auf Koblenz-Ehrenbreitstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Koblenz-Ehrenbreitstein

Dieser führt zuerst einige Stufen hinauf und dann eine Treppe bergab. Anschließend umrundet der Wanderweg in ständigem Auf und Ab am Hang den östlichen Teil der Festung. Rechter Hand hat man einen schönen Blick auf Ehrenbreitstein und ins Rheintal.

Schließlich mündet der schmale Pfad in einen breiten Weg – den Reiterweg. Diesem folgt man links bergauf und kreuzt nach rund 300 Metern einen anderen Weg. Nach einem letzten Serpentinenanstieg erreicht der Rheinsteig dann das Festungsplateau.

Festung Ehrenbreitstein

Dort befinden sich linker Hand das Besucherzentrum und der Haupteingang zur Festung Ehrenbreitstein. Eine Besichtigung kostet Eintritt und auf dem Gelände gibt es Einkehrmöglichkeiten.

Mittelrhein: Besucherzentrum der Festung Ehrenbreitstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Besucherzentrum der Festung Ehrenbreitstein

Tipp: Eine Besichtigung der Festung Ehrenbreitstein lohnt sich!

Das heutige Festungsplateau war schon vor 6.000 Jahren besiedelt, bereits für das 10. Jahrhundert v. Chr. ist eine bronzezeitliche Wehranlage nachweisbar. Außerdem wurden bei archäologischen Ausgrabungen keltische, römische und karolingische Überreste gefunden.

Um 1000 n. Chr. entstand auf dem Felssporn die mittelalterliche Burg Ehrenbreitstein, die seit dem 16. Jahrhundert zu einer barocken Festung umgebaut und stetig erweitert wurde. Nach deren Zerstörung im Jahr 1801 wurde die Festung Ehrenbreitstein in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in ihrer heutigen Form wieder aufgebaut. Die Geschichte der Anlage wird in einer Dauerausstellung erläutert.

Beim Gang durch die Festung gelangt man durch das Feldtor über den Hauptgraben und den Retirierten Graben zum Oberen Hof mit einer großen Aussichtsterrasse. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf Koblenz und die Mündung der Mosel in den Rhein beim Deutschen Eck.

Mittelrhein: Blick auf das Deutsche Eck in Koblenz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick von der Festung Ehrenbreitstein auf das Deutsche Eck in Koblenz

Nach einer Besichtigung der Festung kehrt man schließlich zum Haupteingang und dem Besucherzentrum auf dem Festungsplateau zurück.

Rhein-Mosel-Blick

Beim Besucherzentrum der Festung Ehrenbreitstein macht der Rheinsteig eine Spitzkehre nach rechts und überquert dann nach links den Parkplatz. Anschließend folgt man schräg rechts einem Weg auf die Freifläche des Festungsplateaus hinaus und biegt kurz danach erneut schräg rechts ab.

Mittelrhein: Aussichtsplattform Rhein-Mosel-Blick bei der Festung Ehrenbreitstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Aussichtsplattform Rhein-Mosel-Blick

Achtung! Die blau-weißen Markierungen des Rheinsteigs sind auf diesem Wegabschnitt leicht zu übersehen! Sie sind teilweise am Boden auf Pflastersteinen neben den Wegen angebracht.

Letztlich führt der Wanderweg aber durch den Festungspark direkt auf die weithin sichtbare Aussichtsplattform Rhein-Mosel-Blick zu.

Die größe, hölzerne Plattform in Form eines Dreiecks wurde im Jahr 2011 zur Bundesgartenschau in Koblenz erbaut. Die Aussichtsplattform ragt über die Hangkante hinaus, der Blick ins Mittelrheintal und auf Koblenz ist aber etwas zugewachsen.

Mittelrhein: Rhein-Mosel-Blick auf Koblenz - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Rhein-Mosel-Blick auf Koblenz

Der Wanderweg verläuft direkt am Rhein-Mosel-Blick vorbei und biegt dann am Rand des Festungspark nach rechts ab. Nach 200 Metern wendet sich der Rheinsteig nach links und führt danach an einem Parkplatz entlang.

Nach weiteren 300 Metern biegt der Wanderweg erneut nach links ab und verläuft dann an einer Grünschnitt-Kompostieranlage vorbei. Anschließend erreicht man den Ortsrand von Urbar (etwa 6 km ab Koblenz, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Urbar

Der Rheinsteig trifft auf die Arenberger Straße und folgt ihr dann rund 100 Meter nach links. Danach biegt der Wanderweg an einem Spielplatz nach rechts ab. Wer mag kann dort noch geradeaus nach Urbar hineingehen.

Im Ort ist unter anderem das Klostergut Besselich aus dem 17. Jahrhundert sehenswert und die Sankt-Peter-und Paul-Kirche. Diese Kirche aus dem Jahr 2022 ist ein besonders Beispiel für moderne Sakralarchitektur. Ebenfalls sehenswert sind mehrere Fachwerkhäuser, darunter auch eines aus dem 18. Jahrhundert an der Hauptstraße.

Mallendarer Bachtal und Berg

Mittelrhein: Rheinsteig vor dem Mallendarer Bachtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Rheinsteig im Mallendarer Bachtal

Nachdem der Rheinsteig an dem Spielplatz die Arenberger Straße verlassen hat, verläuft er am Friedhof von Urbar vorbei und durch einige ruhige Wohnstraßen. Anschließend führt er auf einem Weg mit zwei Kehren durch Gehölze und Wiesen ins Mallendarer Bachtal hinab.

Im Talgrund biegt der Wanderweg nach links ab und folgt rund 200 Meter einer Kreisstraße. Dann überquert man die Straße nach rechts und folgt den blau-weißen Markierungen des Rheinsteigs bergauf in den Wald hinein.

Mittelrhein: Rheinsteig hinter dem Mallendarer Bachtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Rheinsteig vor Mallendarer Berg

Nach rund einem halben Kilometer verlässt der Wanderweg den Wald wieder und kreuzt kurz danach eine weitere Straße, der man ein kurzes Stück nach links folgt. Anschließend biegt der Rheinsteig nach rechts ab und verläuft zwischen einem Waldrand links und Feldern rechts über eine Anhöhe.

Nach rund einem halben Kilometer gelangt man an einen Sportplatz, hinter dem der Wanderweg nach links abbiegt und zwischen mehreren Tennisplätzen hindurch führt. Anschließend erreicht man ein Freibad und den Rand des Vallendarer Stadtteils Mallendarer Berg (etwa 9 km ab Koblenz, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Wambachtal

Mittelrhein: Rheinsteig vor dem Wambachtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Rheinsteig vor dem Wambachtal

Nachdem der Rheinsteig auf ruhigen Wohnstraßen das Freibad im Uhrzeigersinn umrundet hat, führt er bei einem Parkplatz wieder in den Wald hinein.

Danach wandert man durch den Wald und an Wiesen entlang in das Wambachtal hinab. Nach knapp einem halben Kilometer erreicht man den Talgrund und trifft dort auf einen breiten Forstweg, dem man bergab folgt.

Mittelrhein: Bischofsbour im Wambachtal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Bischofsbour im Wambachtal

Kurz nachdem der Weg den Wambach gekreuzt hat, sieht man linker Hand eine Bank und einen überdachten Brunnen – den Bischofsbour.

Dort soll laut einer Sage ein Bischof nach erfolgloser Jagd gotteslästerlich geflucht haben. Daraufhin sei er samt Pferd von einer Erdspalte verschluckt worden. An derselben Stelle soll dann eine Quelle entstanden sein.

Anschließend folgt man dem Forstweg durch das Wambachtal weiter bergab und gelangt nach rund einem Kilometer zu einem Parkplatz.

Ehemaliges Augustinerkloster

Mittelrhein: Mauerdurchgang zum ehemaligen Augustinerkloster in Vallendar - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mauerdurchgang zum ehemaligen Augustinerkloster

An dem Parkplatz biegt der Rheinsteig nach links ab und führt durch einen schmalen Mauerdurchgang hindurch.

Man hat dort das Gebiet des Vallendarer Stadtteils Schönstatt und das Gelände eines ehemaligen Augustinerklosters erreicht. Die Anlage ist heute Hauptsitz der katholischen Schönstattbewegung.

Mittelrhein: Ehemaliges Augustinerkloster und Urheiligtum der Schönstattbewegung in Vallendar - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Ehemaliges Augustinerkloster in Vallendar

Der Rheinsteig führt auf einem Waldweg oberhalb an der früheren Klosteranlage vorbei. Ich empfehle aber, ruhig noch über das ehemalige Klostergelände zu gehen.

Tipp: Machen Sie eine Pause und genießen Sie diesen idyllischen Ort!

Mittelrhein: Urheiligtum der Schönstattbewegung in Vallendar - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Urheiligtum der Schönstattbewegung

Auf dem Gelände befindet sich auch die frühere Friedhofskapelle von 1681, von der aus die weltweite Schönstattbewegung 1914 ihren Ausgang nahm. Die Kapelle ist heute das sogenannten Urheiligtum der Bewegung und ein bekannter Wallfahrtsort.

Das Kloster geht auf das 12. Jahrhundert zurück, wurde aber 1567 aufgelöst und 1633 größtenteils zerstört. Von der ursprünglichen Anlage ist vor allem noch der romanische Turm der ehemaligen Klosterkirche erhalten.

Vallendar

Mittelrhein: Blick auf Vallendar - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Vallendar

Anschließend kehrt man zum Rheinsteig oberhalb des Geländes zurück und folgt dessen blau-weißen Markierungen durch den Wald. Der Wanderweg passiert einen Parkplatz und verläuft dann auf einem unauffälligen, schmalen Gehweg zwischen Wohnhäusern und Kleingärten hindurch.

Von dort aus kann man auch einen ersten Blick auf Vallendar werfen (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Mittelrhein: Altes Rathaus von Vallendar - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Altes Rathaus von Vallendar

Der schmale Weg führt schließlich über Treppen hinab zur Straße Gilgenborn, der man nach links folgt. Kurz danach erreicht man eine breite Hauptstraße, die der Rheinsteig überquert.

Man geht an der Hauptstraße rund 150 Meter entlang und folgt dann nach rechts der Bachstraße und später der Eulerstraße. Nach rund 200 Metern stößt man links das Alte Rathaus von Vallendar aus dem Jahr 1663 und den Rathausplatz.

Tipp: Man sollte unbedingt noch einen Bummel durch Vallendar machen!

Rund um den Rathausplatz gibt es einige schöne Fachwerkhäuser vorwiegend aus dem 17. Jahrhundert. Weitere Sehenswürdigkeiten in Vallendar sind die neuromanische Sankt-Petrus-und-Marcelinus-Kirche von 1841, deren spätgotischer Turm aus dem 15. Jahrhundert stammt, und die neugotische Lukaskirche von 1885.

Vor der Sankt-Petrus-und-Marcelinus-Kirche verlässt man den Rheinsteig und biegt nach links in den Beulsweg ein. Über ihn und die Wilhelm-Ross-Straße gelangt man schließlich zum Bahnhof von Vallendar, wo diese Wanderung endet (etwa 12 km ab Koblenz). Von dort aus kann man per Regionalbahn (Rechte Rheinstrecke) stündlich in Richtung Neuwied oder über Niederlahnstein zurück nach Koblenz fahren.

Mittelrhein: Blick auf Vallendar - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf Vallendar